Das Château des Tourettes ist ein wunderschönes, provencalisches Anwesen, das J-M Guffens vor Jahrzehnten erworben und zwischenzeitlich zu einem Spitzenweingut des Luberon ausgebaut hat. Die Reben wurden alle Ende der 1990er Jahre von J-M Guffens selbst gepflanzt. Der Großteil der Weinberge von Chateau des Tourettes ist nördlich ausgerichtet und liegt auf fast 500 Metern Höhe. Die Nächte hier sind sehr kühl, vor allem gegen Ende des Sommers. Die Reben stehen auf purem Kalksteinfels. Alles sind Selection Massale von befreundeten Top-Domaines. Die Solera – also ein fortlaufender Jahrgangsblend, dem immer der neuste Jahrgang hinzugefügt wird – hat Guffens 2017 begonnen, in diesem Fall nun bis 2024. Alle Jahre sind anteilig enthalten. Ein Teil wird dann jedes Jahr abgefüllt, somit nun die Cuvée 17-24. Der Wein trägt den Beinamen Raisins Rôties, also geröstete Trauben, was auch einen Hinweis auf die Stilistik gibt. Es sind vollreife bis überreife, am Stock leicht angetrocknete Trauben, die Guffens nicht für seine Lagenweine verwendet, sondern separat für die Solera selektiert. Ein sehr dichter, intensiver und doch eleganter Wein mit feiner Exotik von Cantaloup-Melone, Papaya und Mirabelle, darüber gelbe Blüten, Rosmarinzweige und Lavendel. Man wird direkt in die Provence getragen. Schön cremiger Nachhall mit dichtem Schmelz, die Exotik rollt nochmal durch, dann etwas Salzigkeit vom Kalkstein, die die Lippen belegt. Guffens ist ein Meister der ausgefallenen Weine. Oft ein bisschen schräg, aber immer genial.