Bodegas Guimaro - Pedro Rodriguez Perez: Finca Meixeman 2022

Bodegas Guimaro - Pedro Rodriguez Perez: Finca Meixeman 2022

Mencia 70%, Caino Tinto, Diverse, Garnacha, Merenzao, Souson
rot, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2027–2042
fruchtbetont
pikant & würzig
strukturiert
Lobenberg: 97/100
Parker: 95/100
Suckling: 97/100
Galloni: 94–96/100
Spanien, Galicien, Ribeira Sacra
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Finca Meixeman 2022

97
/100

Finca Meixeman stammt aus dem ältesten Weinberg des Gutes. Überwiegend Mencia. Im geschlossenen Tank für 50 Tage vergoren mit 55% Rappenanteil. Der Wein verbleibt für ein halbes Jahr in 5000 Liter Fässern und wird dann nochmals 9 Monate in kleinere Fässern - Barriques und 500 Liter - transferiert für die Malo und den weiteren Ausbau. Die Nase hat einen reichen Fruchtkern, der gewissermaßen opulent, dicht und tief wirkt, ohne jemals schwer oder üppig zu sein. Ein enorm kraftvoll auftretendes Mittelgewicht, filigran gezeichnet, mit grandioser Definition und Feinschliff. Der Duft erinnert durchaus etwas an den großer Burgunder, feine Kirschfrucht, Schlehe, reife Johannisbeere, luftig und feingliedrig, dabei intensiv und einnehmend. Leichte Gewürznoten vom Holz kommen durch, Vanilleschote, Tropenholz, Tabak, auch Blutorange, Orangenschale, etwas Eisen in der dunklen Mineralik. Alles wirkt wie aus einem Guss und ist dennoch hochkomplex und vielschichtig. Im Mund die reinste Verführung, hedonistische Seidigkeit in der Frucht und den Tanninen, viel Herzkirsche, Sanddorn und Schlehe, fast etwas Vosne Romanée Reminiszenz, feine Extraktsüße, die lange nachklingt. Auch Johannisbeere und Granatapfel, aber alles total reif, seidig und fein. Es gibt hier nichts Üppiges, nichts Rustikales. Alles bleibt schwebend und anmutig und ist doch so reich und satt im Mund. Der pure Hedonismus in dieser fruchtopulenten Feinheit. Ein großer Botschafter für die Ribera Sacra, der zeigt welche wunderschönen Weine hier möglich sind. Ewig lang und berauschend und fast dramatisch pikant.

