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Im Portrait

Weingut Andres

Die Grundlage dafür haben schon ihr Vater und Großvater gelegt, der den Betrieb ursprünglich, wie so viele, noch als gemischte Landwirtschaft aufgebaut hatte. Erst später entwickelte sich daraus ein reines Weingut. Mit der Übernahme durch die beiden Brüder kam spürbar mehr Fokus auf Qualität und Herkunft in den Betrieb. Beide haben Weinbau studiert und Erfahrungen in anderen Weingütern gesammelt, bevor sie nach Deidesheim zurückgekehrt sind. Seitdem arbeiten sie konsequent daran, das Potenzial ihrer Lagen besser auszuschöpfen und produzieren geradlinige, charakterstarke Weine. Das alles ganz ohne große Show, aber eben mit viel Konsequenz.

Der wichtigste Ort dafür ist natürlich der Weinberg. Man kann es zwar nicht mehr hören oder lesen, aber es stimmt einfach: Großer Wein entsteht im Weinberg. Hier arbeiten die Andres Brüder zertifiziert biologisch, ergänzt durch einige biodynamische Grundsätze. Essenziell sind gesunde Böden, viel Handarbeit und möglichst wenig Eingriffe. Statt die Reben zu „steuern“, beobachten sie lieber genau, was im Weinberg passiert. Das Ziel ist ein lebendiger Boden und Trauben, die ihre Herkunft möglichst klar widerspiegeln.

Der Winzer in den Weinbergen

Rund um Deidesheim prägt vor allem Buntsandstein die Böden, ergänzt durch Löss, Kalkmergel und andere Formationen entlang der Haardt. Wie auch bei anderen Betrieben in der Mittelhaardt sorgen diese unterschiedlichen Böden für eine enorm hohe Diversität in Sachen Weinstil. Schon ohne grundlegende Unterschiede im Ausbau, können die Weine hier mal eher straff und mineralisch, mal etwas runder und kraftvoller ausfallen – allein aufgrund des Terroirs. Auch bei Andres ist der Riesling natürlich die Leitresborte, wobei in den letzten Jahren ein vermehrter Fokus auf Burgundersorten hinzukam. Insbesondere die Chardonnays haben in kürzester Zeit enorme Qualitätssprünge gemacht und zeigen sich heute auf absolutem Spitzenniveau.

Weinkeller

Diese Haltung setzt sich auch im Keller fort. Die Weine werden überwiegend mit natürlichen Hefen vergoren und bekommen immer genug Zeit, sich zu entwickeln. Holzfässer spielen dabei ebenso eine Rolle wie Edelstahl. Wichtig ist den beiden vor allem, das Traubenmaterial möglichst unverfälscht in die Flasche zu bringen – also wenig Technik, wenig Eingriffe, dafür Geduld und Gefühl für den richtigen Zeitpunkt. Das Ergebnis sind Weine mit klarer Handschrift. Sie wirken präzise und lebendig, mit grandioser Spannung zwischen Frucht, Frische und mineralischer Struktur. Besonders die Rieslinge zeigen gut, was die Böden rund um Deidesheim leisten können: Druck, Tiefe und trotzdem immer eine gewisse Leichtigkeit.

Das Weingut Andres gehört damit zu jener Pfälzer »New Wave«, die ihre Region neu interpretieren – nicht durch radikale Experimente, sondern durch konsequente Arbeit im Weinberg und einen sehr klaren Stil im Keller. Die Weine bleiben dabei immer zugänglich und trinkfreudig, aber seriös und mit viel Potenzial.