Lobenberg: Das Weingut Emidio Pepe macht ebenso wie auch Valentini homöopathische Mengen ihrer extrem gefragten Weine. Die alten Reben des Weinguts sind in der Pergola Form angepflanzt, die Trauben wachsen also über Kopf. Bei Emidio Pepe ist die Zeit wahrhaft stehen geblieben und die Reben werden wie seit jeher in aufwendiger Handarbeit bewirtschaftet. Nach der Handlese werden die Trauben sogar noch von Hand entrappt und dann mit den Füßen im kleinen Holzfass getreten und angequetscht. Natürlich werden sie mit wilden Hefen und ohne Zusätze jeglicher Art vergoren und anschließend zwei Jahre lang in glasbeschichteten Betontanks ausgebaut, bevor sie noch vor dem Sommer 2024 in Flaschen abgefüllt wurden. Vom Trebbiano gibt es zwei Versionen, die erste wird aus den jungen Reben gemacht und kommt früher auf den Markt, sie wird eigentlich ausschließlich in Italien verkauft. Hier haben wir aber den Trebbiano aus den extrem alten Reben, der in kleinerer Stückzahl erzeugt wird. Er braucht einen Moment im Glas, aber schon nach wenigen Minuten geht die Reise los und die zarte Reduktion wandelt sich in reife Aprikosen, Williams Birnen, Quittenessig, Salbei, süße getrocknete Kräuter, etwas frische und getrocknete Minze und duftenden Jasminblüten. Mit dieser präzisen, zart tänzelnden und erfrischenden Gelbfruchtigkeit mischt sich eine tiefgehende Mineralik von frischem Gesteinsmehl. Ein Hauch schwebende Vanille, Mandelblüte, weiße Lakritz und Menthol. Dieser Stoff ist wilder und unbändiger als die eher kristallinen Weine von Tiberio. Im Mund hat der Wein eine zarte und zugleich erfrischende Haptik, die in einen langen, cremigen Nachhall übergeht. Steinobst, gelbe Äpfel, Kamillenblüten, Zitronengras, Ingwer und Zitronensorbet schwappen elegant und doch so nachhaltig über die Zunge. Der Wein hallt lange und erstaunlich erfrischend nach – ein Baby mit Potenzial zur Größe und einer der besten italienischen Weißweine überhaupt.