Remelluri – Telmo Rodriguez: Remelluri Blanco 2022
- Chardonnay, Garnacha Blanca, Marsanne, Roussanne, Sauvignon Blanc, Viognier
- weiß, trocken
- 14,5% Vol.
- Trinkreife: 2027–2045
- Verpackt in: 6er OHK
- voll & rund
- mineralisch
- exotisch & aromatisch
- Lobenberg: 97–98/100
- Parker: 96/100
- Suckling: 97/100
- Jane Anson: 97/100
- Tim Atkin: 97/100
- Spanien, Rioja, Rioja Alavesa
- Allergene: Sulfite,
Abfüller / Importeur: Bodegas Remelluri, Carretera de Labastida-Ribas de Tereso, 01330 Labastida (Alava), SPANIEN
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Heiner Lobenberg über:
Remelluri Blanco 2022
/100
Remelluri Blanco hat die Besonderheit, dass hier weiße französische Sorten mit spanischen geblendet werden. Das ergibt sicherlich einen der hochspannendsten Weißweine Spaniens. Er gehört mit seiner hohen Reife bei gleichzeitiger Pikanz in die allererste Reihe. Intensiver Druck. Sanddorn, Nashi-Birne, ein bisschen süßer Quitte von der Roussanne, dazu weiße Blüten. Sehr fein verwoben und sehr aromatisch. Der Mund kommt mit weißem Pfirsich, Nashi-Birne, hellen Apfelnoten und einer feinen Kalksteinpuderschicht darunter. Sehr schicker Nachhall mit Zitronengras, Kalkstein, Kreide und hellem Blütenstaub. Der Neuholzeinsatz schwindet, die Finesse steigt. Eine große Freude! *** Die Reben für den weißen Remelluri wachsen überwiegend auf Höhenlagen zwischen 700 und 850 Metern. Biodynamische Bearbeitung, die Zertifizierung erfolgt auf Remelluri nach und nach. Ein buntes Sammelsurium von Rebsorten – von Garnacha Blanca über Viognier, Roussanne, Marsanne, inzwischen sogar Sélection Massale aus Burgunderreben, Weißburgunder, Chardonnay. Alles als Sélection Massale hier direkt auf dem Weingut im Weinberg direkt veredelt. Hier werden amerikanische Unterlagsreben direkt ausgepflanzt und erst nach zwei Jahren wird die gewünschte Edelrebe aufgepfropft, alles durchgeführt direkt im Weinberg von alten portugiesischen Mitarbeitern des Weinguts. Ziel der Höhenlagen ist immer, frischere Weine zu machen. Auch wollen Telmo, Pablo und Amaya die historische Version wiederbeleben: Die Weine bestanden immer aus vielen Rebsorten, die immer gemeinsam geerntet, vergoren und vinifiziert werden. Das gibt eine ungeheure Komplexität aus geringer bis sehr hoher Reife der gemeinsam geernteten Rebsorten. Biologische Weinbergsarbeit ist hier schon ganz lange obligatorisch, schon Telmos und Amayas Vater arbeitete in den 70er und 80er Jahren nur biologisch. Alle Trauben des Blanco bekommen nur eine kurze Standzeit, das wird dann vergoren im großen Holzfuder, Ausbau im Beton und Holz verschiedener Größen und Altersstufen.
Jahrgangsbericht
Da ich als zuständiger Weinscout inzwischen einen Teil meiner Jahreszeit in Spanien verbringe, bin ich über Wetter und Klima vor Ort permanent gut im Bilde. Trockenheit, Hitze, wenige guten Regenfälle vor allem in den ersten 4 Monaten. Weil es im Winter wie auch im März April satt Regen gab, war die Basis für den trockenen Sommer perfekt. Und Wärme gab es auch zum Austrieb und auch zur Blüte, sich wie ein roter Faden bis zur Ernte ziehend. Dazu erstaunlich kühle Nächte im Mai, Juni, Juli und August, aber ein eher warmer trockener Spätsommer und Herbst. Die Story der großen Trockenheit wurde mir von jedem Winzer immer wieder erzählt. Und diese Story ist oft baugleich zu Bordeaux, das ja oft die gleiche Wetter- und Klimageschichte wie alle mittleren und östlichen Nordregionen Spaniens über das Jahr hat. Selbst die atlantischen frühen September-Unwetter und Regenmengen in Bordeaux und der Rioja bleiben seit dem Klimawandel oft aus, fast immer kann jetzt im September und Oktober in Ruhe bis zum optimalen Erntezeitpunkt gewartet werden. Die Ernte wurde nach etwas glücklichem kleinen Regen im Juli und August somit teilweise über 6-8 Wochen gestreckt. Die absolute Besonderheit in 2022 war aber auch in Spanien der kontinuierliche Verlauf der Trockenheit und Hitze und die relativ kühlen Nächte über das sommerliche Weinjahr. Die Reben waren 2022 perfekt assimiliert an das Klima. Trotz der Hitze war nichts gekocht, die Laubarbeit und Bodenbearbeitung der Winzer war dem Klima über die Jahre perfekt angepasst, eine perfekte Anpassung der Reben fand statt, war ganz anders als im von plötzlichen