Das Jahr 2024 war ein sehr klassisches Jahr für Riesling, vergleichbar mit 2014 oder 2008 im Charakter, verspielt, kühl, sehr straight. Leider gab es an der Mosel doch deutliche Einbußen aufgrund des hohen Pilzdrucks, sodass die Mengen unterdurchschnittlich waren. Die kühlere und nasse Witterung hat eine sehr strenge Selektion der besten Trauben notwendig gemacht, das ging schon in der Basis los. Am Ende ist es bei Molitor ein Jahrgang für Rieslingfans der alten Schule, wunderbar ausgewogen, filigran, superfrisch und doch mit genug Power. Für den Alte Reben Mosel beträgt das Durchschnittsalter der Stöcke 60 bis 80 Jahre. In diesem Wein stecken durchweg Spätlese und Auslese-Qualitäten aus 6 bis 7 verschiedenen Top-Lagen, die mengenmäßig zu klein sind, um sie separat abzufüllen. Das würde das ohnehin schon große Programm nur weiter unnötig aufblähen. Außerdem sind die Alten Reben von Saar und Mosel Markus’ absolute Exportschlager im Ausland und seine internationalen Brot-und-Butter-Weine. Das ist der qualitative Einstieg in die **-und ***-Weine, große Qualitäten aus Wehlen, Graach, Ürzig, Erden, alles in einem Wein gebündelt zu einem Power-Mosel-Exemplar. Die Alten Reben bei Molitor liegen qualitativ oberhalb der Spätlesen und kurz vor den Auslesen. Preislich liegen sie unter den Spätlesen, weil sie keine Einzellagen-Bezeichnung haben. Eine ziemlich perfekte Selektion aus diesen verschiedenen Weinbergen und von Molitor selbst deutlich oberhalb der Spätlesen angesiedelt. Entsprechend ist dieser Stoff immer ein Top-buy, sehr viel Wein fürs Geld. Der 2024er besticht durch seine kühle Schiefrigkeit und eine sehr feine, ausgewogene Frucht, die nie laut ist. Nicht so krachend wie 2023, sondern eleganter ausgeprägt. Erinnert mich etwas an 2016 oder 2012, ebenfalls harmonische Jahre. Straffe hellgelbe Frucht mit schönem Druck dahinter, Amalfizitrone, Toffee, Ananas und Sternfrucht, weißer Tee. Er ist auch deutlich kräuteriger als der Alte Reben Saar. Auf der Zunge viel Druck aufbauend. Nicht so tänzelnd wie die WK Kabinette natürlich, einfach mehr schiebend. Beeindruckend. Schon eine ziemlich ideale Spätlese trocken in dieser cremigen, komplexen Reichhaltigkeit, ohne jedoch fett zu sein. Das könnte schon bei dem ein oder anderen Moselaner Winzer als Großes Gewächs durchgehen. In jedem Jahr ein super Wert.