In 2021 gibt es von diesem Wein nur 15.000 Flaschen, also nochmal 5.000 weniger als 2020. Die Assemblage besteht aus 73 Prozent Merlot und 27 Prozent Cabernet Franc. Die Nase ist vibrierend dicht. Unglaublich viel Schub. Das ähnelt – was kein Wunder ist – dem Nachbar Ausone. Wir haben fast das gleiche großartige Kalkstein-Terroir. Eine wunderbar schiebende und vibrierende Kirschnase. Sauerkirsche, süße Kirsche und schwarze Kirsche, dahinter ganz feine helle Lakritze, etwas Eukalyptus und Minze. Unglaublich viel Schub, aber samtig rüberkommend. Auch ein bisschen Sanddorn. Was Beausejour Duffau von Ausone unterscheidet, ist das noch etwas zartere Mundgefühl, die zartere Haptik. Der Wein hat noch etwas mehr Frische, eine höhere Säure. Wow, da rollt sich die Zunge! Das vibriert so sehr. Was für ein genialer Stoff mit dieser Kombination aus Sauerkirsche und süßer Kirsche! Floral, blumig im Mund und unendlich lang. Superber Stoff und eines der absoluten Highlights in Saint-Émilion. *** ,,Beausejour Duffau umfasst nur 6,8 Hektar Weinberge. Es wird biologisch gearbeitet. Das Weingut ist einer meiner erklärten Lieblinge in Saint-Émilion. Es liegt oben auf dem Plateau auf reinem Kalkstein mit leichter Lehmauflage. Großes Terroir. Beausejour Duffau ist umgeben von der Crème de la Crème in Saint-Émilion: Zur einen Seite liegen Ausone und Canon, Richtung Süden Angélus, nicht weit nach Westen und Osten dann Coutet und Beau-Séjour Bécot. Alles was Rang und Namen hat liegt dort oben. *** ,,Wie in den meisten Regionen Europas lautet der Tenor auch in Bordeaux »2021 - zurück zur Klassik!«. Nach mehreren warmen Jahren in Folge kommt 2021 hier mit genialer kühler Eleganz und niedrigen Alkoholwerten um die Ecke. Sehr schick, fein, dabei aber auch so spannungsgeladen – ein absolutes Traumjahr für Finesse-Trinker. Die Weine zeigen viel aromatischen Fruchtdruck bei wirklich reifer Tanninstruktur durch die längere Vegetationsperiode. Ein großes Aufatmen unter allen Winzern, denn das Ergebnis ist quasi die Entschädigung für die harte Arbeit im Weinberg, die die Natur von Anfang bis Ende des Jahres von allen Beteiligten abverlangt hat. Hohe Niederschläge zu Beginn des Jahres, was gleichzeitig aber auch ein Segen für die trockenen Böden war. Dann nochmal ein Temperaturtief im April, schon nach dem Austrieb. Das Bordelais hat es aber nicht ganz so hart getroffen, die Frostschäden waren hier im Mittel nicht so verheerend wie in anderen Teilen Frankreichs, deshalb sind die Erträge insgesamt doch noch zufriedenstellend. Der Merlot ist außerordentlich edel, mit bemerkenswert konzentrierter Frucht, während der Cabernet unglaublich intensiv und frisch ist, was dem Jahrgang große Eleganz verleiht. Vielleicht in einer Reihe mit 2008, 2012 und 2014 mit seinen jung schon so verführerisch zugänglichen Weinen, die aber auch noch eine lange Zukunft vor sich haben.