Robert Weil: Kiedrich Gräfenberg Riesling Trockenbeerenauslese 2024 0,375 l
- Riesling 100%
- weiß, trocken
- 8,0% Vol.
- Trinkreife: 2034–2099
- sehr süss
- mineralisch
- exotisch & aromatisch
- Lobenberg: 100/100
- Parker: 98/100
- Suckling: 98/100
- Galloni: 100/100
- Yves Beck: 98/100
- Falstaff: 98/100
- Deutschland, Rheingau
- Allergene: Sulfite,
Abfüller / Importeur:
Robert Weil, Mühlberg 5, 65399 Kiedrich, DEUTSCHLANDZutaten:
Trauben Säureregulatoren: Weinsäure (E334) Konservierungsstoffe / Antioxidantien: Sulfite (E220–E224)100ml enthalten durchschnittlich Brennwert 142 kcal / 594 kJ Kohlenhydrate 23,2 g Zucker 22,6 g Enthält geringfügige Mengen von Fett, Fettsäuren, Eiweiß, Salz
Heiner Lobenberg über:
Kiedrich Gräfenberg Riesling Trockenbeerenauslese 2024
/100
Obwohl ich ein Turmberg-Typ bin bei den restsüßen Weinen, sieht es im Auslese und Spätlese-Bereich dieses Jahr anders aus. Der Gräfenberg ist schon eine Wucht! 2024 war ein regenreicherer und kühlerer Jahrgang, der eine wunderbare Eleganz und Stringenz hat. Es ist stilistisch nicht so weit vom herausragenden 2023 entfernt, genauso kristallin und strahlend, nur noch feiner, noch kühler, noch zwingender. 2024 ist ein Fest für Liebhaber von urklassischem Rhein-Riesling mit der Brillanz der Moderne. Es war extrem schwierig überhaupt eine TBA in 2024 zu ernten, ich habe an der Mosel keine einzige zu probieren bekommen dieses Jahr. Aber Großmeister Weil lässt seine Serie nicht abreissen. Wir sind mit 185 Oechsle nicht zu hoch, sondern ganz fein. Das ist eine berauschende TBA in ihrer Finesse und Klarheit. Es ist keine wuchtige, brutale TBA, sondern eine himmlische Versuchung. Nach den Blockbustern aus 2023, die fast überwältigend waren, ist 2024 der schönere, zugänglichere und verspieltere Jahrgang, selbst in den höchsten Prädikaten. Ob man nun die Kraft von 2023 oder diese unendliche Feinheit von 2024 bevorzugt, beide sind Weltklasse. Besser geht Süßwein aus dem Rheingau wahrscheinlich nicht mehr.
Jahrgangsbericht
»Here comes the rain again…« – das Weinjahr 2024 war rasant und aufwühlend. Eine deutlich kühlere Vegetationsperiode mit wechselnden Regen- und Trockenphasen forderte die Winzer heraus. Der frühe Austrieb im April wurde von heftigen Spätfrösten abgelöst, die Ahr, Nahe, Nordbaden, Saar und Ruwer besonders hart trafen und zu teils dramatischen Ernteausfällen führten. Viel Manpower, bedingungsloser Einsatz und sorgfältige Selektion waren entscheidend. Die besten 2024er Weine zeigen eine bemerkenswerte Finesse mit überraschend viel Stoffigkeit und schlanker Kraft. Der kühlere Ausdruck erinnert an die präzisen Klassiker 2016, 2008, 2004 und 2002. Sie sind extrem klar gezeichnet und definiert und besitzen häufig mindestens ein Volumenprozent weniger Alkohol als die Vorjahre. Umso überraschender ist die Substanz und innere Dichte, die durch ausgiebige Sommerniederschläge und eine langsame Reifung bis in die kühlen Nächte der späten Lese ermöglicht wurde. Die Trauben erreichten enorm hohe Extraktwerte, die mit 2023 konkurrieren. »Die schönsten Aromen gedeihen im Schatten.« wie Florian Lauer immer sagt. Die Säuren sind »nordisch-straff« und vibrierend, aber reifer und weniger einschneidend als im “krachenden” 2021. Die Weine bieten eine genussvolle Cremigkeit, ohne ihr elektrisierendes Rückgrat zu verlieren. Der 2024er ist ein harmonischerer und feinerer Jahrgang als ebenfalls kühlere 2021, zudem ist es aromatisch in einem klassischeren und schlankeren Profil angesiedelt als die »Vollgas-2023er«. Bei vielen Weinen wurde ein Level erreicht, das mit dem Benchmark-Jahrgang 2023 mithalten kann, auch wenn die Mengen besonders bei den Großen Gewächsen teils sehr gering sind. Es gibt so viele wunderschöne, filigrane, saftig-dichte und auch richtig