Jahrgangsbericht

Da ich als zuständiger Weinscout inzwischen einen Teil meiner Jahreszeit in Spanien verbringe, bin ich über Wetter und Klima vor Ort permanent gut im Bilde. Trockenheit, Hitze, wenige guten Regenfälle vor allem in den ersten 4 Monaten. Weil es im Winter wie auch im März April satt Regen gab, war die Basis für den trockenen Sommer perfekt. Und Wärme gab es auch zum Austrieb und auch zur Blüte, sich wie ein roter Faden bis zur Ernte ziehend. Dazu erstaunlich kühle Nächte im Mai, Juni, Juli und August, aber ein eher warmer trockener Spätsommer und Herbst. Die Story der großen Trockenheit wurde mir von jedem Winzer immer wieder erzählt. Und diese Story ist oft baugleich zu Bordeaux, das ja oft die gleiche Wetter- und Klimageschichte wie alle mittleren und östlichen Nordregionen Spaniens über das Jahr hat. Selbst die atlantischen frühen September-Unwetter und Regenmengen in Bordeaux und der Rioja bleiben seit dem Klimawandel oft aus, fast immer kann jetzt im September und Oktober in Ruhe bis zum optimalen Erntezeitpunkt gewartet werden. Die Ernte wurde nach etwas glücklichem kleinen Regen im Juli und August somit teilweise über 6-8 Wochen gestreckt. Die absolute Besonderheit in 2022 war aber auch in Spanien der kontinuierliche Verlauf der Trockenheit und Hitze und die relativ kühlen Nächte über das sommerliche Weinjahr. Die Reben waren 2022 perfekt assimiliert an das Klima. Trotz der Hitze war nichts gekocht, die Laubarbeit und Bodenbearbeitung der Winzer war dem Klima über die Jahre perfekt angepasst, eine perfekte Anpassung der Reben fand statt, war ganz anders als im von plötzlichen Hitzewellen dominierten Schock-Jahr 2003 mit schlecht präparierten Winzern und Weinbergen. Und auch 2022 gibt es, wider Erwarten von uns Laien, trotz oft hoher Alkoholgradationen eine erstaunliche Frische in den Weinen. Tiefe PH-Werte sind die Regel, die Biodynamiker sprechen von den tiefsten je gemessenen Werten. In Zusammenhang mit oft hohen Tanninlevel, hoher Reife, satter samtig seidiger Frucht, hohem Alkohol und zugleich famoser Säure, sprechen viele Winzer vom besten Jahr ihrer Geschichte (Oxer, Artadi und Cuentavinas), und das von der Rioja bis Ribera, vom Priorat bis Bierzo. ALLE Regler nach rechts! Und es gibt 2022 eine grandiose Harmonie und Balance und sensationelle Finesse und Feinheit. Wie in Bordeaux. Nach meiner Verkostung kann ich das durchaus in vielen Fällen bestätigen, obwohl es auch 2021 hochinteressante, oft sogar aufregendere und energiegeladenere Weine und oft sogar präzisere Weine gab. Für mich selbst war, von Einzelfällen abgesehen, 2021 und 2022 bei absolut verschiedenem Charakter eher auf gleicher Höhe, manchmal sogar mit leichtem Vorteil bei 2021. Wer z.B. 2022 bei so viel Feinheit zu viel neues Holz einsetzte oder die Weine zu lange im Holz ließ, konnte die Weine mit ihrer samtigen Seidigkeit auch mal zu »nett«, zu holzlastig und auch manchmal etwas belanglos ausfallen lassen. 2021 hatte klar mehr Druck und Wucht, um neues Holz wegzudrücken. Und wie in Bordeaux gilt auch in Spanien: Die besten Terroirs und alten Reben waren 2022 dramatisch im Vorteil und die Biodynamiker hatten »das Jahr der Jahre«.

95
/100

Parker über: Finca Meixeman

The nose and profile of the 2022 Finca Meixemán is a little darker than those from Capeliños and Pombeiras. It also has slightly higher ripeness and alcohol (13.5%) and feels a little earthy, with abundant, slightly dusty tannins that called for food. 2022 was not as warm and dry here as in other regions in Spain. It fermented with 55% full clusters and matured in used 225- and 500-liter barrels for one year. Production fluctuates between 6,000 and 8,000 bottles. It was bottled in July 2024.,,

97
/100

Suckling über: Finca Meixeman

This has crazy aromas reminiscent earth with red berries, a floral element and dried herbs. The medium- to full-bodied palate has firm yet polished tannins and a juicy, succulent, energetic profile that finishes expansively and beautifully. A perfect combination. Best ever from this single vineyard. This comes from an old 2.5-hectare vineyard planted on schist soils. Drink or hold.,

94–96
/100

Galloni über: Finca Meixeman

The 2022 Guímaro Meixemán, a blend of 70% Mencía with other varieties from the Meixemán parcel in Amandi, was fermented with 50% whole clusters and aged for one year in barrels and casks. The 2022 offers ripe red and black fruit aromas, with hints of stems and white pepper. The palate is mature, with cherry flavors and energetic structure, delivering a compact, flavorful and long finish.,,,

Mein Winzer

Bodegas Guimaro – Pedro Rodriguez Perez

Es ist noch gar nicht so lange her, da war die Ribera Sacra - heute eine der spannendsten Regionen Spaniens - ein Sumpf für belanglose Massenweine. Eigentlich unvorstellbar, ob der Qualität der Weinberge und der irren Arbeitsintensität, die hier nötig ist. Denn in den extrem steilen, steinigen...

Finca Meixeman 2022