Petit Figeac - (2.Wein) 2020

Figeac

Petit Figeac - (2.Wein) 2020

95+
100
2
Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Merlot
5
rot, trocken
14,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2048
Verpackt in: 6er OHK
9
seidig & aromatisch
saftig
pikant & würzig
3
Lobenberg: 95+/100
6
Frankreich, Bordeaux, Saint Emilion
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Petit Figeac - (2.Wein) 2020

95+
/100

Lobenberg: Der Zweitwein des überragenden Figeac aus dem zweiten der zwei besten Jahre, die Figeac je hatte. Aus den jüngeren Reben, ultrarar, knapper noch als der Erstwein. In 2020 besteht die Cuvée wie schon 2019 aus Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon und Merlot. Cabernet ist gut adaptiert auf diesem Untergrund, denn es ist ein 40-Hektar-Kiesplateau vis-à-vis von Cheval Blanc. Von Saint-Émilion gesehen etwas davor, auf der linken Seite. Der Alkoholgehalt liegt bei 14 Volumenprozent, der pH-Wert bei 3,7. Es gibt knapp 100.000 Flaschen Gesamtproduktion auf Figeac, der Zweitwein Petit Figeac macht davon weniger als 20%. 70 Prozent der Fläche wird organisch bewirtschaftet und ist zertifiziert als umweltschonend. Diese Zertifizierung – ohne in die strenge Demeter-Knechtschaft zu gehen – nimmt in Frankreich stark zu. Es freut mich besonders, dass der Trend zu mehr Cabernet in Saint-Émilion und Pomerol, wie er von Figeac und auch Clinet und VCC gegangen wird, jetzt immer weiter rollt. Die klimatischen Veränderungen begünstigen beide Cabernets extrem. Das Kiesterroir sowieso. 2020 ist wie zuvor 2019 ein großer Jahrgang. Ein Jahrgang mit unglaublicher Frische. Wie der Erstwein total burgundisch, satte Kirschtöne, dazu Schlehe und Kalksteinmieralik. Perfekt stimmig und eine unglaubliche Delikatesse. 95+/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

Mein Winzer

Figeac

Chateau Figeac ist ein wunderschöner Landsitz auf dem Kiesplateau des Saint Emilion mit 40 Hektar Rebfläche schräg gegenüber von Cheval Blanc. Die Nähe zu Cheval Blanc findet sich – vor allem in großen Jahren – durchaus auch im Wein wieder. Der leider 2010 verstorbene ehemalige Besitzer Thierry...