Markus Molitor: Riesling Erdener Prälat *** Weiße Kapsel Qualitätswein 2024

Markus Molitor: Riesling Erdener Prälat *** Weiße Kapsel Qualitätswein 2024

GC Club

Limitiert

Zum Winzer

Riesling 100%
weiß, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2032–2064
frische Säure
mineralisch
Lobenberg: 100/100
Suckling: 100/100
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Erdener Prälat *** Weiße Kapsel Qualitätswein 2024

100
/100

Obwohl es mit dem Jahrgang 2024 auch GGs im Hause Molitor gibt, bleiben die Auslesen*** mit drei Sternen darüber noch bestehen. Die GGs ersetzen quasi die Zwei-Sterne-Auslesen. Eine trockene Auslese*** gibt es nur alle paar Jahre mal, aber 2024 war Wehlen wirklich wunderbar, auch in der Spätlese war das schon so. Also nun die Auslese*** vom Obermeister der burgundischen Mosel-Riesling-Ausprägung, Markus Molitor. Und nach den GGs kommend, wird es hier vor allem eines: noch intensiver, noch konzentrierter, noch beeindruckender. Der Erdener Prälat ist schon für sich genommen eine Legende und ein mythisch überhöhter Ort. Hier haben wir 120 bis 130 Jahre alte wurzelechte Einzelpfahlstöcke, nur wenige tausend Quadratmeter groß. Jeder Winzer schätzt sich glücklich in dieser winzigen Lage etwas sein Eigen zu nennen. Die Extremversion als Amphitheater des benachbarten Erdener Treppchens. Also die Eleganz Erdens mit diesem dunklen Schiefer in Kombination mit diesem Brennglas von Exposition mit diesen uralten wurzelechten Reben. Das ist schon ziemlich einmalig in dieser Form an der Mosel. Eine der rarsten und teuersten Lagen der Mosel und Deutschlands überhaupt. Genau wie in den Vorjahren ist der Prälat 2024 keine Auslese, obwohl sie nicht angereichert ist. Aber es soll jetzt einfach so bleiben, um nicht zu viel Verwirrung zu stiften. Das muss ein Kultwein werden wie Clos St Hune, denn er steht dem in nichts nach, ist noch viel feiner obendrein. Auch teurer, das muss man auch sagen. Ein üppiges Elixier, das von der Dichte her schon an die Weltklasse-Süßweine aus dieser Lage erinnert, die Extraktdichte ist gewaltig. Der Wein fächert kaleidoskopartig auf, wie ein Pfauenschwanz, die Frucht changiert von schwarz zu rot zu gelb und grünlich mit Bratapfel, Zimtstange, roter Zitrone, Grapefruit, sowie Mandarine und Kumquat. Der Mund ist in 2024 feiner und fokussierter als im krachenden 2023. Wir sind nicht so brutal drückend, sondern innerhalb dieses sehr kraftvollen Spektrums des Prälats etwas mehr auf der salzig-schlankeren Seite. Dennoch ist das ein Opus Oskar mit gewaltig Dampf unter der Haube. Ein Wein wie kein Zweiter. Unique Weltklasse.

Jahrgangsbericht

»Here comes the rain again…« – das Weinjahr 2024 war rasant und aufwühlend. Eine deutlich kühlere Vegetationsperiode mit wechselnden Regen- und Trockenphasen forderte die Winzer heraus. Der frühe Austrieb im April wurde von heftigen Spätfrösten abgelöst, die Ahr, Nahe, Nordbaden, Saar und Ruwer besonders hart trafen und zu teils dramatischen Ernteausfällen führten. Viel Manpower, bedingungsloser Einsatz und sorgfältige Selektion waren entscheidend. Die besten 2024er Weine zeigen eine bemerkenswerte Finesse mit überraschend viel Stoffigkeit und schlanker Kraft. Der kühlere Ausdruck erinnert an die präzisen Klassiker 2016, 2008, 2004 und 2002. Sie sind extrem klar gezeichnet und definiert und besitzen häufig mindestens ein Volumenprozent weniger Alkohol als die Vorjahre. Umso überraschender ist die Substanz und innere Dichte, die durch ausgiebige Sommerniederschläge und eine langsame Reifung bis in die kühlen Nächte der späten Lese ermöglicht wurde. Die Trauben erreichten enorm hohe Extraktwerte, die mit 2023 konkurrieren. »Die schönsten Aromen gedeihen im Schatten.« wie Florian Lauer immer sagt. Die Säuren sind »nordisch-straff« und vibrierend, aber reifer und weniger einschneidend als im “krachenden” 2021. Die Weine bieten eine genussvolle Cremigkeit, ohne ihr elektrisierendes Rückgrat zu verlieren. Der 2024er ist ein harmonischerer und feinerer Jahrgang als ebenfalls kühlere 2021, zudem ist es aromatisch in einem klassischeren und schlankeren Profil angesiedelt als die »Vollgas-2023er«. Bei vielen Weinen wurde ein Level erreicht, das mit dem Benchmark-Jahrgang 2023 mithalten kann, auch wenn die Mengen besonders bei den Großen Gewächsen teils sehr gering sind. Es gibt so viele wunderschöne, filigrane, saftig-dichte und auch richtig lecker-delikate Weine in diesem Jahr. Und das kann in dieser Leichtigkeit und finessenreichen, athletischen Form heute eben fast nur noch in Deutschland so geerntet werden. Franken glänzt mit exzellenten Silvanern mit kühlem Saft und eleganter Stoffigkeit. An Mosel-Saar-Ruwer wurde im restsüßen Bereich von Kabinett bis Auslese absolute Weltklasse geerntet, trotz mancherorts verheerender Frostschäden. Die Nahe glänzt 2024 nicht nur mit Riesling in ultrafokussierter Manier, sondern auch mit Burgundern dieses Jahr – genau wie die Südpfalz! Der wärmeren Mittelhaardt steht ein kühleres Jahr immer mehr als gut. Von Christmann über Bürklin bis Winning ist das der Stoff aus dem Riesling-Träume sind. In Rheinhessen hat wohl der Rote Hang sein Jahr der Jahre, so viele Mega-GGs nach den schwierigen Trockenjahren dort ein Segen… wow!

100
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Suckling über: Riesling Erdener Prälat *** Weiße Kapsel Qualitätswein

It’s hard to wrap your head around the way this giant of ripeness and concentration (think mangoes) also manages to have such breathtaking delicacy and precision on the extremely compact, medium-bodied palate. Unbelievable refinement in the endless finish. Very limited production. Drink or hold.

Mein Winzer

Markus Molitor

Als der blutjunge Markus Molitor 1984 mit 20 Jahren das Weingut an der Mosel vom Vater übernahm, fing er praktisch bei Null an; ohne jede eigene Anbaufläche. Also harte Maloche auf gepachtetem Rebland.

Riesling Erdener Prälat *** Weiße Kapsel Qualitätswein 2024