lecker-delikate Weine in diesem Jahr. Und das kann in dieser Leichtigkeit und finessenreichen, athletischen Form heute eben fast nur noch in Deutschland so geerntet werden. Franken glänzt mit exzellenten Silvanern mit kühlem Saft und eleganter Stoffigkeit. An Mosel-Saar-Ruwer wurde im restsüßen Bereich von Kabinett bis Auslese absolute Weltklasse geerntet, trotz mancherorts verheerender Frostschäden. Die Nahe glänzt 2024 nicht nur mit Riesling in ultrafokussierter Manier, sondern auch mit Burgundern dieses Jahr – genau wie die Südpfalz! Der wärmeren Mittelhaardt steht ein kühleres Jahr immer mehr als gut. Von Christmann über Bürklin bis Winning ist das der Stoff aus dem Riesling-Träume sind. In Rheinhessen hat wohl der Rote Hang sein Jahr der Jahre, so viele Mega-GGs nach den schwierigen Trockenjahren dort ein Segen… wow!
/100
Parker über: Kiedrich Gräfenberg Riesling Trockenbeerenauslese
The shining golden-colored 2024 Kiedrich Gräfenberg Riesling Trockenbeerenauslese is a beautifully flavored TBA with great precision on the nose and palate. Rich and round but enormously vital and also saline on the palate, this is a lemony fresh, zesty and highly refined TBA that has a rare digestibility for a TBA predicate. It is highly stimulating. 8% stated alcohol. Natural cork. Tasted at the domaine in August 2025.
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Suckling über: Kiedrich Gräfenberg Riesling Trockenbeerenauslese
A great riesling TBA with everything we want from this category, beginning with the combination of brilliance and concentration, but extending through finesse and purity, this proves that, although it was very difficult to produce wines of this category in 2024, it was not impossible. The aromas reach from peach chutney to papaya via passion fruit and tropical flowers. From organically grown grapes. Vegan. Drink or hold.
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Galloni über: Kiedrich Gräfenberg Riesling Trockenbeerenauslese
The 2024 Riesling Kiedricher Gräfenberg Trockenbeerenauslese was harvested in the most minimal qualities out of sheer determination. Its light amber hue shines in the glass while candied apricot blends with candied lemon on the nose before its zestiness takes the lead. Thrilling purity and acidity make this laser-like and unrelenting in its driven energy. It is like airy, spun gold of acidity and fruit, like sweetness refracted through sunlight. The 2024 is superb, otherworldly and absolutely intense. Its 2.5 g/L of acidity dazzle and illuminate 210 g/L of residual sugar. (Luscious)
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Yves Beck über: Kiedrich Gräfenberg Riesling Trockenbeerenauslese
Vielfalt und Präzision sind ein unschlagbares Duo! Noten von weißfleischigen Früchten, Blumen und Anis sorgen für Komplexität. Der filigrane Charakter des Bouquets setzt sich am Gaumen bestens fort. Der Wein ist fein, tiefgründig, lebhaft und harmonisch. Er steht noch ganz am Anfang seiner Karriere, was ihn jedoch nicht daran hindert, seine Eigenschaften zu unterstreichen.
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Falstaff über: Kiedrich Gräfenberg Riesling Trockenbeerenauslese
Vielschichtiger Duft nach getrockneten Früchten, Aprikose, Dattel, Waldhonig, geröstete Haselnuss, Rauch, heißer Stein, komplex. Am Gaumen mit feiner Balance, extrem vielschichtig, delikate Süße, kandierte Zitrusfrüchte, Quittengelee, mineralisch grundiert, sehr lang, viel Potenzial.
Robert Weil
Schon von weitem erkennt man die Flaschen von Robert Weil an ihrem charakteristischen Himmelblau. Nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt steht diese Farbe für Spitzen-Rieslinge auf absolut höchstem Niveau. Ein Markenzeichen, symbolisch für die kompromisslose Qualität der Weine von...