Galicien Gaba do Xil O Barreiro Godello 2022

Ladeiras Do Xil – Telmo Rodriguez: Galicien Gaba do Xil O Barreiro Godello 2022

Zum Winzer

92–93+
100
2
Godello 100%
5
weiß, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2023–2028
Verpackt in: 12er
9
voll & rund
exotisch & aromatisch
3
Lobenberg: 92–93+/100
Parker: 91+/100
Suckling: 91/100
Penin: 91/100
6
Spanien, Valdeorras
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Galicien Gaba do Xil O Barreiro Godello 2022

92–93+
/100

Lobenberg: Seit 2021 heißt der Wein »O Barreiro«, weil er nun nur noch aus eigenen Weinbergen stammt. Insgesamt sind es 16 Hektar Fläche mit 95 Prozent Godello. Die Vergärung und der achtmonatige Ausbau auf der Feinhefe finden komplett im Stahltank statt. Sehr feine weißblütige Nase, typisch Godello. Schöne Süße aus Jasmin-Blüten und Flieder – total spielerisch. Dann weißer Pfeffer und eine leichte Chilischärfe, daneben Salz und Kreide. Ein klein wenig an Marsanne erinnernd oder an Chenin Blanc. So ist Godello – wunderbar fein! Hinter den Blüten kommen auch leichtes Zitronengras, Limette und rötliche Kumquat. Der Mund zeigt eine erstaunliche Intensität. Schöne weißpfeffrige Chilischärfe läuft über die Zunge, Salz an den Rändern. Gute Länge, aber mit extrem viel Charme. Der Wein wäre mit einer Holzspur sicherlich überfahren worden, deswegen ist der Ausbau im Stahl schon ziemlich perfekt. Und die Evolution vom Gaba do Xil zum O Barreiro aus eigenen Reben ist deutlich spürbar. Der Wein ist intensiver, dichter und länger. Unglaublich geschmackvoll! Der Mund kommt mit Nashi-Birne, weißer Williams Birne, Kumquat und einem kreidig-salzigen Akazienhonig. Weißer Blütenstaub und Kreide im Nachhall. Immer mehr in Richtung eines weißen Marsanne aus Saint-Péray tendierend. Sehr geschmackvoll, extrem köstlich und saftig, mit gutem Trinkfluss. Perfekter Zechwein mit Klasse! 92-93+/100

