Clos Mogador: Rosat 2022
- Garnacha 60%, Carinena 20%, Macabeo 20%
- rosé, trocken
- 14,0% Vol.
- Trinkreife: 2025–2043
- mineralisch
- strukturiert
- unkonventionell
- Lobenberg: 96–97/100
- Parker: 94/100
- Suckling: 94/100
- Tim Atkin: 94/100
- Spanien, Katalonien, Priorat
- Allergene: Sulfite,
Abfüller / Importeur: Clos Mogador, SL Cami Manyetes, s/n., 43737 Gratallops, SPANIEN
Heiner Lobenberg über:
Rosat 2022
/100
Clos Mogador René Christian Barbier Jr. und sein Bruder Christian hatten sich mit diesem Wein das Ziel gesetzt, einen großen Rosé, ja einen wirklich ernsthaften Rosé aus dem Priorat zu vinifizieren. Lange Zeit galten Roséweine hier eher als einfach, waren maximal dafür bekannt ein erfrischender Aperitif zu sein. Also übernahmen sie einen wunderschönen, biodynamischen Mischbetrieb mit uralten Reben, Oliven- und Mandelbäumen. Die Basis für diesen Wein sind ebendiese alten Garnacha-Stöcke, sowie Cariñena und Macabeo. Spontan vergoren und nur ganz kurz auf der Schale mazeriert in alten, großen Holzbottichen. Dann wurden alle Rebsorten gemeinsam abgepresst und anschließend für 18 Monate im 1.200 Liter Eichenfass ausgebaut. Die Nase ist schon beeindruckend, eröffnet mit klarer, kühler, steiniger Reduktion. Kalkstein und leichte Feuersteinnuancen, mit etwas Luft mogelt sich dann dezente Grapefruitschale nebst mediterranen Kräutern wie Zitronenthymian und etwas Himbeere durch. Das Holz ist hier kaum wahrnehmbar, gibt nur den perfekten Rahmen für diesen genialen Rosé. Auf den Gaumen trifft er dann mit wirklich berauschender Frische! Zarte Zitrussäure umspielt die Papillen, knalltrocken aber doch irgendwo auch süß wirkend mit der dezenten Himbeer- und Walderdbeerfrucht. Thymian gesellt sich wieder dazu, auch wieder Grapefruitschale und Kumquat für ein leicht herbes Finish. Vibrierende, kalkige Mineralität mit Salz, Salz und nochmal Salz. Das ist grandios zupackend und voller Energie. Der Wein strahlt eine so beeindruckende Tiefe bei gleichzeitiger Leichtigkeit aus – das hat man wirklich nicht oft im Glas. Steht noch für lange Zeit am Gaumen und klingt dann schließlich mit feiner, mediterraner Kräuterwürze aus. Animierend und fein, ist das gleichzeitig ein schicker, wenn auch etwas anspruchsvoller Solist, aber ein ganz großer Essensbegleiter.
Jahrgangsbericht
Da ich als zuständiger Weinscout inzwischen einen Teil meiner Jahreszeit in Spanien verbringe, bin ich über Wetter und Klima vor Ort permanent gut im Bilde. Trockenheit, Hitze, wenige guten Regenfälle vor allem in den ersten 4 Monaten. Weil es im Winter wie auch im März April satt Regen gab, war die Basis für den trockenen Sommer perfekt. Und Wärme gab es auch zum Austrieb und auch zur Blüte, sich wie ein roter Faden bis zur Ernte ziehend. Dazu erstaunlich kühle Nächte im Mai, Juni, Juli und August, aber ein eher warmer trockener Spätsommer und Herbst. Die Story der großen Trockenheit wurde mir von jedem Winzer immer wieder erzählt. Und diese Story ist oft baugleich zu Bordeaux, das ja oft die gleiche Wetter- und Klimageschichte wie alle mittleren und östlichen Nordregionen Spaniens über das Jahr hat. Selbst die atlantischen frühen September-Unwetter und Regenmengen in Bordeaux und der Rioja bleiben seit dem Klimawandel oft aus, fast immer kann jetzt im September und Oktober in Ruhe bis zum optimalen Erntezeitpunkt gewartet werden. Die Ernte wurde nach etwas glücklichem kleinen Regen im Juli und August somit teilweise über 6-8 Wochen gestreckt. Die absolute Besonderheit in 2022 war aber auch in Spanien der kontinuierliche Verlauf der Trockenheit und Hitze und die relativ kühlen Nächte über das sommerliche Weinjahr. Die Reben waren 2022 perfekt assimiliert an das Klima. Trotz der Hitze war nichts gekocht, die Laubarbeit und Bodenbearbeitung der Winzer war dem Klima über die Jahre