Doniene Gorrondona: Iri Txakolina 2022

Doniene Gorrondona: Iri Txakolina 2022

Hondarribi Zuri 100%
weiß, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2025–2033
frische Säure
mineralisch
Lobenberg: 94/100
Suckling: 93/100
Spanien, Txakoli
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Iri Txakolina 2022

94
/100

Hondarribi Zuri heißt die Rebsorte für Txakolina. Biologisch gewachsen, als Ganztraube gepresst und im Beton völlig ohne Schwefel spontan vergoren und auch schwefelfrei, aber völlig clean auf Null durchgegoren, abgefüllt. Ein Txakolina, der mir auf der Weinmesse Barcelona auf Empfehlung von Oxer über den Weg lief, ich war sofort fasziniert. Goldgelb und hochintensiv in der Nase, man glaubt sofort an Naturwein, Fenchel, Thymian, Quitte, mürbe Birne. Im Mund satter Grip, Salz und Kumquat, geniale Frische in cremiger Umgebung. Unglaubliche Länge und fast zwei Minuten Nachhall, fast ein wenig an die Cremigkeit und Petroligkeit eines Rieslings erinnernd. Jeder Schluck fasziniert aufs Neue und immer mehr. Alle Geschmackspapillen werden belegt. Zum Schluss stellt sich noch Feuerstein und eine an Vulkanböden erinnernde Griffigkeit am Gaumen ein. Phänomenaler Stoff!

Jahrgangsbericht

Da ich als zuständiger Weinscout inzwischen einen Teil meiner Jahreszeit in Spanien verbringe, bin ich über Wetter und Klima vor Ort permanent gut im Bilde. Trockenheit, Hitze, wenige guten Regenfälle vor allem in den ersten 4 Monaten. Weil es im Winter wie auch im März April satt Regen gab, war die Basis für den trockenen Sommer perfekt. Und Wärme gab es auch zum Austrieb und auch zur Blüte, sich wie ein roter Faden bis zur Ernte ziehend. Dazu erstaunlich kühle Nächte im Mai, Juni, Juli und August, aber ein eher warmer trockener Spätsommer und Herbst. Die Story der großen Trockenheit wurde mir von jedem Winzer immer wieder erzählt. Und diese Story ist oft baugleich zu Bordeaux, das ja oft die gleiche Wetter- und Klimageschichte wie alle mittleren und östlichen Nordregionen Spaniens über das Jahr hat. Selbst die atlantischen frühen September-Unwetter und Regenmengen in Bordeaux und der Rioja bleiben seit dem Klimawandel oft aus, fast immer kann jetzt im September und Oktober in Ruhe bis zum optimalen Erntezeitpunkt gewartet werden. Die Ernte wurde nach etwas glücklichem kleinen Regen im Juli und August somit teilweise über 6-8 Wochen gestreckt. Die absolute Besonderheit in 2022 war aber auch in Spanien der kontinuierliche Verlauf der Trockenheit und Hitze und die relativ kühlen Nächte über das sommerliche Weinjahr. Die Reben waren 2022 perfekt assimiliert an das Klima. Trotz der Hitze war nichts gekocht, die Laubarbeit und Bodenbearbeitung der Winzer war dem Klima über die Jahre perfekt angepasst, eine perfekte Anpassung der Reben fand statt, war ganz anders als im von plötzlichen Hitzewellen dominierten Schock-Jahr 2003 mit schlecht präparierten Winzern und Weinbergen. Und auch 2022 gibt es, wider Erwarten von uns Laien, trotz oft hoher Alkoholgradationen eine erstaunliche Frische in den Weinen. Tiefe PH-Werte sind die Regel, die Biodynamiker sprechen von den tiefsten je gemessenen Werten. In Zusammenhang mit oft hohen Tanninlevel, hoher Reife, satter samtig seidiger Frucht, hohem Alkohol und zugleich famoser Säure, sprechen viele Winzer vom besten Jahr ihrer Geschichte (Oxer, Artadi und Cuentavinas), und das von der Rioja bis Ribera, vom Priorat bis Bierzo. ALLE Regler nach rechts! Und es gibt 2022 eine grandiose Harmonie und Balance und sensationelle Finesse und Feinheit. Wie in Bordeaux. Nach meiner Verkostung kann ich das durchaus in vielen Fällen bestätigen, obwohl es auch 2021 hochinteressante, oft sogar aufregendere und energiegeladenere Weine und oft sogar präzisere Weine gab. Für mich selbst war, von Einzelfällen abgesehen, 2021 und 2022 bei absolut verschiedenem Charakter eher auf gleicher Höhe, manchmal sogar mit leichtem Vorteil bei 2021. Wer z.B. 2022 bei so viel Feinheit zu viel neues Holz einsetzte oder die Weine zu lange im Holz ließ, konnte die Weine mit ihrer samtigen Seidigkeit auch mal zu »nett«, zu holzlastig und auch manchmal etwas belanglos ausfallen lassen. 2021 hatte klar mehr Druck und Wucht, um neues Holz wegzudrücken. Und wie in Bordeaux gilt auch in Spanien: Die besten Terroirs und alten Reben waren 2022 dramatisch im Vorteil und die Biodynamiker hatten »das Jahr der Jahre«.

93
/100

Suckling über: Iri Txakolina

Touches of balsam and bruised apples only serve to adorn the lightly lactic nose, with fine lees, yogurt, yellow nectarines and sea urchin. Naturally concentrated and still bright and taut. Paradoxically round with intrinsic sharpness. Very long. Hondarrabi zuri, 100% malolactic fermentation. Drink now.

Mein Winzer

Doniene Gorrondona

Das Weingut Doniene Gorrondona liegt ca. 30 km nordöstlich von Bilbao direkt am Meer im kleinen baskischen Badeort Bakio. Bekannt ist Bakio und die pittoreske, vorgelagerte Insel »San Juan de Gaztelugatxe« als Drehort von »Game of Thrones«. Ureigenste Biskaya und uriges Baskenland, wild und...

Iri Txakolina 2022