Carl Loewen: Riesling Ritsch im Schneidersberg Kabinett (Versteigerungswein) 2024

Carl Loewen: Riesling Ritsch im Schneidersberg Kabinett (Versteigerungswein) 2024

Zum Winzer

Riesling 100%
weiß, trocken
8,5% Vol.
Trinkreife: 2027–2049
leicht süss
mineralisch
frische Säure
Lobenberg: 96+/100
Suckling: 97/100
Galloni: 96/100
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Ritsch im Schneidersberg Kabinett (Versteigerungswein) 2024

96+
/100

Lobenberg: 2024 ist das Jahr der Jahre im Kabinette, das ist so genial, was da an der Mosel geerntet wurde. Und bei Loewen geht das gerade so weiter. Der Weinberg wurde stark vom Frost getroffen in 2024, es gab unter 10 hl/ha Ertrag, extrem penibel selektiert. Nur die Beeren, die perfekte Kabinett-Qualität haben, wurden ausgelesen. Einen kompletten Tag lang mit zehn Personen händisch sortiert, für 500 Liter Wein. Das ist schon ein bisschen irre. Das ist die Quintessenz des Ritsch, meiner Lieblingslage bei Loewen. Pures Gestein, Mineral, Zitrusfrucht, ein Kabinett wie ein Laserstrahl. So wie das GG aus der Lage eben auch ist. Man hat diese karge Steilheit des Weinberges förmlich im Mund, wie Steine lutschen. Wahnsinnige Eleganz, straff in seiner athletischen Auslegung und doch unheimlich tief. Zerstoßene Austernschale, Pinienwald, etwas Stachelbeere, Sternfrucht. Die Salzigkeit bleibt lange auf der Zunge stehen. Ein Traumkabinett zu einem verhältnismäßig zu anderen Versteigerungsweinen tollen Preis. Das sollten Sie nicht verpassen.

Jahrgangsbericht

»Here comes the rain again…« – das Weinjahr 2024 war rasant und aufwühlend. Eine deutlich kühlere Vegetationsperiode mit wechselnden Regen- und Trockenphasen forderte die Winzer heraus. Der frühe Austrieb im April wurde von heftigen Spätfrösten abgelöst, die Ahr, Nahe, Nordbaden, Saar und Ruwer besonders hart trafen und zu teils dramatischen Ernteausfällen führten. Viel Manpower, bedingungsloser Einsatz und sorgfältige Selektion waren entscheidend. Die besten 2024er Weine zeigen eine bemerkenswerte Finesse mit überraschend viel Stoffigkeit und schlanker Kraft. Der kühlere Ausdruck erinnert an die präzisen Klassiker 2016, 2008, 2004 und 2002. Sie sind extrem klar gezeichnet und definiert und besitzen häufig mindestens ein Volumenprozent weniger Alkohol als die Vorjahre. Umso überraschender ist die Substanz und innere Dichte, die durch ausgiebige Sommerniederschläge und eine langsame Reifung bis in die kühlen Nächte der späten Lese ermöglicht wurde. Die Trauben erreichten enorm hohe Extraktwerte, die mit 2023 konkurrieren. »Die schönsten Aromen gedeihen im Schatten.« wie Florian Lauer immer sagt. Die Säuren sind »nordisch-straff« und vibrierend, aber reifer und weniger einschneidend als im “krachenden” 2021. Die Weine bieten eine genussvolle Cremigkeit, ohne ihr elektrisierendes Rückgrat zu verlieren. Der 2024er ist ein harmonischerer und feinerer Jahrgang als ebenfalls kühlere 2021, zudem ist es aromatisch in einem klassischeren und schlankeren Profil angesiedelt als die »Vollgas-2023er«. Bei vielen Weinen wurde ein Level erreicht, das mit dem Benchmark-Jahrgang 2023 mithalten kann, auch wenn die Mengen besonders bei den Großen Gewächsen teils sehr gering sind. Es gibt so viele wunderschöne, filigrane, saftig-dichte und auch richtig lecker-delikate Weine in diesem Jahr. Und das kann in dieser Leichtigkeit und finessenreichen, athletischen Form heute eben fast nur noch in Deutschland so geerntet werden. Franken glänzt mit exzellenten Silvanern mit kühlem Saft und eleganter Stoffigkeit. An Mosel-Saar-Ruwer wurde im restsüßen Bereich von Kabinett bis Auslese absolute Weltklasse geerntet, trotz mancherorts verheerender Frostschäden. Die Nahe glänzt 2024 nicht nur mit Riesling in ultrafokussierter Manier, sondern auch mit Burgundern dieses Jahr – genau wie die Südpfalz! Der wärmeren Mittelhaardt steht ein kühleres Jahr immer mehr als gut. Von Christmann über Bürklin bis Winning ist das der Stoff aus dem Riesling-Träume sind. In Rheinhessen hat wohl der Rote Hang sein Jahr der Jahre, so viele Mega-GGs nach den schwierigen Trockenjahren dort ein Segen… wow!

97
/100

Suckling über: Riesling Ritsch im Schneidersberg Kabinett (Versteigerungswein)

-- Suckling: A unique wine that marries extremely ripe dried papaya aromas with very cool and focused acidity on the sleek and light-bodied palate. Very exciting red gooseberry note in the extremely energetic finish. Very limited production. Vegan. Drink or hold.

96
/100

Galloni über: Riesling Ritsch im Schneidersberg Kabinett (Versteigerungswein)

-- Galloni: The 2024 Riesling Thörnicher Ritsch Im Schneidersberg Kabinett is from the coolest, stoniest parcel within the Ritsch that turns into the lateral valley. Whipped by cold winds, it was recultivated between 2014 and 2018 and was really hit by frost. Very little fruit was made from this site, less than 10 hl/ha. It shows a little reduction on the nose. The palate has all the coolness, stoniness and slaty depth of the site, with the beautiful concentration, freshness and absolute svelteness of an elixir-like Kabinett. What a wine. With 38 g/L of residual sugar against 8.5 g/L of acidity, the 2024 comes across as off-dry. (Off-dry)

Mein Winzer

Carl Loewen

Stuart Pigott, der wohl neben Stephan Reinhardt (Parker) bekannteste Weinjournalist mit dem Schwerpunkt "Deutsche Weine", erklärte das Weingut Carl Loewen in der FAZ im November 2017 zum Liebling des Jahres.

Riesling Ritsch im Schneidersberg Kabinett (Versteigerungswein) 2024