Rudolf Fürst

Chardonnay R trocken 2019

Limitiert

97–98+
100
2
Chardonnay 100%
5
weiß
12,5% Vol.
Trinkreife: 2023–2041
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 97–98+/100
6
Deutschland, Franken
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chardonnay R trocken 2019

97–98+
/100

Lobenberg: Der Wein ist im Astheimer Karthäuser auf hellem Muschelkalk gewachsen, die Reben sind 20 Jahre alt, französische Klone aus dem Burgund. Nach 20 Jahre Wartezeit auf das passende Rebalter kommt dieser Wein nun endlich als Chardonnay R in den Handel. Wenn auch in den Raritätenhandel, denn es gibt weniger als 1000 Flaschen, das ist eine Handverlesene Zuteilung. Die Vergleichsspielwiese für diesen Chardonnay lässt in Deutschland wenige in den Sinn kommen, eigentlich am ehesten Julian Huber, der ist vielleicht auch das stilistische Vorbild. Auch wenn es hier bei Fürst nicht unbedingt selbst so gesehen wird. Die Machart ist definitiv burgundisch, die Trauben werden leicht als Ganztraube mit den Füßen angequetscht (wie alle Weißweine im Top Bereich bei Fürst), dann langsam und schonend gepresst und im Barrique vergoren, rund 20 Prozent Neuholz. Anschließend auf der vollen Hefe im selben Barrique verbleibend ausgebaut. Der Wein verbleibt das erste Jahr in diesem Barrique dann wird einmal mitsamt der Hefe abgestochen in einen Stahltank für 6 Monate, um etwas Klarheit in die Frucht zu bekommen, dann wird unfiltriert gefüllt und ein weiteres Flaschenlager angeschlossen. Rauchige Eröffnung der Nase, warme Zitrusanklänge, Grapefruit, Curry, Orangenzeste, Apfelblüten. Eine Mischung aus weißer und gelber Frucht, Kräutern und rauchigen Gesteinsnoten, vielschichtig und komplex. Im Mund erstaunlich viel Druck aus den nur 20 Jahre alten Reben entwickelnd. Aber der Druck kommt nicht aus dem Holz oder sonstiger Schminke, sondern aus dem Muschelkalk. Helle Frucht, weiße Johannisbeere, Zitronengras, Austernschale, konzentriert anschiebend, aber immer total geschliffen und elegant bleibend. Der Mundeintritt ist eine Salzattacke, die Augen ziehen sich zusammen und die Zunge rollt sich. Die Säure krallt sich auf der Zunge fest. Wirklich irre Salzigkeit, die alles überstrahlt, kristallin und hochmineralisch. Schlank und gerade, aber mit so viel Power aus dem Boden. Perfekt verwoben in reduktiver Spannung. Auch wenn die Reben noch nicht uralt sind ist das ein großer Chardonnay, der sich in Deutschland durchaus in die erste Reihe stellen darf. Da haben wir Hegers Gras im Ofen, da haben wir Hubers Bienenberg, da haben wir aufstrebend Ziereisen. So viele ganz große Chardonnay Erzeuger in dieser Klasse gibt es noch nicht in Deutschland. Fürst gehört nun definitiv auf die Liste der Top-Erzeuger. Das ist groß. 97-98+/100

Mein Winzer

Rudolf Fürst

Franken ist Frankreich nicht nur phonetisch ganz nahe. Wer behauptet, dass exzellenter Pinot Noir, also Spätburgunder nur aus dem in Frankreich gelegenen Burgund stammt, hat mindestens die letzte Dekade verschlafen.