Pinot Noir Pilgersberg trocken

Goldener Ring - Kai Müller

Pinot Noir Pilgersberg trocken 2019

BIO

seidig & aromatisch
pikant & würzig
strukturiert
96+
100
2
Pinot Noir 100%
5
rot
12,5% Vol.
Trinkreife: 2023–2043
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 96+/100
6
Deutschland, Rheinhessen
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Pinot Noir Pilgersberg trocken 2019

96+
/100

Lobenberg: Die Reben des 2011 gepflanzten Weinberges aus einer extrem ertragsreduzierten burgundischen Selektion Massale weisen eine Pflanzdichte von 14.000 Stöcken pro Hektar auf. Das heißt, der Einzelstockertrag ist winzig. Das führt insgesamt zu nur zwei Barriques. Das ist einfach eine so schräge Story. Ein Lehrerehepaar verwirklicht seinen Traum im privaten Garten, der ein ehemals genialer Weinberg auf reinem Kalksteinfels (leichte Lößauflage darauf) über der Stadt Oppenheim ist. Er wird ausgebaut im gebrauchten Barrique von einer Tonnellerie aus dem Burgund. Die Vergärung geschieht zu 70% mit Rappen und findet in speziellen Cuves von Stockinger statt. Handgefertigt, extra für Kai Müller. Die 30% unentrappten Trauben wurden von Hand vom Stilgerüst getrennt, um keinerlei Verletzung der Beeren zu verursachen. Das Lesegut war 2019 enorm gesund und vollreif, keine Botrytis, keine Infektionen. Auch die Stile waren durchholzt und braun. Die Nase zeigt eine tolle Exotik, nicht so superklassisch, auch viel Florales ist dabei, Veilchen, Holunder, viel schwarze Frucht. Fast dramatische Frische dazu mit Schlehe, Holunder und Sauerkirsche. Ein enormer Mundeintritt mit hoher Intensität und viel Zug aus den Rappen, das ist richtig aufregend, schon sehr burgundisch, aber sehr dunkel, sehr schwarzkirschig, dazu Cassis und Johannisbeere. Das ist 2019 von der Ausrichtung eher zwischen Vosne Romanee und Chambolle, irgendwie Stilistik Meo Camuzet. Es kommen auch etwas rötliche Aspekte hinzu, Kirsche, Johannisbeere und auch etwas wilde Schlehe. Hat einen leicht schmutzigen Touch das Ganze, was es aufregend macht. Im Mund hohe Intensität, etwas rotfruchtiger, Johannbisbeeriger, Himbeeriger mit süßer, roter Kirsche, dann erst kommt die Schwarzkirsche hinterher, dann kommt Salz vom Kalkstein. Der entrappte und der unentrappte Teil werden jeweils separat in den zwei Barriques ausgebaut und hinterher cuvetiert. Das passt dann schon ganz gut zusammen, der eine Teil ist deutlich würziger und griffiger, der andere Teil zeigt mehr Länge auf der Frucht. Wirklich ein lustiger Wein, ab 2019 fast ein großer Wein und mit dieser Intensität der Frucht fast mit Hang zur Dramatrik, das ist schon großes Kino. Ein Unikat mit hohem Spaßfaktor und einem hocheigenen Charakter. 96+/100

Mein Winzer

Goldener Ring – Kai Müller

Kai Müller ist Künstler und Pinot-Noir-Verrückter. Und er hat direkt vor seinem neu gebauten, avantgardistischen Wohnhaus einen winzigen alten ehemaligen Rebberg vorgefunden. Es gibt nur 1800qm auf einer Parzelle, die vor weit über 100 Jahren ein Weinberg im Besitz des Reichstagsarchitekten Paul...

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