Der Villa Donoratico ist kein klassischer Zweitwein in dem Sinne, dass ein Teil der Trauben oder Fässer, der nicht für den Erstwein passt hinein fließt, denn er kommt jedes Jahr aus einer eigens für den Wein angelegten Weinbergslage. Dort besteht der Boden aus Sand in den unteren Rebzeilen und einer kargen Mischung aus Ton und Felsen in den etwas höher gelegenen. Der Ausbau erfolgt 12 Monate lang zu 80 Prozent in großen, 3.000 Liter fassenden Holzfässern, der Rest in zum Teil gebrauchten Barriques und zu 25 Prozent in neuen Tonneaux. Tiefes Rubinrot im Glas. In der Nase ist das ein klassischer und zugleich zugänglicher Bordeaux-Blend. Kirschen in allen Formen und Farben mit reifer Himbeere, saftiger Brombeere und würziger Tiefe. Kaffee, Backgewürze, Lakritz, ein Hauch Zedernholz und Bitterschokolade. Das Holz ist präsent, aber wunderbar cremig integriert. Im Mund treffen Cassis, reife Brombeeren, Lorbeer und viel Schwarzkirsche auf die Zunge. Villa Donoratico ist ein druckvoll schiebender Cabernet-Blend mit griffigem und fein strukturiertem Tannin in genialer Balance mit der eleganten und doch sehr dichten dunklen Frucht im Mund. Dunkle Schokolade und warme Lorbeerwürze mit Muskatnuss im Nachhall. Alles ist am richtigen Fleck – dieser Donoratico ist Argentieras Antwort auf den Serre Nuove dell’Ornellaia und mindestens auf demselben Qualitätsniveau. Das Weingut aus dem südlichen Teil Bolgheris hat seinen rasanten Aufstieg mehr als verdient.