An der Nordrhône erinnert 2025 Bastien Tardieu am meisten an 2005, das für ihn ähnlich konzentriert, dunkel, tanninreich und kraftvoll war. Das sind schon immense Weine, gerade in den »kleinen« Appellationen wie Crozes-Hermitage ist das ein Wahnsinn, was man hier fürs Geld bekommt. Dicht bepackte dunkle Kirschfrucht mit ungeahnter Eleganz, Maulbeere, Schlehe, Zwetschge, ein Touch Lakritze darunter. Und dann dunkler Stein, Salz, Unterholz, mit wahnsinniger Intensität und struktureller Kraft unterlegt. Alles schiebt, kommt mit Macht. Es ist nicht diese Leichtigkeit von 2024, viel profunder, zwingender, aber dennoch mit einer Eleganz gesegnet, die ich nicht erwartet hätte. Ein superschicker Wein mit einem leicht pfeffrigen rot- und schwarzfruchtigen Nachhall. Der Wein steht für Minuten und er steht einer wahnsinnigen Dichte. Das ist keine fette Wuchtbrumme, das ist nur kraftvolle Eleganz. *** Der Crozes-Hermitage Vieilles Vignes besteht aus 100 Prozent Petite Syrah oder Serine, wie die uralte, kleinbeerige Form der Syrah hier genannt wird. Der Vieilles Vignes stammt aus zwei verschiedenen Weinlagen, Coteaux de Mercurol und Habrard. Sie liegen auf der Rückseite des Hermitage-Bergs komplett auf Granitböden, direkt um den Ort Crozes-Hermitage. Zusammen mit der Nordexposition sorgt das für viel Feinheit und Eleganz. Die Reben sind rund 60 Jahre alt. Die Trauben werden vor der spontanen Fermentation im Betontank komplett entrappt. Anschließend erfolgt der Ausbau für 12 Monate in Barriques, zum Teil einjährig, zum Teil zweijährig. Danach für weitere sechs Monate in großen Doppelstückfässern von Stockinger. Die Weine werden nicht geschönt und nicht filtriert, bevor sie in die Burgunderflaschen mit Naturkork gefüllt werden. Nur 13 Volumenprozent Alkohol in 2024.