Der 2023er Lynch Bages besteht aus 71 Prozent Cabernet Sauvignon, 24 Prozent Merlot, drei Prozent Cabernet Franc und zwei Prozent Petit Verdot. 13,7 Volumenprozent Alkohol. Der pH-Wert liegt bei 3,75. Schwarz mit blau-rubinroten Reflexen. Sehr dichte Lakritznase mit getrockneten Blaubeerschalen und etwas Moschus. Feine Süße ausstrahlend. Satte Bitterschokolade, Minze und Eukalyptus. Das ist schon eine sehr dichte, sehr intensive Nase, die zugleich sehr fein ist. Das Tannin ist schon in der Nase geschliffen, poliert und samtig. Ein super fokussierter Wein mit klarer Definition. Im Mund wieder die Lakritze vorne, dann kommen schiebende schwarze Kirsche, Brombeere und Maulbeere, auch schwarze Heilerde. Das Tannin ist extrem samtig, aber satt. Das Ganze bleibt ganz fein. Etwas geflämmtes Holz, dann übernimmt schwarze Kirsche das Kommando und lässt ein bisschen Sauerkirsche und einen Hauch gelbe Frucht durch. Auch im Mund ein Supergeradeauslauf, fokussiert und sauber definiert. Dieser Lynch Bages ist wie aus einem Pauillac-Baukasten. Alles ist da wo es sein soll. Der Wein ist nicht mehr so maskulin wie er das früher war. Auch nicht feminin, sondern einfach nur für sich stehend und geradeauslaufend mit dieser extrem guten Fokussierung und Definition. Tolle Spannung und Vibration, ohne deswegen auf irgendeine Seite auszuschlagen. Es bleibt der Baukasten eines archetypischen Pauillac. Nicht so aufregend mit Power wie Pichon Lalande, nicht so klassisch und rassig massiv wie Mouton und auch nicht so filigran abgehoben wie Lafite. Eine völlig andere Art, aber auf dem gleichen Level wie Pontet-Canet. Wenn wir hier in schwarzer Frucht, Struktur und Baukasten-Definition sind, ist Pontet-Canet viel multikomplexer und nach links und rechts ausschlagend. Das tut Lynch Bages alles nicht, muss er aber auch nicht. Der Wein ist extrem focussiert, definiert und stimmig, archetypisch und nah an der Perfektion! *** Château Lynch Bages liegt auf dem Bages-Plateau oberhalb des Örtchens Pauillac und der Gironde. Massives Investment in Weinberg und einen total neuen Keller. State oft the Art in jeder Beziehung, hier will und kann man ganz nach oben. Qualitativ zusammen mit Pontet Canet sicher ein 2ème Cru. Seit Generationen im Besitz der Familie Cazes, deren aktueller Spross Jean Charles Cazes der sehr ambitionierte Regisseur des Musterweinguts ist.
Bordeaux 2023 aus Expertensicht über ein reifes und früh trinkbares Jahr mit elegantem, schmeichelndem und seidigem Tannin, hohem Genussfaktor und saftigem Trinkfluss: Stephane Derenoncourt, Önologe, Consultant am rechten und linken Ufer, Winzer, eine lebende Legende in Bordeaux: „Überall waren die Tannine reif und von hoher Qualität. Die Trauben zeigten die volle technologische und phenolische Reife. Die Weine dieses Jahrgangs sind insgesamt harmonisch und dynamisch.“ *** Thomas Duclos, führender Berater und Önologe des rechten Ufers: „Bei dem Jahrgang 2023 haben wir ständig Neues entdeckt. Es würde mich nicht überraschen, wenn sich in ein paar Jahren einige 2023er den 2022er Weinen als überlegen erweisen. Der Jahrgang 2023 ist sehr schmeichelhaft: Wir haben eine angenehme Weichheit im Abgang, ohne Schwere, elegante Texturen, überraschend seidig...“ *** Axel Marchal, führender Önologie-Professor der Universität Bordeaux: „Trotz der extremen Wetterbedingungen sind in dem Jahrgang 2023 Weine mit einem guten Gleichgewicht und schönen Säurenoten entstanden. Die Weine sind sehr angenehm, zwar nicht von immenser Konzentration, aber köstlich, rund und fruchtig.“*** Michel Rolland, Önologe und Weingutsberater und ein Bordeaux Urgestein: “The aromatic potential was good, with excellent aromatic intensity and ripe fruit flavours. 2023 is a vintage without excess and opulence. Enjoyable, delicious and easy-to-drink!!