Spätburgunder Königsbacher Ölberg Erstes Gewächs 2019

Christmann: Spätburgunder Königsbacher Ölberg Erstes Gewächs 2019

BIO

Zum Winzer

95–96
100
2
Spätburgunder 100%
5
rot, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2022–2038
Verpackt in: 6er
9
seidig & aromatisch
saftig
pikant & würzig
3
Lobenberg: 95–96/100
Suckling: 95/100
6
Deutschland, Pfalz
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Spätburgunder Königsbacher Ölberg Erstes Gewächs 2019

95–96
/100

Lobenberg: Der Königsbacher Ölberg hat einen sehr komplexen Boden mit etwas Lehm, Buntsandstein und Kalkmergel. Ein Weinberg, der durch seine süd-östliche Ausrichtung die Morgenwärme wie ein Kessel einfängt. Es ist die Verlängerung des Idig in Richtung Deidesheim. Der Ölberg Spätburgunder wird mit einem Rappenanteil von 30% vergoren. Der Ausbau erfolgt genau wie beim Idig Spätburgunder im Barrique mit 40 Neuholz-Anteil. Eine wunderbare Nase, kühl, verspielt, floral, Veilchen, Blaubeere, feine Schattenmorelle, etwas Holunder. Ein bisschen Thymian und schwarzer Pfeffer von den Rappen, daneben auch feine Extraktsüße ausstrahlend. Harmonisch, verwoben und strahlend klar. Etwas heller und feiner im Charakter als der Gimmeldinger Ortswein. Am Gaumen sehr schick, elegant und total geschliffen. Dunkle, süße Kirsche, Blaubeere und Schlehe, ein bisschen Chambolle Musigny in dieser blaurotfruchtigen, filigranen Charmeoffensive. Alles ist total reif, geschliffen und fein. Viel florale Verspieltheit in dieser kühlen Art mit zarter, samtig-reifer Säure. Tänzelnd und auf der Zunge schwebend, immer mehr zarte Veilchen als üppiger Holunder. Nichts drückt, nichts ist hart oder unreif. Sehr geschliffenes Tannin und ganz feines Salz begleiten den aromatischen, floralen Nachhall. Ein Tänzer, filigran und poliert. Das ist der Weg zur Größe, wenn das hier so weiter geht ist die erste Reihe in der Pfalz auch im Rotwein-Bereich sehr bald erreicht. Ein hochfeiner Genuss. 95-96/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

95
/100

Suckling über: Spätburgunder Königsbacher Ölberg Erstes Gewächs

-- Suckling: Dark and earthy with hints of black olive and bitter chocolate, this already announces its serious intentions in the nose. Wonderful, silky palate, in spite of the major tannin structure, then comes the concentrated finish that’s so subtle and finely nuanced. From biodynamically grown grapes with Respekt certification. Drink or hold. 95/100

Mein Winzer

Christmann

Seit 1996 wird das Weingut von Steffen Christmann in der 7. Generation geführt. Seit 2004 gänzlich dem ökologischen und nun auch dem biodynamischen Anbau verschrieben. Die Umstellung hat einen Nebeneffekt: Christmanns Weine erreichen trotz längerer Vegetationsperioden und höherer physiologischer...