Die Lese startete Anfang September. Die Alkoholgrade lagen selbst in Volnay bei 13.5% und teils leicht darüber. Die 2023er wurden etwas früher abgestochen als in den Vorjahren, schon Mitte November, und folglich wird dann schon gegen Weihnachten abgefüllt. Das ist relativ früh für d’Angerville, aber die Weine sind schon so offen und zugänglich, dass die Domaine nicht länger warten wollte. Die Lage liegt ungefähr auf 280 Metern Höhe und hat im Gegensatz zum darunter liegenden Clos des Angles einen deutlich höheren Kalksteinanteil. Zwar auch noch etwas Lehm, aber insgesamt wird es hier deutlich kalksteiniger. Fremiet behält durch diese Bodenstruktur auch in warmen Jahren eine hohe Spannung, allerdings ist er auch anfälliger für Trockenstress als etwa Champans. Der Fremiet zeigt etwas mehr Struktur als der Supercharmeur Clos des Angles, er hat einen deutlich strikteren Kalksteincharakter und zerfließt nicht so sehr in Nettigkeit. Vor allem in heißen Jahren wie 2022 und 2023 gefällt er mir immer gut. Wir haben saftige blaue Beerenfrucht und dunkelroter Kirsche, etwas süßes Kakaopulver und kreidig zupackende Tannine, die der cremigere Angles nicht so sehr hat. Fremiet zieht schon ziemlich durch, obwohl er so viel Fruchtpolster an den Seiten hat in diesem Jahr. Diese Kalkstein-Mineralität marmoriert den Wein und treibt ihn an, schlicht famos. Die Balance, die samtige Energie, was wollte man hier noch besser machen?! Ein traumhaft dichter, kraftvoller Fremiet, der sicher lange leben kann, wenn man ihn ob seiner Köstlichkeit nicht viel zu früh austrinkt. Es gibt kaum eine Domaine, die Eleganz und Trinkfluss so mühelos verbinden kann wie d’Angerville.