Carl Loewen: Riesling Ritsch Auslese Erste Lage 2024

Carl Loewen: Riesling Ritsch Auslese Erste Lage 2024

Zum Winzer

Riesling 100%
weiß, süß
7,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2054
mineralisch
fruchtbetont
sehr süss
Lobenberg: 97+/100
Suckling: 95/100
Galloni: 95/100
Falstaff: 94/100
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Ritsch Auslese Erste Lage 2024

97+
/100

Der Jahrgang 2024 ist nicht nur in Trocken eine Wucht, sondern für die Prädikate Kabinett und Spätlese ein absoluter Hammer. Da passt wirklich alles. Für Auslesen ist es schon auch verdammt gut, allerdings war es extrem schwer sie zu erreichen. Man musste schon brutal selektieren und penibelst zusammensuchen, was Auslese-Qualität hergibt. Es gab auch relativ wenig Botrytis, das hat die Mostgewichte dann etwas moderater gehalten, den Auslesen aber einen so wunderbar klaren, reintönigen Charakter gegeben. Es sind hier bei Loewen knappe 20 Prozent Botrytis mit dabei, also schon nicht schlecht, allerdings früh gelesen. Die süße Auslese ist quasi eine Selektion aus den GG-Trauben heraus, also extrem hochwertiges Material. In diesem Gesteinshammer Ritsch sind die Süßweine genial, weil die Süße auf diese hohe Mineralität trifft. Die Konzentration ist da, aber es ist viel tänzelnder und filigraner als im Vorjahr. Feine Reduktion in der Nase, fast ein bisschen Schloss Lieser-Touch, Mango, Grapefruit, schön schlotziger Fruchtkern, aber sooo fein dabei. Das ist schon ziemlich cool, was für Oldschool-Süßweine es aus 2024 gibt, ein bisschen wie in den 1970er Jahren im besten Sinne. 97+/100

Jahrgangsbericht

»Here comes the rain again…« – das Weinjahr 2024 war rasant und aufwühlend. Eine deutlich kühlere Vegetationsperiode mit wechselnden Regen- und Trockenphasen forderte die Winzer heraus. Der frühe Austrieb im April wurde von heftigen Spätfrösten abgelöst, die Ahr, Nahe, Nordbaden, Saar und Ruwer besonders hart trafen und zu teils dramatischen Ernteausfällen führten. Viel Manpower, bedingungsloser Einsatz und sorgfältige Selektion waren entscheidend. Die besten 2024er Weine zeigen eine bemerkenswerte Finesse mit überraschend viel Stoffigkeit und schlanker Kraft. Der kühlere Ausdruck erinnert an die präzisen Klassiker 2016, 2008, 2004 und 2002. Sie sind extrem klar gezeichnet und definiert und besitzen häufig mindestens ein Volumenprozent weniger Alkohol als die Vorjahre. Umso überraschender ist die Substanz und innere Dichte, die durch ausgiebige Sommerniederschläge und eine langsame Reifung bis in die kühlen Nächte der späten Lese ermöglicht wurde. Die Trauben erreichten enorm hohe Extraktwerte, die mit 2023 konkurrieren. »Die schönsten Aromen gedeihen im Schatten.« wie Florian Lauer immer sagt. Die Säuren sind »nordisch-straff« und vibrierend, aber reifer und weniger einschneidend als im “krachenden” 2021. Die Weine bieten eine genussvolle Cremigkeit, ohne ihr elektrisierendes Rückgrat zu verlieren. Der 2024er ist ein harmonischerer und feinerer Jahrgang als ebenfalls kühlere 2021, zudem ist es aromatisch in einem klassischeren und schlankeren Profil angesiedelt als die »Vollgas-2023er«. Bei vielen Weinen wurde ein Level erreicht, das mit dem Benchmark-Jahrgang 2023 mithalten kann, auch wenn die Mengen besonders bei den Großen Gewächsen teils sehr gering sind. Es gibt so viele wunderschöne, filigrane, saftig-dichte und auch richtig lecker-delikate Weine in diesem Jahr. Und das kann in dieser Leichtigkeit und finessenreichen, athletischen Form heute eben fast nur noch in Deutschland so geerntet werden. Franken glänzt mit exzellenten Silvanern mit kühlem Saft und eleganter Stoffigkeit. An Mosel-Saar-Ruwer wurde im restsüßen Bereich von Kabinett bis Auslese absolute Weltklasse geerntet, trotz mancherorts verheerender Frostschäden. Die Nahe glänzt 2024 nicht nur mit Riesling in ultrafokussierter Manier, sondern auch mit Burgundern dieses Jahr – genau wie die Südpfalz! Der wärmeren Mittelhaardt steht ein kühleres Jahr immer mehr als gut. Von Christmann über Bürklin bis Winning ist das der Stoff aus dem Riesling-Träume sind. In Rheinhessen hat wohl der Rote Hang sein Jahr der Jahre, so viele Mega-GGs nach den schwierigen Trockenjahren dort ein Segen… wow!

95
/100

Suckling über: Riesling Ritsch Auslese Erste Lage

Very cool and restrained for an Auslese, with a filigreed personality on the medium-bodied palate, plus a wealth of lychee and mangosteen flavors. Frankly off-dry, but with wonderful elegance and precision that make this even more seductive. Vegan. Drink or hold.,,

95
/100

Galloni über: Riesling Ritsch Auslese Erste Lage

The 2024 Riesling Thörnicher Ritsch Auslese was made with around 40% botrytis-affected fruit that is not shriveled yet. A slight reduction mixes with passion fruit on the nose. The palate is exquisitely pure and full of peachiness. It is rounded and smooth, but on light feet, with beautiful stone fruit pervaded by the smoothest, most lemony freshness. The 2024 is absolutely elegant. (Sweet)

94
/100

Falstaff über: Riesling Ritsch Auslese Erste Lage

Duft nach nassem, heißem Stein, Feuerstein, Zündholz, dahinter reife Zitrüsfrüchte, Mandarinenabrieb, Puderzucker, süßer Minztee. Am Gaumen mit reifer, lebendiger Säure, delikate Süße, Aprikosenmarmelade, Pfirsich, Mango, schöner Schmelz, mineralisch geprägt, elegant und lang.,,

Mein Winzer

Carl Loewen

Stuart Pigott, der wohl neben Stephan Reinhardt (Parker) bekannteste Weinjournalist mit dem Schwerpunkt "Deutsche Weine", erklärte das Weingut Carl Loewen in der FAZ im November 2017 zum Liebling des Jahres.