perfekt angepasst, eine perfekte Anpassung der Reben fand statt, war ganz anders als im von plötzlichen Hitzewellen dominierten Schock-Jahr 2003 mit schlecht präparierten Winzern und Weinbergen. Und auch 2022 gibt es, wider Erwarten von uns Laien, trotz oft hoher Alkoholgradationen eine erstaunliche Frische in den Weinen. Tiefe PH-Werte sind die Regel, die Biodynamiker sprechen von den tiefsten je gemessenen Werten. In Zusammenhang mit oft hohen Tanninlevel, hoher Reife, satter samtig seidiger Frucht, hohem Alkohol und zugleich famoser Säure, sprechen viele Winzer vom besten Jahr ihrer Geschichte (Oxer, Artadi und Cuentavinas), und das von der Rioja bis Ribera, vom Priorat bis Bierzo. ALLE Regler nach rechts! Und es gibt 2022 eine grandiose Harmonie und Balance und sensationelle Finesse und Feinheit. Wie in Bordeaux. Nach meiner Verkostung kann ich das durchaus in vielen Fällen bestätigen, obwohl es auch 2021 hochinteressante, oft sogar aufregendere und energiegeladenere Weine und oft sogar präzisere Weine gab. Für mich selbst war, von Einzelfällen abgesehen, 2021 und 2022 bei absolut verschiedenem Charakter eher auf gleicher Höhe, manchmal sogar mit leichtem Vorteil bei 2021. Wer z.B. 2022 bei so viel Feinheit zu viel neues Holz einsetzte oder die Weine zu lange im Holz ließ, konnte die Weine mit ihrer samtigen Seidigkeit auch mal zu »nett«, zu holzlastig und auch manchmal etwas belanglos ausfallen lassen. 2021 hatte klar mehr Druck und Wucht, um neues Holz wegzudrücken. Und wie in Bordeaux gilt auch in Spanien: Die besten Terroirs und alten Reben waren 2022 dramatisch im Vorteil und die Biodynamiker hatten »das Jahr der Jahre«.
/100
Parker über: Rosat
They produced a village rosé, the 2022 Gratallops Vi de Villa Rosat, the second vintage of this pale rosé produced with a blend of Garnacha, Cariñena and white Macabeu. The aim is to produce a gastronomical rosé, with complexity, not fruit driven and with some aging potential. It's not a shy wine at 14% alcohol, and it has a powerful palate with good balance. It went through full malolactic and matured in a 2,500-liter oak foudre for 16 months without being racked. Despite the pink color, the feeling is that it could be a white wine, especially the nose, which is full of aromatic herbs and flowers, hints of dry hay and straw and a spicy twist, with a notable absence of fruity aromas. It has a serious, medium-bodied and balanced palate, tasty, savory, almost salty, with a velvety texture. Curiously enough, the grapes come from the warmer vineyards they have, in Manyettes, a place where the grapes tend to be overripe. Christian insisted on harvesting the grapes when they are crunchy, ignoring the skins and focusing on the vitality of the grapes, when they have the energy for an elegant fermentation. In 2022, they harvested the grapes very early. 3,100 bottles produced. It was bottled in April 2024.
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Suckling über: Rosat
Such a lively rosado that inspires. Fine spices, orange peel, roasted white sesame seeds and a hint of marzipan. On the palate this is flavorful, intense and textured, with a subtle grip of tannins and spiciness extending to a lingering finish.
/100
Tim Atkin über: Rosat
Remarkable depth for a rosé wine; cranberry, raspberry and pomegranate fruits, with a wet stone character underpinning the ripe fruit and some delicate florals to be teased out. Far more substantial than your typical rosé wine. Very refreshing and with a touch of grip on the palate, too!
Clos Mogador
Clos Mogador – dieser Name ist heute untrennbar mit dem Priorat verbunden. Doch wer hätte gedacht, dass der Ursprung dieses großen Klassikers eigentlich an der Rhône in Frankreich lag? Die Geschichte der Familie des Weingutes ist so umfangreich wie spektakulär.