Die Lage ist im Südwesten Montalcinos nahe des Weinguts auf 300 Höhenmetern gelegen. Der Boden in der verhältnismäßig kühlen Lage ist reichhaltiger und schwerer mit einem höheren Tonanteil. Nur die besten Trauben der Parzelle gehen in diesen Wein. Leuchtendes Rubinrot. Die Fruchtintensität hat den Regler voll aufgedreht – im Gegensatz zum eleganten »Armani-Brunello« Cielo d’Ulisse haben wir hier einen beinahe überschwänglich expressiven »Dolce & Gabbana«. Mittleres, leuchtendes Rubinrot. Die herrlich attraktiv duftende, energiegeladene Nase ist immens opulent, dicht und erdig. Wilde Waldbeeren, ätherische Kräuter, Heu, konzentrierte Blutorange, Leder und Tabak. Rote Johannisbeere und Sauerkirsche sind die klaren Botschafter der hohen, verhältnismäßig kühlen Lage, in der stetig ein erfrischender Wind weht. Amore e Magia hat immer um einiges mehr Intensität als der Cielo d’Ulisse und auch mehr Struktur, aber eben auch deutlich mehr Präzision. Im Mund ist die Feinheit dieses vielschichtigen Weins besonders beeindruckend, zugleich hat er eine bedeutende Spannung! Wow, das ist der Inbegriff des Jahrgangs 2021! Die reif geschliffenen Tannine gleiten beinahe cremig über die Zunge. Im Nachhall bleibt zu meiner Überraschung jede Menge gelbe Frucht wie Aprikose mit klirrend frischen roten Johannisbeeren, saftig reifen Erdbeeren und mineralischen Noten von gebranntem Ton und rostigem Eisen auf der Zunge. Die Frucht ist perfekt harmonisch und intensiv. Ein sehr, sehr schicker, cremiger Finesse-Wein. Für mich ist Amore e Magia oft die »Eisenhand im Samthandschuh«, aber dieses Jahr ist der Wein trotz seiner imposanten Struktur schon beinahe zugänglich.
Der Brunello-Jahrgang 2021 wurde bereits vor seinem Markteintritt als ebenbürtiger, wenn auch eleganterer Nachfolger des monumentalen 2019ers gefeiert. Nach einem klirrend kalten Winter startete die Wachstumsperiode mithilfe der Märzsonne nur zögerlich. Dennoch reduzierte ein verheerender Spätfrost im April, der besonders die tiefer gelegenen Lagen im Nordosten Montalcinos mit voller Härte traf, die Ernteerträge des Jahrgangs bedeutend. Spitzenwinzer wie Riccardo Campinoti vom Weingut Le Ragnaie beklagen Verluste von bis zu 60 % in der berühmten Montosoli-Parzelle; bei Siro Pacenti fiel die Ernte insgesamt ein Drittel kleiner aus als üblich. Diese »schmerzhafte« Mengenreduktion ist jedoch der einzige Wermutstropfen eines ansonsten absolut makellosen Jahrgangs. Denn was an Quantität verloren ging, wurde dafür mit einer atemberaubenden Qualität wettgemacht. Trotz heißer Sommermonate bewahrten 600 mm punktgenauer Niederschlag die Reben vor jeglichem Trockenstress und schenkten den Pflanzen im richtigen Moment die nötige Kühlung. Die Weinberge befanden sich den ganzen Sommer über in einer geradezu magischen Harmonie. Im September vollendete ein spektakuläres Wechselspiel hoher Temperaturunterschiede von heißen Tagen mit kühlen Nächten die Reife langsam, harmonisch und gleichmäßig. Die Polyphenole und Tannine erreichten ein perfektes Niveau der Reife und zudem blieb die Säure-Balance in den Trauben herausragend – ein Faktor, der zur wunderbaren Frische beitrug, die eine der wichtigsten Charaktereigenschaften des Jahrgangs darstellt. Während 2019 für große Konzentration und Struktur steht, ist 2021 ein Jahrgang der herrlich zarten Finesse. Die Fruchtklarheit und vibrierende Energie dieser Weine ist schlichtweg mind-blowing! Die Tannine sind geschliffen, seidig und von einer fast puderzuckerartigen Eleganz. Im Gegensatz zum eher dunklen Profil von 2019 strahlt 2021 neben den klassischen Aromen von reifer Heidelbeere auch mit einer leuchtend roten Frucht, unterlegt von einer packenden, salzigen Mineralität. Dank der perfekten Tannin-Reife wird 2021 sein ideales Trinkfenster vermutlich sogar früher erreichen als die 2019er Giganten. Bereits bei der Benvenuto Brunello Probe im November 2025 – noch vor dem offiziellen Markteintritt – stachen viele Weine durch ihre verführerische Zugänglichkeit und ihr aristokratisches Profil hervor. Ein mega spannender Jahrgang für Puristen und Genießer gleichermaßen!