Ähnliches Terroir wie an der Côte de Blancs, jedoch befreit von teuren Crus und großen Namen.

Inhalte werden geladen - Weinglas Animation

Im Überblick

Côte des Sézanne

An der Küste der Côte des Sézanne

Die Côte de Sézanne, benannt nach der gleichnamigen Stadt Sézanne, ist eine der fünf Subregionen der Champagne. Neben der Côte de Blancs, der Côte de Bar, dem Vallée de la Marne und Montagne de Reims ist die Côte de Sézanne mit ihren knapp 1500 Hektar Rebfläche die Kleinste aller Subregionen und stellt damit weniger als ein Zehntel der gesamten Rebfläche der Champagne. Wir befinden uns hier in einem hügeligen Streifen, der sich 30 Kilometer durch die südwestliche Champagne zieht, einige Kilometer abseits der restlichen, nördlicheren Subregionen. In der Côte de Sézanne existieren weder Premier- noch Grand Crus, weshalb die Region oft unter dem Radar fliegt und unter Liebhabern einen gewissen »Hidden Gem« Status innehat.

Wie fast überall in der Champagne, dominieren auch in der Côte de Sézanne der Kalk und die Kreide im Boden. Die Region ist in gewisser Weise eine geologische Fortsetzung der legendären Côte de Blancs mit ihren kreideweissen Kalkböden. Als Besonderheit finden wir hier, um Sézanne herum, Lehm- und Mergelauflagen über dem Kalk, die den Schaumweinen einen eigenen Charakter verleihen. Grundsätzlich gilt, dass die Kreide im Boden als herausragender Wasserspeicher fungiert und die Reben somit auch in trockenen Sommern mit Wasser versorgt. Um Sézanne herum liegen Weinberge meistens auf Süd- und Südosthängen, was für optimale Sonneneinstrahlung sorgt, die sich in der vollen Reife der Trauben zeigt. Vor allem in eher kühlen Regionen, wie eben der Champagne, ist die Ausrichtung der Hänge überlebenswichtig, um vollreife Trauben zu lesen.

Das Klima in der Champagne ist klassisch kühl mit ozeanischen, sowie kontinentalen Einflüssen. 10 Grad Durchschnittstemperatur erleben wir hier, weshalb vor allem Frost im Frühjahr ein großes Risiko für die Winzer der Côte de Sézanne darstellt. Hanglangen können zwar durch den Effekt des Kaltluftabflusses die Ausfälle minimieren, jedoch gibt es immer wieder verheerende Jahre mit großen Ernteausfällen.

An der Küste der Cote des Sezanne

Rebsorten-Technisch ähnelt die Côte de Sézanne sehr der Côte de Blancs. Knapp 77% sind hier mit Chardonnay bestockt, 18% mit Pinot Noir und nur etwa 5% mit Pinot Meunier. Im Vergleich zu den anderen Subregionen gilt die Côte de Sézanne ein bisschen wie der »Wilde Westen« der Champagne. Traditionell wurden hier zwar Trauben an die großen Häuser und Négociants geliefert, jedoch ändert sich das, seitdem die Region offiziell in den 1970ern gegründet wurde. Mittlerweile prägen viele kleine, engagierte Winzer-Champagner-Produzenten mit etwas »wilderen« und experimentierfreudigen Stilen die Region. Dazu gehört unter anderem das Experimentieren mit Spontanfermentation, Ausbau in Barriques, oder fruchtigeren Stilen. Durch die Befreiung aus dem Cru System fühlen sich die Jungwinzer hier weniger an Regeln gebunden und die Resultate aus diesen Experimenten sprechen seit Jahren für sich!

Ein Beispiel für diesen wunderbaren Stil ist das »Boutique-Cooperative«: »Le Brun de Neuville«. Hier haben sich kleine Winzer zusammengeschlossen, um das Beste aus dem Terroir der Côte de Sézanne herauszuholen. Entstanden ist daraus ein Produzent mit Preis-Genuss-Verhältnis der Extraklasse! Der Stil des Champagners ist hier durch die Bank weg, eher zart und mineralisch, mit floralen Noten und Zitrusaromen. Der körperreiche und fruchtige Pinot Noir ergänzt den Chardonnay bei manchen Champagnern und kreiert hier wunderbare Cuvées. Etwas kleiner, aber dafür nicht weniger qualitativ geht es bei »M.Marcoult« vorsich. Das junge Paar aus Barbonne-Fayel produziert hier Chardonnay fokussierte Champagner, die organisch, händisch und mit viel klugen Köpfchen gemacht werden. Alle Reben der Domaine sind eigene, selbstgepflanzte Selection Massale und sämtliche Champagner stammen zu 100 Prozent von den eigenen Reben – klassischer Winzer-Champagner also. Preiswertere und bessere Champagner als bei Marcoult mit einem solch handwerklichen Ausbau sind rar gesät – oder besser gesagt kaum noch zu finden! Was dieses junge Paar auf die Beine stellt, ist die Seele der Winzerchampagne: klein, fein, preiswert und mit einem Anspruch an Details, den große Häuser kaum leisten können.