Überwiegend blauer und grauer Schiefer, ein spektakulärer Hang, sehr steil, stellenweise extrem karg, am Hangauslauf auch etwas tiefgründiger. Rund 25 Hektar an einem Stück, reine Monopollage. 100 Prozent Riesling und es gibt nur zwei Weine: Vogelsang Kabinett und Vogelsang Große Lage trocken. Rund 5 Hektar sind alter Rebbestand von 1993, die restlichen 20 Hektar sind von Markus selbst angelegt. Top Genetik aus Selection Massale von alten, wurzelechten Stöcken von Markus selbst und ein, zwei befreundeten Kollegen. Sehr puristische Nase, wir sind total in der Steinigkeit, im Bodenausdruck, dazu eine hochfeine Reduktion, aber überhaupt nicht laut wie ein Kai Schätzel oder JJ Prüm manchmal, sondern ultrafein, schwebend, eher an Zilliken erinnernd, aber karger, ein Touch Egon ist hier schon dabei, aber es ist doch völlig anders, weil das Terroir total anders ist. Es ist wärmer und exponierter, dennoch zeigt der Wein auch aus dem heißen Jahr 2020 nichts Üppiges oder Warmes. Total kühl, fein, zart und schwebend. Ein Hauch weißer Pfirsich, Zitronengras, Zitronenabrieb. Markus und sein Team haben sich im ersten Release schon selbst übertroffen. Dass das Kabinett auf Augenhöhe mit dem Scharzhofberger stehen kann, zeigt die Güte dieser großartigen Lage. Ich bin selbst überrascht, wie extrem gut die ersten Weine unter Molitors Domäne Serrig sind. Das ist berauschend gut. 97+/100