Es gibt auf Gut Hermannsberg aufgrund von herben Frostverlusten nur vier Weine im regulären Programm, zusätzlich zu den Versteigerungsweinen. Es gibt keine Crus, weil die starken Frostschäden in den Spitzenlagen der Nahe die Qualität und Menge nicht zugelassen hätten, die GHB sich wünscht. Das heißt aber auch, dass die Überbleibsel des Top-Materials aus den besten Lagen in die Gutsweine einging, die damit einen riesigen Turbolader erfahren haben in 2024. Wegen eines Markenrechtskonflikts mit einem südfranzösischen Weinproduzenten, der den Begriff JUST für sich beansprucht, wurde der Just Riesling in PURE Riesling umbenannt. Ansonsten ist alles beim Alten, unveränderter Inhalt von genialem Nahe-Riesling. Und in 2024 eben mit dem Boost von vielen Trauben aus den Großen Lagen. Die Nase ist sehr elegant, kühl und straff, genialer Spannungsbogen. Das ist der perfekte Spagat zwischen der delikaten, puren Frucht und der intensiven Steinigkeit und Elektrizität von Gut Hermannsberg. Der 2024er hat mehr Kraft und Punch als ich vermutet hätte, da ist schon viel Stoff in der Mitte für ein kühleres Jahr. Dieser Wein, der ja aus allen großen Lagen des Weingutes stammt, gehört auf jeden Fall zu den besten Gutsweinen des Jahrganges. Saftig, steinig, kühl, supermineralisch und mit kristallklarer Frucht. Alles drin, was Gut Hermannsberg so besonders macht.