71 Prozent Cabernet Sauvignon, 23 Prozent Merlot, sechs Prozent Cabernet Franc. Der Alkoholgehalt liegt bei 14 Volumenprozent. Die Nase dieses schwarzrubinroten Weins wird eindeutig von der Merlot dominiert. Die Weinmacher sagten auch, dass die Merlot aus alten Reben die beste Merlot war, die es in ihrer Zeit überhaupt gab. Und das ist das lustige, dass die Merlot zumindest im ersten Angang die Nase dominiert. Der Wein riecht wie ein wunderschöner Pomerol. Ein L´Eglise Clinet. Wunderbare schwarze Kirschmassen, unterlegt mit ein bisschen Mango. Sehr schick, sehr fein. Feiner Eukalyptus und Minze darunter, etwas Estragon. Feinwürzig, satte Veilchen, aber nichts ist schwülstig. Eher eine feine Blütenspur, die sich durchzieht. Der Mund ist so unendlich fein. Und ich muss die heute Morgen getroffene Aussage, dass Montrose der Wein des Jahrgangs ist, zumindest relativieren. Montrose ist zusammen mit Pichon Comtesse der Wein des Jahres im Médoc. Dann kommt noch Smith Haut Lafitte in Pessac dazu und ein paar Weine aus Saint-Émilion und Pomerol. Was für ein großes Jahr! So unendlich fein und dennoch dieser enorme Zug. Extrem schick war 2018 auch schon, aber 2019 hat dieses Plus an Frische, an Würze und Griffigkeit. Und trotzdem bleibt es vorne ein superelegantes Schwarzkirschen-Elixier, mit sattem Salz- und Gesteinsgehalt dahinter. Druckvoll, aber immer fein bleibend. Einfach unendlich schick und trotzdem mit Kick an der Seite. Obwohl der Alkoholgehalt bei 14 liegt, hat er diese Frische und Kühle dabei. Ein ganz anderer Wein als Montrose heute Morgen. Montrose ist viel mehr auf der rotfruchtigen Seite, auch Cool Climate. Hier sind wir auf der Kirschseite, hier sind wir burgundisch, auch Cool Climate. 2019 ist hier wirklich ein großes Jahr, die zweite Benchmark für mich im Médoc. Da bin ich mal gespannt, was sich noch ergibt, in Saint-Julien bei Léoville Las Cases oder auch bei Château Margaux. Dies ist auf jeden Fall ganz großes Kino.