Der Plot heißt eigentlich La Platera – Lumière ist also ein Fantasiename. Weil Alejandro nicht nach Maßgaben der DO arbeiten möchte, darf er den Namen nicht verwenden. Die Reben sind über 65 Jahre alt und stehen komplett auf Kreidefelsen. Der Weinberg liegt 45 Meter über dem Meeresspiegel – das gilt in Miraflores als Einstieg in alle Toplagen. Miraflores ist deshalb so besonders, weil es in Sanlúcar sehr viel Wind gibt und nicht so viel Hitze. Die Alkoholwerte sind deshalb sehr gering. Palomino Fino von alten Reben – das bringt eine extrem florale Nase. Gelbe und weiße Blüten, darunter Reineclaude und Salz. Und bei aller Zartheit erstaunlich viel Schub aus gelber und weißer Frucht. Aprikose, auch wieder Exotik aus Maracuja und ein Hauch exotische Ananas. Wunderbarer Druck in der Nase, ohne jegliches Fett. Eine schwebende Schönheit mit hoher Intensität! Im Mund eine geniale Aromatik… Auch hier wieder viel gelbe Frucht aus Aprikose, aber auch ein leichter Bitter-Hauch. Wieder süßer Sanddorn, süße reife gelbe Mango. So viel Schub und gleichzeitig eine so wunderschöne spielerische Aromatik und hohe Intensität! Das Ganze aber ohne Fett. Der Wein steht für Minuten, es ist eine traumhafte Fruchtkomposition! Viel zu schade, um das mit Essen zu kombinieren. Der Wein ist für sich schon eine Art Dessert in seiner wunderbaren Ausprägung, mit seinem süßem Sanddorn-Honigschwänzchen, der leichten Exotik und viel gelber Frucht. Echt schick! Was wir aus der Region Jerez bei Willi Perez und De La Riva in Druck und Power haben, ist im windigen kühleren Sanlucar auf dem leichteren Kreidehügel des Miraflores bei gleicher Klasse eben das Gegenteil in purer Eleganz und schwebender Ätherik, wie ein Frühlingshauch.
2024 startete mit viel Wasser ins Jahr, hervorragende Auffüllung aller Speicher. Das Frühjahr brachte immer noch Regen und manchmal Kühle, Verrieselung der Blüte und Kampf gegen Pilze. Das bedeutet insgesamt geringer Ertrag. Ein moderater Sommer war perfekt für ein frisches Ergebnis, im Spätsommer und Herbst folgten einige Regenfälle. Wer vor der zweiten Oktoberwoche mit den schweren Regenfällen alles gelesen hatte (ALLE Topwinzer lesen inzwischen spätestens Anfang Oktober) hatte ein superbes Ergebnis. Rassige, frische Weine wie 2021, Cool Climate, vibrierende Rotweine und aufregende Weißweine. 2024 ist bei den besten Winzern Spaniens ein großes Jahr wie 2021. Schlanker und kühler als das opulentere 2023, reifer und zugleich frischer als das überheiße und blockierte 2022, aufregender und vibrierender als 2018 bis 2020. In der Klasse sicher so groß wie 2016 und 2019, eher noch etwas spannender und schicker, wie gesagt mit sehr viel Parallelen zu 2021.