Der Lungocosta Blend besteht aus 70 Prozent Vermentino und 30 Prozent Sauvignon Blanc. Die weißen Rebflächen von Caccia al Piano umrahmen die von Ornellaia. Hier haben wir sandige Böden auf reinem Kalk- und Tuffstein. Bei Caccia al Piano wird auf perfekte Traubenreife Wert gelegt, deshalb werden bis zu drei Lese Durchgänge gemacht, um nur die Trauben in ihrem idealen Zustand einzubringen. Natürlich wird alles von Hand gelesen. Der Wein wird insgesamt 12 Monate lang ausgebaut. Die ersten 6 Monate lang reifen der Vermentino und der Sauvignon Blanc separat. Jeweils 75 Prozent jeder Rebsorte geht in eine Mischung aus verschiedenen Holzfässern. Zum Teil sind das ungetoastete Barriques, zum Teil 500 Liter fassende Tonneaux sowie zwei große, 10 HL fassende Garbelotto Fässer. 25 Prozent jeder Rebsorte werden in Keramik Eiern ausgebaut. Nach sechs Monaten wird eine strenge Selektion der Fässer durchgeführt und der Blend der Rebsorten finalisiert, dann geht der Wein weitere sechs Monate lang in dieselben Fässer zurück, bevor er abgefüllt wird. Der Lungocosta steht in zartem Zitronengelb mit einem Hauch Silber im Glas. Die Nase ist beinahe schwebend zart und offenbart eine schöne Vielschichtigkeit und Finesse. Reife Williamsbirnen, gelbe Äpfel und Marillen mit einem zarten Hauch Vanille, Tonkabohne und cremigem Brioche. Der Holzausbau ist hier schon perfekt integriert. Dazu kommen duftende Kräuter, Zitronenmelisse und Zitronengras. Im Mund kommt die Spannung des Sauvignon Blanc zum tragen. Agrumen, Zitronentarte, ein Hauch Limettenabrieb, weißer Pfirsich, Passionsfrucht. Erfrischend und mit geradeauslaufender Säure. Erst im Nachhall kommt wieder diese zarte süße Würze hervor. Salzstein, Kiwi und Granny Smith Apfel. Dieses Jahr konnte das Weingut mit diesem Wein erneut einen beeindruckenden Schritt nach oben machen – sowohl in Komplexität als auch in Intensität. Ein eleganter Weißwein aus der Toskana mit Finesse und Tiefe, der mit etwas Flaschenreife noch an cremiger Öligkeit und Fett zulegen wird. Ein Spaß bringender und auch interessanter Vergleich wäre es, diesen Wein neben einem weißen Burgunder zu trinken. Das ist schon phänomenal spannend, was das Team von Caccia al Piano hier macht. Es wurden 15.000 Flaschen abgefüllt.
Der Jahrgang 2023 stellte sich in Bolgheri zum Teil als echte Herausforderung dar. Der Winter 2022/ 2023 war relativ mild mit leicht überdurchschnittlichen Temperaturen und Niederschlägen. Dadurch trieben die Reben im ebenfalls regenreichen Frühjahr frühzeitig aus. Während des Frühlings wurden zum einen die Wasserreserven der Weinberge aufgefüllt, aber zum anderen bedeutete die Feuchtigkeit auch, dass viel präzise Handarbeit und Pflege der Reben, wie beispielsweise Entblättern, nötig war. Der Sommer war mit regelmäßigen Temperaturen um die 35°C relativ heiß, jedoch gab es keine Hitze-Spitzen. Kombiniert mit den großzügigen Wasserreserven des Frühlings, konnten die Trauben daher langsam und gleichmäßig reifen und eine hervorragende geschmackliche Konzentration erreichen. Ende August sorgten Regenfälle gemeinsam mit den kühlen Nächten im September zu einer bemerkenswerten aromatischen Komplexität, zudem wurde die ausgleichende Säure der Trauben bewahrt, welche die Harmonie bei phenolischer Reife bewahrte. Das Resultat ist ein früher zugänglicher, opulenter Bolgheri-Jahrgang mit wunderbarer, tiefer Konzentration, harmonischer Frische und schöner Eleganz. Die besten Weine haben zugleich durchaus ein bedeutendes Reifepotenzial.