Vollenweider

Riesling Schimbock trocken 2019

mineralisch
voll & rund
98–100
100
2
Riesling 100%
5
weiß
12,0% Vol.
Trinkreife: 2024–2049
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 98–100/100
Suckling: 98/100
6
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Schimbock trocken 2019

98–100
/100

Lobenberg: Das ist quasi Daniel Vollenweiders Großes Gewächs, sein absoluter Vorzeigewein, dafür ist er berühmt. Eine monolithische Ausstrahlung. Schimbock ist nur wenige hunderte Meter von der Goldgrube flussabwärts gelegen. Seit 2005 bewirtschaftet Vollenweider diesen 0,5 Hektar kleinen Hang. Der Schimbock hat alles, was Vollenweider, einer der extremsten Biowinzer und Spontanvergärer an der Mosel, auszeichnet. Extrem geringer Ertrag in 2019, Daniel hat gerade mal 10 hl/ha geerntet. Der Wein wird extrem scharf selektiert, absolut Null Botrytis. Auch die Sonnenbrandbeeren, die es in der West-Lage durchaus gab, wurden rigoros aussortiert. Auch deshalb ist der Ertrag so winzig. Vier Tage Maischekontakt, dann auf der alten Korbkelter abgepresst und im Holz spontanvergoren auf unter 4 Gramm Restzucker. Die Intensität des 2019ers ist verblüffend, so druckvoll schon im Duft, aber nahezu völlig ohne Frucht. Helle Lakritze, Anis und viel zerstoßenes Schiefergestein, Aprikosenkerne und Zitronengras, feiner Darjeeling-Tee. Unglaubliche Brillanz und Strahlkraft. Diese extrem karge Nase ist typisch für Vollenweiders Schimbock, zudem hat er aber eine so immense Intensität und Konzentration in 2019. Der Mund kracht dann brachial rein, Zitruszesten und rohes Gestein, intensives Salz. Das ist schon ganz weit weg von einem klassischen Moselwein, man muss sich auf den Vollenweider-Stil einlassen. Das ist ganz eigen in dieser kargen, fast brutalen Mineralität und Konzentration. Diese Länge, Salzigkeit und immense Frische, dazu die brachial zupackende Phenolik im Ausklang. Nimmt alles in Beschlag, der ganze Mundraum wird belegt von Gestein, Salz und Kräutern, so viel Druck. Die Augen werden schmal und die Zunge rollt sich, ob der wahnsinnigen Intensität. Alles läuft über Feuerstein und Schiefer, was für eine irre Textur diese Weine haben. Die minimale Restsüße ist gar nicht spürbar, wird von der immensen Phenolik einfach weggefressen. Die Präsenz dieses Schimbock am Gaumen ist atemberaubend. So fein verwoben und hochkonzentriert, eigentlich flüssiges Gestein. Enorme Länge, der Wein verlässt die Zunge nicht mehr. Das ist großer, langer, intensiver Stoff für Puristen. In 10 bis 15 Jahren wird das ein ganz großer Riesling sein, jünger ist er nur für Asketen genussfähig. 98-100/100

98
/100

Suckling über: Riesling Schimbock trocken

-- Suckling: Maybe I’m amazed! This smells like a whole Indian-spice market and you could spend hours just studying the nose. But then you’d miss the enormously concentrated, wide-screen palate that has every bit as much to offer. And somehow the ultra long and intense finish is enveloping rather than overwhelming. Very limited production, due to the tiny yield of 10 hectoliters per hectare. Drink or hold. 98/100

Mein Winzer

Vollenweider

Wenn Van Volxem eine Disney-Produktion ist, dann ist Daniel Vollenweider eine Arthausproduktion oder Kandidat für Cannes. Genau so muss man die Weine nämlich betrachten. Als großes Independent-Kino. Man muss sich schon mit der Materie vertraut machen und auch etwas Zeit lassen. Denn Vollenweiders...