Markus Molitor

Riesling Schiefersteil Weiße Kapsel trocken 2020

frische Säure
mineralisch
leicht & frisch
93–94+
100
2
Riesling 100%
5
weiß
12,0% Vol.
Trinkreife: 2022–2035
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 93–94+/100
6
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Schiefersteil Weiße Kapsel trocken 2020

93–94+
/100

Lobenberg: 2020 hat als dritter trocken-heißer Jahrgang in Folge den Trauben eine unerwartet brillante, knackige Aromatik entlockt, die viel eher an schicke, ausgewogene und kühlere Jahre wie 2012 oder 2008 erinnert als an ein Hitzejahr. Die Weine sind voller Vibration und spannungsreicher Saftigkeit, dabei sind sie oft noch präziser und feiner als im beeindruckenden Vorjahr 2019. Markus Molitor hat das Kristalline und die schlankere Puristik des Jahres perfekt abgebildet und berauschende Rieslinge gekeltert, denen es bei erfrischend niedrigen Alkoholgraden kein bisschen an mineralischem Zug und moselanischer Aufregung fehlt. Dazu kommt Molitors etwas burgundisch-cremiger Stil mit perfekt abgestimmtem Holzeinsatz als perfect match, um 2020 zu einem weiteren genialen Jahrgang zu machen. Für Finessetrinker steht das etwas weniger druckvolle, finessenreichere, früher zugängliche, aber grundsätzlich ähnlich geartete 2020 vielleicht sogar vor dem Blockbuster 2019 bei den trockenen weißen Kapseln. Neben Molitors Paradelagen in Zeltingen brilliert vor allem der Hang zwischen dem Erdener Treppchen und dem dieses Jahr extraterrestrischen Ürziger Würzgarten. Ein deutlicher Sprung vom zuvor probierten Haus Klosterberg. Der Schiefersteil hat in der Tat Schiefer als ersten Eindruck in der Nase. Massiv grauen Schiefer, hochintensiv. Dahinter Litschi, feine, fast würzige Birne und viel weiße Blüten. Hohe Intensität an Orangen und Mandarinen, eher Clementinen, fein und einladend, orangefarben in der Assoziation. Auch hier unanstrengend, einfach nur lecker und zum Reinspringen schön. Gute Länge signalisierend, feines Salz schon in der Nase. Der Mundeintritt mit richtig tollem Grip – wow! Für einen so keinen Wein für knapp über 10 Euro ziehen sich schon ein wenig die Augenbrauen zusammen. Geniale Frische, aber diese Frische kommt überhaupt nicht mit spitzer Säure, sondern sie ist total eingebunden. Cremig, Biskuit, etwas an Holz erinnernd, obwohl kein Holz im Einsatz ist, dazu Clementinen-Aromatik und intensive Wiesenblüten. Fast ein leichter Hauch von hellen Rosenblättern. Der Mund ist aromatisch und blumig, intensiv und gleichzeitig unanstrengend. Viel Schub, viel Druck, aber alles super angenehm. Wie der Haus Klosterberg ein Everybody´s Darling, aber hier schon mit Anspruch. Jeder und jede wird dieser Wein lieben und trotzdem hinterlässt er einen langen Nachhall. Schiefrig, salzig, fruchtig und blumig. Perfekt verwoben! Im Grunde sind die 2020er von Molitor nicht besser als die 2019er, aber sie sind cremiger, harmonischer und in sich stimmiger. Sehr komplex, sehr schicker Wein. Dem 2019er in einer unanstrengenden Art und Weise definitiv ebenbürtig. 93-94+/100

Mein Winzer

Markus Molitor

Als der blutjunge Markus Molitor 1984 mit 20 Jahren das Weingut an der Mosel vom Vater übernahm, fing er praktisch bei Null an; ohne jede eigene Anbaufläche. Also harte Maloche auf gepachtetem Rebland.