93 Prozent Cabernet Sauvignon und sieben Prozent Merlot. Der Alkoholgehalt liegt bei 13,5 Volumenprozent. Rauchige Nase nach satt viel Kirsche. Schwarzkirsche, ein bisschen rote Kirsche und Sauerkirsche – alle Schattierungen. Darunter dann ein bisschen Holzkohle, sehr viel Veilchen und Lakritze, das Ganze aber nicht süß, sondern eher erhaben und mit hoher Intensität. Im Mund viel Blaubeerschale, Brombeere und Cassis, dazu Chilischärfe, durchaus maskulin rüberkommend. Der Wein hat recht viel Bums und erstaunlich wenig Süße in der Mitte. Sehr klassischer Stil, das hätte ich in 2023 nie vermutet. Das ist ein Jahrgang mit dieser hohen Cabernet-Ausrichtung, wie ich sie das letzte Mal in 2010 gab. So erinnert mich der Wein auch mehr an 2010 als an das aktuelle Jahr mit diesem eingebauten Lecker-Gen. Das ist bei Mouton definitiv nicht der Fall. Das ist lang, intensiv und voll schwarzer Beerenfrucht, voll maskulinem Tannin. Ein ganz ungewöhnlicher Wein für diesen Jahrgang. Clerc Milon und Mouton sind beide sehr auf der klassischen Welle. Der Wein steht für Minuten. Mouton Rothschild ist durchaus eine Fortsetzung und Symbiose von 2010 und 2021 mit hoher Frische und massiver Mineralität. Einmal ein ganz anderer Wein in 2023. Sehr maskulin, leichter Bitterstoff. Die Frische ist da, die Struktur ist da, die Balance ist großartig, die Tanninstruktur ist massiv. Aber nochmal: Es ist nicht diese erotische, hedonistische Süße des Jahrgangs, sondern ein sehr klassischer, maskuliner Bordeaux. Ein Grand Vin im früheren Stil. Braucht Zeit. Groß, aber ganz anders.
Bordeaux 2023 aus Expertensicht über ein reifes und früh trinkbares Jahr mit elegantem, schmeichelndem und seidigem Tannin, hohem Genussfaktor und saftigem Trinkfluss: Stephane Derenoncourt, Önologe, Consultant am rechten und linken Ufer, Winzer, eine lebende Legende in Bordeaux: „Überall waren die Tannine reif und von hoher Qualität. Die Trauben zeigten die volle technologische und phenolische Reife. Die Weine dieses Jahrgangs sind insgesamt harmonisch und dynamisch.“ *** Thomas Duclos, führender Berater und Önologe des rechten Ufers: „Bei dem Jahrgang 2023 haben wir ständig Neues entdeckt. Es würde mich nicht überraschen, wenn sich in ein paar Jahren einige 2023er den 2022er Weinen als überlegen erweisen. Der Jahrgang 2023 ist sehr schmeichelhaft: Wir haben eine angenehme Weichheit im Abgang, ohne Schwere, elegante Texturen, überraschend seidig...“ *** Axel Marchal, führender Önologie-Professor der Universität Bordeaux: „Trotz der extremen Wetterbedingungen sind in dem Jahrgang 2023 Weine mit einem guten Gleichgewicht und schönen Säurenoten entstanden. Die Weine sind sehr angenehm, zwar nicht von immenser Konzentration, aber köstlich, rund und fruchtig.“*** Michel Rolland, Önologe und Weingutsberater und ein Bordeaux Urgestein: “The aromatic potential was good, with excellent aromatic intensity and ripe fruit flavours. 2023 is a vintage without excess and opulence. Enjoyable, delicious and easy-to-drink!!