Obwohl es mit dem Jahrgang 2024 auch GGs im Hause Molitor gibt, bleiben die Auslesen*** mit drei Sternen darüber noch bestehen. Die GGs ersetzen quasi die Zwei-Sterne-Auslesen. Eine trockene Auslese*** gibt es nur alle paar Jahre mal, aber 2024 war Wehlen wirklich wunderbar, auch in der Spätlese war das schon so. Also nun die Auslese*** vom Obermeister der burgundischen Mosel-Riesling-Ausprägung, Markus Molitor. Und nach den GGs kommend, wird es hier vor allem eines: noch intensiver, noch konzentrierter, noch beeindruckender. Der Erdener Prälat ist schon für sich genommen eine Legende und ein mythisch überhöhter Ort. Hier haben wir 120 bis 130 Jahre alte wurzelechte Einzelpfahlstöcke, nur wenige tausend Quadratmeter groß. Jeder Winzer schätzt sich glücklich in dieser winzigen Lage etwas sein Eigen zu nennen. Die Extremversion als Amphitheater des benachbarten Erdener Treppchens. Also die Eleganz Erdens mit diesem dunklen Schiefer in Kombination mit diesem Brennglas von Exposition mit diesen uralten wurzelechten Reben. Das ist schon ziemlich einmalig in dieser Form an der Mosel. Eine der rarsten und teuersten Lagen der Mosel und Deutschlands überhaupt. Genau wie in den Vorjahren ist der Prälat 2024 keine Auslese, obwohl sie nicht angereichert ist. Aber es soll jetzt einfach so bleiben, um nicht zu viel Verwirrung zu stiften. Das muss ein Kultwein werden wie Clos St Hune, denn er steht dem in nichts nach, ist noch viel feiner obendrein. Auch teurer, das muss man auch sagen. Ein üppiges Elixier, das von der Dichte her schon an die Weltklasse-Süßweine aus dieser Lage erinnert, die Extraktdichte ist gewaltig. Der Wein fächert kaleidoskopartig auf, wie ein Pfauenschwanz, die Frucht changiert von schwarz zu rot zu gelb und grünlich mit Bratapfel, Zimtstange, roter Zitrone, Grapefruit, sowie Mandarine und Kumquat. Der Mund ist in 2024 feiner und fokussierter als im krachenden 2023. Wir sind nicht so brutal drückend, sondern innerhalb dieses sehr kraftvollen Spektrums des Prälats etwas mehr auf der salzig-schlankeren Seite. Dennoch ist das ein Opus Oskar mit gewaltig Dampf unter der Haube. Ein Wein wie kein Zweiter. Unique Weltklasse.