Hitzewellen dominierten Schock-Jahr 2003 mit schlecht präparierten Winzern und Weinbergen. Und auch 2022 gibt es, wider Erwarten von uns Laien, trotz oft hoher Alkoholgradationen eine erstaunliche Frische in den Weinen. Tiefe PH-Werte sind die Regel, die Biodynamiker sprechen von den tiefsten je gemessenen Werten. In Zusammenhang mit oft hohen Tanninlevel, hoher Reife, satter samtig seidiger Frucht, hohem Alkohol und zugleich famoser Säure, sprechen viele Winzer vom besten Jahr ihrer Geschichte (Oxer, Artadi und Cuentavinas), und das von der Rioja bis Ribera, vom Priorat bis Bierzo. ALLE Regler nach rechts! Und es gibt 2022 eine grandiose Harmonie und Balance und sensationelle Finesse und Feinheit. Wie in Bordeaux. Nach meiner Verkostung kann ich das durchaus in vielen Fällen bestätigen, obwohl es auch 2021 hochinteressante, oft sogar aufregendere und energiegeladenere Weine und oft sogar präzisere Weine gab. Für mich selbst war, von Einzelfällen abgesehen, 2021 und 2022 bei absolut verschiedenem Charakter eher auf gleicher Höhe, manchmal sogar mit leichtem Vorteil bei 2021. Wer z.B. 2022 bei so viel Feinheit zu viel neues Holz einsetzte oder die Weine zu lange im Holz ließ, konnte die Weine mit ihrer samtigen Seidigkeit auch mal zu »nett«, zu holzlastig und auch manchmal etwas belanglos ausfallen lassen. 2021 hatte klar mehr Druck und Wucht, um neues Holz wegzudrücken. Und wie in Bordeaux gilt auch in Spanien: Die besten Terroirs und alten Reben waren 2022 dramatisch im Vorteil und die Biodynamiker hatten »das Jahr der Jahre«.
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Parker über: Remelluri Blanco
The white 2022 Blanco, produced with vines at high altitudes (between 605 and 805 meters above sea level). It's ripe, expressive and aromatic, with notes of acacia flowers, white fruit and pepper. It's tender and juicy, with spiciness and a creamy twist and ripeness reflecting the character of the very dry and warm year with 14.5% alcohol, a pH of 3.24 and 5.68 grams of acidity. It has a round and fleshy mouthfeel. It mixes varieties and different vinifications and matured in used barriques, foudres and concrete eggs for one year. 11,430 bottles produced. It was bottled in June 2024.
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Suckling über: Remelluri Blanco
This has aromas of citrus, crusted salt and touches of ginger, seashells and stony austerity. The palate is fleshy, fresh, bright and medium- to full-bodied, with concentration and creamy, almost phenolic tension that together with the bright acidity adds depth and dimension. Serious and structured but pleasant and approachable. A joy to drink, but will evolve favorably over the years. Drink or hold.
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Jane Anson über: Remelluri Blanco
We made it back to Remelluri in 2025 for the first time in a few years, and once again I managed to buy a few bottles of the rare and sought after white wine from this beautiful property in Labastida de Alava. The field blend of grape varieties gives a complex and luscious unrolling of acacia blossom, sage, grilled spices, white pear, elderflower blossom, preserved lemons, everything vivid, taut and perfectly woven together. Telmo Rodríguez has been making Remelluri Blanco since the early 1990s (even if he spent a few years away before returning to the family property in 2010), and this is a wine with serious pedigree, that has more than proved its ageing ability. Always, always worth securing if you find a bottle.
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Tim Atkin über: Remelluri Blanco
Nine different varieties are used to produce this world-class white from the dream team of Telmo Rodríguez and Pablo Eguzkiza, with Garnacha Blanca in the driving seat complemented by various Spanish and French grapes excluding Viura. This is among the best-ever releases, with jasmine and honeysuckle aromas, a palate of aniseed, pear, white peach, lime and lemongrass and a dab of oak spices.
Remelluri – Telmo Rodriguez
Schöner als die Granja Remelluri am Fuße der Sierra de Tolono kann ein Weingut nicht liegen. Das Anwesen befand sich einige Jahrhunderte im Besitz eines Klosters, bevor der Baske Jaime Rodriguez Salis das Gut 1968 erwarb.