Durch die Übernahme eines Weingutes erlangte August Kesseler Lagenbesitz in Gemeinden im mittleren Rheingau. Zu zwei Dritteln Erbach, Hattenheim (Wisselbrunnen) und einem Drittel aus Rüdesheim und Lorch (Schlossberg, Seeligmacher). Die Schieferböden aus Rüdesheim und Lorch sind quasi das Salz in der Suppe, geben eine feine Mineralunterlegung und zitrische Frische. Der Schiefer bringt auch nochmal ein bisschen mehr Säure. Überwiegend wachsen die Trauben in Ersten und Großen Lagen, das ist also ein Hammer für diesen Preis. Dafür bringen Erbach und Hattenheim die große Frucht, sehr dichter, süßer Pfirsich, weiß und gelb, Litschi und grüner Apel. Der Mund ist saftig und feinfruchtig, hat auch reife Limette und eine animierende Würze und etwas Stein im Nachhall. Geniale Mischung aus druckvoller gelber Frucht des mittleren Rheingaus und dem stahligen Ausdruck der kühleren Lorcher Weinberge in typischer Rheingau-Manier. Das ist ein Rheingau-Riesling wie aus dem Bilderbuch, saftig und athletisch, der schon einen gewissen Ansatz zur Klasse hat. Eben herausragendes Lagen-Material, Handlese, kleine Gebinde, das spürt man dann schon.