Kissinger-Bähr: Riesling Pettenthal Kabinett 2024

Kissinger-Bähr: Riesling Pettenthal Kabinett 2024

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Zum Winzer

Riesling 100%
weiß, süß
8,5% Vol.
Trinkreife: 2026–2044
exotisch & aromatisch
leicht & frisch
leicht süss
Lobenberg: 95/100
Deutschland, Rheinhessen
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Pettenthal Kabinett 2024

95
/100

Lobenberg: In 2024 konnten Moritz Kissinger und seine Partnerin Jasmin Bähr einige Parzellen in Rheinhessens berühmtesten Weinbergen, Hipping und Pettenthal im Roten Hang, erwerben. Damit bekommt das Riesling-Portfolio von Kissinger nochmal eine ganz neue Dimension an Lagen-Ausdrücken und Moritz wird zum Riesling Terroir-Winzer, da er nun einige der besten Lagen Rheinhessens im Progrmm hat. Die Lagen-Rieslinge werden in Edelstahl spontan vergoren und ausgebaut. Der rote Tonschieferboden am Roten Hang ist aromatisch eine völlig andere Geschichte als die Kalkstein-Lagen etwas weiter im »Inland« des nördlichen Rheinhessens. Das Pettenthal verströmt einen sehr eigenen Duft, der etwas an warme Apfeltarte erinnert, auch Nelke, Zimt, Zitronengras. Enormer Salzbiss im Mund, fester und druckvoller als der blumigere Hipping. Das hat richtig Zug, die Augen werden schmal, straffer Antritt, im Kabinett dann mit zarter Süße untermauert. Puristisch, aber nicht karg, geschmeidig, aber nicht fett. Das ist ein toller Einstand aus einem der besten Jahrgänge der letzten Jahre für den Roten Hang.

Jahrgangsbericht

»Here comes the rain again…« – das Weinjahr 2024 war rasant und aufwühlend. Eine deutlich kühlere Vegetationsperiode mit wechselnden Regen- und Trockenphasen forderte die Winzer heraus. Der frühe Austrieb im April wurde von heftigen Spätfrösten abgelöst, die Ahr, Nahe, Nordbaden, Saar und Ruwer besonders hart trafen und zu teils dramatischen Ernteausfällen führten. Viel Manpower, bedingungsloser Einsatz und sorgfältige Selektion waren entscheidend. Die besten 2024er Weine zeigen eine bemerkenswerte Finesse mit überraschend viel Stoffigkeit und schlanker Kraft. Der kühlere Ausdruck erinnert an die präzisen Klassiker 2016, 2008, 2004 und 2002. Sie sind extrem klar gezeichnet und definiert und besitzen häufig mindestens ein Volumenprozent weniger Alkohol als die Vorjahre. Umso überraschender ist die Substanz und innere Dichte, die durch ausgiebige Sommerniederschläge und eine langsame Reifung bis in die kühlen Nächte der späten Lese ermöglicht wurde. Die Trauben erreichten enorm hohe Extraktwerte, die mit 2023 konkurrieren. »Die schönsten Aromen gedeihen im Schatten.« wie Florian Lauer immer sagt. Die Säuren sind »nordisch-straff« und vibrierend, aber reifer und weniger einschneidend als im “krachenden” 2021. Die Weine bieten eine genussvolle Cremigkeit, ohne ihr elektrisierendes Rückgrat zu verlieren. Der 2024er ist ein harmonischerer und feinerer Jahrgang als ebenfalls kühlere 2021, zudem ist es aromatisch in einem klassischeren und schlankeren Profil angesiedelt als die »Vollgas-2023er«. Bei vielen Weinen wurde ein Level erreicht, das mit dem Benchmark-Jahrgang 2023 mithalten kann, auch wenn die Mengen besonders bei den Großen Gewächsen teils sehr gering sind. Es gibt so viele wunderschöne, filigrane, saftig-dichte und auch richtig lecker-delikate Weine in diesem Jahr. Und das kann in dieser Leichtigkeit und finessenreichen, athletischen Form heute eben fast nur noch in Deutschland so geerntet werden. Franken glänzt mit exzellenten Silvanern mit kühlem Saft und eleganter Stoffigkeit. An Mosel-Saar-Ruwer wurde im restsüßen Bereich von Kabinett bis Auslese absolute Weltklasse geerntet, trotz mancherorts verheerender Frostschäden. Die Nahe glänzt 2024 nicht nur mit Riesling in ultrafokussierter Manier, sondern auch mit Burgundern dieses Jahr – genau wie die Südpfalz! Der wärmeren Mittelhaardt steht ein kühleres Jahr immer mehr als gut. Von Christmann über Bürklin bis Winning ist das der Stoff aus dem Riesling-Träume sind. In Rheinhessen hat wohl der Rote Hang sein Jahr der Jahre, so viele Mega-GGs nach den schwierigen Trockenjahren dort ein Segen… wow!

Mein Winzer

Kissinger-Bähr

Moritz Kissinger ist neben Carsten Saalwächter DER Rising Star in Rheinhessen und keltert markante Herkunftsweine voller Spannung und kühler Saftigkeit aus einem weniger bekannten Teil der Rheinebene unweit des Roten Hangs. Moritz Kissinger ist, ganz ähnlich wie Carsten Saalwächter, daher auch die...