Lobenberg: Das Château des Tourettes ist ein wunderschönes, provencalisches Anwesen, das der Großmeister des Mâconnais, J-M Guffens, im Jahr 1997 erworben und zwischenzeitlich zu einem Spitzenweingut des Luberon ausgebaut hat. Die Top-Range von Tourettes ist nach Guffens Großvater Tinus benannt. Das malerische Château des Tourettes liegt nahe des Städtchens Apt, also unweit der Alpillen, wo ebenfalls Domaine de Trevallon und Co. die Güte dieses so speziellen Kalksteinriffs beweisen. Die Reben wurden alle Ende der 1990er Jahre von J-M Guffens selbst gepflanzt. Der Großteil der Weinberge von Chateau des Tourettes ist nördlich ausgerichtet und liegt auf fast 500 Metern Höhe – ein extrem spannendes Terroir, das ihn von Anfang an gereizt hat, denn es ist eben einen Ticken kühler als üblich in dieser Ecke. Vor allem die Nächte können hier sehr frisch werden. Die Reben stehen auf einem purem Kalksteinfelsen. Alles sind Selection Massale von befreundeten Top-Winzern. Grenache vergoren und ausgebaut im Beton, der Cabernet lag in sehr hochwertigen, kleinen Holzfässern aus dem Burgund. 2013 war im Süden ein nicht ganz so kühles Jahr wie etwa im Burgund, aber dennoch mit stabiler Säurefrische für die Provence. In der Nase die warme Würze des Südens mit Garrigues und schwarzem Tee, dann angeflämmtem Lavendel und Thymianzweigen, rote Pflaume und Holzkohle darunter. Dieser 2013er wurde von JM Guffens erst Mitte 2025 released, weil er ihn erst dann für perfekt für trinkreif erachtet. Und wenn man diesen unglaublich jungen Wein im Mund hat, weiß man sofort, wieso er so lange gewartet hat. Immer noch jugendlich strukturiert mit rotem Pfeffer und feinen grünen Kräuternoten unter den Tanninen. Das ist sehr, sehr beeindruckend und steht wunderbar satt im Glas. Im Grunde ein großer Wein des Südens, der an Bandol erinnert, in seiner extremen Kalksteinauslegung und straffen Tanninspur, aber dann doch mit dem Einschlag dieses Burgunder-Genies Guffens. Toller Stoff und jetzt auf den Punkt. Der Kultwinzer von Mâcon kann es auch in Rot!