Lobenberg: Hannes Schuster hat sich mit dem Jahrgang 2022 erstmals dazu entschlossen, zwei verschiedene Blaufränkisch aus Sankt Margarethen separat zu füllen. Der ehemalige Spitzen-Ortswein, ähnlich wie der Lutzmannsburg Alte Reben von Roland Velich, war eine Cuvée aus den beiden Rieden Lamer und eben diesem Wein aus der Ried Hinkenthal. Eine nach Südosten ausgerichtete Spitzenlage, geprägt von Sand, Lehm und Schotter, bestockt mit über 65 Jahre alten Blaufränkischreben. Spontan vergoren, nur sehr zart extrahiert, anschließend für zwei jähre in gebrauchten 500-Liter-Fässern ausgebaut. Hinkenthal ist wirklich der Inbegriff von Feinheit! Wow, blind würde man das hier fast ins Burgund stecken, so tänzelnd, so unglaublich fein kommt dieser Blaufränkisch daher. In der Nase enorm verspielt-floral mit Veilchen und zarter Himbeere. Nasses Gestein, feuchte Erde, alles total versammelt und präzise. Blutorange, Sauerkirsche. Transparent und filigran. Hannes Schuster ist eben der Meister der Finesse, seine Weine sind niemals laut, immer fein. Und das merkt man hier schon ganz eindrücklich in der Nase. Im Mund dann auch zupackend und so voller Spannung – um nicht zu sagen messerscharf! Irre Vibration! Gesalzene Himbeere, wieder Sauerkirsche. Alles läuft auf butterweichem Tannin, das dem Wein aber dennoch ein straffes Rückgrat verleiht. Ein bisschen Heidelbeere und Anklänge von gerösteten Nüssen kommen auch am Gaumen hinzu. Grandiose Länge mit schier ewigem, kalkig-salzigen Nachhall. Ein brillant mineralischer Blaufränkisch der allerfeinsten Art, ganz große Klasse!