Koehler Ruprecht: Riesling Kallstadter Saumagen Kabinett 2021

Koehler Ruprecht: Riesling Kallstadter Saumagen Kabinett 2021

Zum Winzer

Riesling 100%
weiß, trocken
11,5% Vol.
Trinkreife: 2023–2032
fruchtbetont
frische Säure
Lobenberg: 93+/100
Suckling: 93/100
Galloni: 93/100
Parker: 92+/100
Deutschland, Pfalz
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Kallstadter Saumagen Kabinett 2021

93+
/100

Lobenberg: Der Kallstadter Saumagen ist die Paradelage von Koehler-Ruprecht und eine der legendären Lagen der Pfalz und auch ganz Deutschlands. Phillip Kuhn hat hier ebenfalls Parzellen und keltert ein Großes Gewächs daraus. Internationale Bekanntheit erlangte die kalksteinreiche Lage durch den früheren Besitzer von Koehler-Ruprecht Bernd Philippi, der hier spektakulären, trockenen Riesling erzeugte. Große trockene Rieslinge und der Kallstadter Saumagen – das gehört bis heute zusammen. Die Vinifikation bei K-R ist seit jeher sehr traditionell und handwerklich, daran hat sich bis heute nichts geändert. Die Vergärung erfolgt ausschließlich spontan, der Ausbau erfolgt in deutschen Stückfässern verschiedener Größen und die Weine werden nach verlängertem Hefelager komplett ungeschönt abgefüllt, also oldschool im besten Sinne! Schon an der schönen Farbe erkennt man die Reife, die die Trauben in dieser Lage erreichen, sogar beim Kabinett. Schöne Rieslingfrucht, aber alles ganz fein. Pfirsich, Aprikose, grüner Apfel, Apfelblüte, Zitronenschale. Auch helle Blüten und etwas Kreide als Unterlage, sehr verspielt. Im Mund unglaublich charmant mit reifer, weicher Säure, viel Weinsäure, nichts Spitzes. Das ist ganz klassische Pfalz, nicht so nervös wie ein Moselkabinett und nicht so kernig wie ein Rheingauer, sondern erhaben in gelber und weißer Frucht, wie man es von der Pfalz erwartet. Dennoch ist das Saumagen Kabinett beschwingt, fein und sehr aromatisch. Reifes Steinobst zieht sich durch den gesamten Mund und wird von einer feinsaftigen, selbst beim Kabinett schon cremigen Textur abgerundet. Sehr elegant, fein, charmant und auf der Zunge tanzend. 93+/100

Jahrgangsbericht

Mit den letzten Jahrgängen im Hinterkopf antizipierten die Winzer wie gewohnt einen eher trocken-warmen Witterungsverlauf. Doch 2021 machte recht schnell klar: nicht mit mir! Austrieb und Blüte waren bereits von ungewöhnlich nordisch-rauem Wetter begleitet und im Vergleich zu den Vorjahren »relativ spät« – im langjährigen Mittel also quasi normal. Die meisten deutschen Weinberge blieben von Frost verschont. Die recht harsche Witterung sorgte jedoch nahezu überall für Ertragseinbußen durch die windige, verregnete und dadurch unregelmäßige Blütephase. Der darauffolgende Sommer brachte zunächst keineswegs die Wende. Dramatisch konzentrierte Sommerniederschläge setzten der vorherigen Trilogie der heiß-trockenen Jahre ein jähes Ende und machten den Pflanzenschutz 2021 zu einer Sisyphusarbeit. Die Topwinzer haben 2021 Marathondistanzen in den Weinbergen abgeleistet, um der Situation Herr zu werden. Durch den zusätzlich hohen Personaleinsatz ist es in der Produktion für viele eines der teuersten Jahre aller Zeiten. Ein Glück, dass der Riesling als adaptierte Nord-Rebe stoisch in Wind und Wetter steht wie ein Islandpferd. Denn im Grunde wurde im Herbst immer klarer: Wenn man im Sommer richtig Gas gegeben hat, konnte das noch ein unglaublich starker Jahrgang werden – und so kam es dann auch. Nach diesem echten Cool-Climate-Sommer, der bis Ende August anhielt, retteten der September und ein Goldener Oktober den Weinjahrgang dann fast im Alleingang. Ein stabiles Hoch über Mittel- und Osteuropa sorgt für dieses seit Jahrhunderten bekannte Phänomen. Die Sonnenscheindauer ist gegen Oktober mit noch immer über 10 Stunden sehr hoch, dafür ist die Tag-Nacht-Amplitude schon viel ausgeprägter als noch im August. Da die Nächte länger werden, kann die Luft in Bodennähe stärker auskühlen. Das sorgt für eine langsame Ausreifung bei langer Hangzeit am Stock und trotzdem stabil bleibenden Säuren. Gerade der Riesling liebt das besonders, aber auch die Burgundersorten brillieren mit kühler Frische. Denn 2021 ist ein so spannendes, krachendes und zugleich kristallines Weißwein-Jahr, wie wir es lange nicht mehr hatten. Wer keine Angst vor berauschender Frische hat und sich gerne von hoher Spannung aus der Kurve tragen lässt, der wird mit 2021 seine größte Freude haben. Alle anderen sollten sich besser an die gar nicht so unähnlich gebauten, aber etwas freundlicheren 2020er halten.

93
/100

Suckling über: Riesling Kallstadter Saumagen Kabinett

-- Suckling: Striking nose of rosehip and lime zest with delicate wild flower and herb aromas. Simultaneously structured and elegant, this dry riesling has remarkable concentration for just 11.5% alcohol. Long, silky, mineral finish. Drink or hold. 93/100

93
/100

Galloni über: Riesling Kallstadter Saumagen Kabinett

-- Galloni: The 2021 Riesling Kallstadter Saumagen Kabinett trocken is both the first and the last harvest in this site, the very first pick of the green-tinged grapes and then the last pick, on 26 October 2021, of the grapes that still had a bright green color. The nose is restrained, but peach skin and pear peel come through, along with a subtle yeastiness. The palate comes in beautifully buffered, with apparent freshness, doing justice to its Kabinett status. It's bone-dry, smooth and, in a Pfalz-way, slender, still colored with that lovely streak of lemon and peach. This has both substance and style. (Bone-dry) 93/100

92+
/100

Parker über: Riesling Kallstadter Saumagen Kabinett

-- Parker: Bottled in early July the this year, the 2021 Kallstadter Saumagen Riesling Kabinett trocken is still young and a bit closed on the clear, deep and stony nose. Fine and very elegant on the palate, this is a round, lush, refined, firm and persistently salty Saumagen with a long and intense finish. This is a serious, sustainably intense Riesling with substance and terroir expression after a long hang-time. It needs tine, though. 11.5% stated alcohol. Natural cork. Tasted at the domaine in August 2022. 92+/100

Mein Winzer

Koehler Ruprecht

Das Weingut Koehler-Ruprecht mit Sitz in Kallstadt, etwas nördlich von Bad Dürkheim an der pfälzischen Weinstraße, liegt genau zwischen Mittelhaardt und Nordpfalz. Es ist eines der ältesten und traditionsreichsten Weingüter der Pfalz.

Riesling Kallstadter Saumagen Kabinett 2021