Thienot ist eine 1985 von Alain Thienot gegründete Familienmanufaktur mit Sitz in Reims. Der Besitz an eigenen Weinbergen umfasst unter anderem herausragende Lagen an der Côte des Blancs, darunter auch die winzige Top-Einzellage Vigne aux Gamins in Avize, die das Haus berühmt gemacht hat. Es ist ein überraschend straffer und rassiger Stil, den Thienot auf die Zunge bringt. Die Basis von Thienot hat uns bei der Probe positiv überrascht, absolut auf einem Niveau wie JF Clouet, der sehr gut mit Stanislas Thienot befreundet ist. Allerdings ist Thienot im Stil chardonnay-lastiger und damit auch knackiger und nicht so opulent wie Clouet. Der Grundwein basiert überwiegend auf Jahrgang 2020 inklusive rund 50 Prozent Reserveweine. Der Blend besteht hälftig aus Chardonnay und 40 Prozent Pinot Noir mit 10 Prozent Meunier. Der Brut reift rund vier Jahre in den Kellern von Thienot in der Rue des Moissons in Reims. Die Dosage liegt bei niedrigen 4 Gramm/l. Ein sehr feiner, geschliffener Duft von süßen, weißen Blüten, heller Zitrusfrucht, etwas Buttercreme und Meringue, alles schön zart und verspielt, schlank und athletisch schon im Duft. Der Mund setzt das mit seinem sehr eleganten Antritt ebenso fort, rassig und wunderbar frisch durch die niedrige Dosage. Im Nachhall kommt noch etwas Kirsche mit Kirschblüte und auch blanchierte Mandeln und etwas Marzipan. Das Ganze spürbar trocken, fokussiert, blumig, verspielt. Das ist ein grandioses Niveau für den Einstieg, für unter 50€ ist das erstaunlich gut. Vom Macher des großen Vigne aux Gamins habe ich das schon gewissermaßen erwartet, aber dass er so gut und fokussiert ist… Chapeau!