Jahrgangsbericht

Da ich als zuständiger Weinscout inzwischen einen Teil meiner Jahreszeit in Spanien verbringe, bin ich über Wetter und Klima vor Ort permanent gut im Bilde. Trockenheit, Hitze, wenige guten Regenfälle vor allem in den ersten 4 Monaten. Weil es im Winter wie auch im März April satt Regen gab, war die Basis für den trockenen Sommer perfekt. Und Wärme gab es auch zum Austrieb und auch zur Blüte, sich wie ein roter Faden bis zur Ernte ziehend. Dazu erstaunlich kühle Nächte im Mai, Juni, Juli und August, aber ein eher warmer trockener Spätsommer und Herbst. Die Story der großen Trockenheit wurde mir von jedem Winzer immer wieder erzählt. Und diese Story ist oft baugleich zu Bordeaux, das ja oft die gleiche Wetter- und Klimageschichte wie alle mittleren und östlichen Nordregionen Spaniens über das Jahr hat. Selbst die atlantischen frühen September-Unwetter und Regenmengen in Bordeaux und der Rioja bleiben seit dem Klimawandel oft aus, fast immer kann jetzt im September und Oktober in Ruhe bis zum optimalen Erntezeitpunkt gewartet werden. Die Ernte wurde nach etwas glücklichem kleinen Regen im Juli und August somit teilweise über 6-8 Wochen gestreckt. Die absolute Besonderheit in 2022 war aber auch in Spanien der kontinuierliche Verlauf der Trockenheit und Hitze und die relativ kühlen Nächte über das sommerliche Weinjahr. Die Reben waren 2022 perfekt assimiliert an das Klima. Trotz der Hitze war nichts gekocht, die Laubarbeit und Bodenbearbeitung der Winzer war dem Klima über die Jahre perfekt angepasst, eine perfekte Anpassung der Reben fand statt, war ganz anders als im von plötzlichen Hitzewellen dominierten Schock-Jahr 2003 mit schlecht präparierten Winzern und Weinbergen. Und auch 2022 gibt es, wider Erwarten von uns Laien, trotz oft hoher Alkoholgradationen eine erstaunliche Frische in den Weinen. Tiefe PH-Werte sind die Regel, die Biodynamiker sprechen von den tiefsten je gemessenen Werten. In Zusammenhang mit oft hohen Tanninlevel, hoher Reife, satter samtig seidiger Frucht, hohem Alkohol und zugleich famoser Säure, sprechen viele Winzer vom besten Jahr ihrer Geschichte (Oxer, Artadi und Cuentavinas), und das von der Rioja bis Ribera, vom Priorat bis Bierzo. ALLE Regler nach rechts! Und es gibt 2022 eine grandiose Harmonie und Balance und sensationelle Finesse und Feinheit. Wie in Bordeaux. Nach meiner Verkostung kann ich das durchaus in vielen Fällen bestätigen, obwohl es auch 2021 hochinteressante, oft sogar aufregendere und energiegeladenere Weine und oft sogar präzisere Weine gab. Für mich selbst war, von Einzelfällen abgesehen, 2021 und 2022 bei absolut verschiedenem Charakter eher auf gleicher Höhe, manchmal sogar mit leichtem Vorteil bei 2021. Wer z.B. 2022 bei so viel Feinheit zu viel neues Holz einsetzte oder die Weine zu lange im Holz ließ, konnte die Weine mit ihrer samtigen Seidigkeit auch mal zu »nett«, zu holzlastig und auch manchmal etwas belanglos ausfallen lassen. 2021 hatte klar mehr Druck und Wucht, um neues Holz wegzudrücken. Und wie in Bordeaux gilt auch in Spanien: Die besten Terroirs und alten Reben waren 2022 dramatisch im Vorteil und die Biodynamiker hatten »das Jahr der Jahre«.

91+
/100

Parker über: Galicien Gaba do Xil O Barreiro Godello

-- Parker: They reduced the volume of the entry-level reds from Valdeorras, abandoning the varietal wines and going for site-specific ones. The 2022 Gaba do Xil O Barreiro is from their own vineyards, 15 to 16 hectares in Larouco on red granite soils from a transitional place between granite and slate. 2022 was a warm year, a rounder and gentler vintage, and the wine is a little riper at 13% alcohol. Godello behaves differently from the single vineyards and has a rounder mouthfeel. It also has a more reductive profile, fruit-driven and with notes of flowers and herbs. It was bottled unoaked after four months with lees. 67,053 bottles produced. It was bottled between March and May 2023. 91+/100

91
/100

Suckling über: Galicien Gaba do Xil O Barreiro Godello

-- Suckling: Minerally and fruity with peaches and stones. Quite salty on the palate with a medium body and a slightly warming end. Drink now. 91/100

91
/100

Penin über: Galicien Gaba do Xil O Barreiro Godello

-- Penin: Leuchtendes Strohgelb. In der Nase reifes Obst und Gras. Blumig. Im Mund geschmackvoll, frisch und schöne Säure. 91/100

Mein Winzer

Ladeiras Do Xil – Telmo Rodriguez

Gemeinsam mit seinem Önologenteam, bestehend aus seinem kongenialen Partner der ersten Stunde, dem baskischen Önologen Pablos Eguzkiza, und dem später hinzu gekommenen Önologen und französischem Basken Richard Echats, entschied das spanische Allround-Talent Telmo Rodriguez sich im Jahre 2002 sich...

Galicien Gaba do Xil O Barreiro Godello 2022