Suertes del Marqués hat sich unter der Führung von Jonatan García in kürzester Zeit einen Namen gemacht und gilt als Koryphäe für autochthone Rebsorten. Der Trenzado ist ein Paradebeispiel dafür. Seinen Namen verdankt er der traditionellen Reberziehung auf Teneriffa, dem »Cordon Trenzado«. Hier wächst Listán Blanco auf schwarzem Basaltgestein in bis zu 700 Metern Höhe. Die Vinifikation ist aufwändig: Die Trauben werden überwiegend entrappt und spontan im großen Holz vergoren, teils in neuem Holz, teils in gebrauchten Fudern und Fässern. Der Wein reift dann für 9 Monate in verschiedenen Gefäßen. Im ersten Moment ein wilder, expressiver und komplexer Stil: Reduktive Noten von Schießpulver, dann aber mit Aromen von grünen Äpfeln, Zitrusfrüchten und einer dezenten Räuchernote. Auch eine salzige Würze, die an Meeresgischt und nasse Steine erinnert, tritt in den Vordergrund. Im Mund erstaunlich konzentriert und dicht, trotz seiner moderaten Säure. Das Holz ist perfekt eingebunden und verleiht dem Wein eine verführerische Textur und einen harmonischen Fluss. Die kühle, mineralische Herkunft von Basalt und Vulkanboden ist omnipräsent. Kein Wunder, dass er an Terres Nere vom Etna erinnert. Ein wahrhaft uniquer Wein, der ein authentisches Terroir-Erlebnis bietet.
2024 startete mit viel Wasser ins Jahr, hervorragende Auffüllung aller Speicher. Das Frühjahr brachte immer noch Regen und manchmal Kühle, Verrieselung der Blüte und Kampf gegen Pilze. Das bedeutet insgesamt geringer Ertrag. Ein moderater Sommer war perfekt für ein frisches Ergebnis, im Spätsommer und Herbst folgten einige Regenfälle. Wer vor der zweiten Oktoberwoche mit den schweren Regenfällen alles gelesen hatte (ALLE Topwinzer lesen inzwischen spätestens Anfang Oktober) hatte ein superbes Ergebnis. Rassige, frische Weine wie 2021, Cool Climate, vibrierende Rotweine und aufregende Weißweine. 2024 ist bei den besten Winzern Spaniens ein großes Jahr wie 2021. Schlanker und kühler als das opulentere 2023, reifer und zugleich frischer als das überheiße und blockierte 2022, aufregender und vibrierender als 2018 bis 2020. In der Klasse sicher so groß wie 2016 und 2019, eher noch etwas spannender und schicker, wie gesagt mit sehr viel Parallelen zu 2021.