ADN Anselmo & Dirk Niepoort

Alvarinho Moncao Melgaco 2020

Neu

fruchtbetont
mineralisch
exotisch & aromatisch
92–93
100
2
Alvarinho 100%
5
weiß
12,5% Vol.
Trinkreife: 2021–2028
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 92–93/100
6
Portugal, Minho, Moncao e Melgaco
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Alvarinho Moncao Melgaco 2020

92–93
/100

Lobenberg: Anselmo Mendes hat einen hervorragenden Ruf für Alvarinho und Vinho Verde im nordportugiesischen Gebiet Minho. Aber er hat es in keiner Qualitätsstufe je zur Weltklasse gebracht wie zum Beispiel Zarate jenseits der spanischen Grenze. Seine Weine sind etwas zu rustikal und grob in der Frucht. Dabei gilt er als genialer Winzer und Weinbergsmanager. Sein guter Freund Dirk Niepoort kann aber genau das, was Anselmo fehlt. Geringere Weinbergserträge, Rebschnitt, hohe Mineralität aus niedrigen Erträgen, Eleganz, Ausdruck und Feinheit in der eher moderaten Frucht. Und so fahren die zwei Freunde hier ein Modell, wie es zum Beispiel in Kalifornien oder auch bei Michel Tardieu an der Rhone bewährt ist. Man suche die besten Parzellen eines sehr guten, befreundeten Winzers, also unbedingt notwendige hervorragende Terroir- und Rebalter-Ausgangslage, man leite ihn an im Ertrag und der Weinbergsarbeit, begleite die Ernte und entscheide alle Schritte im Keller. Voila, so geht Weltklasse. Win-win. 2020 ist hier in Minho der erste so in Umlauf gebrachte Alvarinho-Jahrgang und in einer großen Vergleichsprobe mit allen Alvarinhos von Mendes und allen anderen Top-Erzeugern des Minho war dieser preislich so hoch attraktive Wein (darin ist Dirk ganz sicher Weltmeister) selbst von doppelt so teuren Weinen nicht antastbar. Der Wein wird nur im Stahl vergoren und ausgebaut mit langem Hefelager. Nur geringer Schalenkontakt. Die Nase des von Steinobst geprägten Weins zeigt Salz und Mineralik im ersten Duft, aber durchaus elegant und moderat, nicht so extrem wie Zarate, aber auch nicht so aromatisch überbordend in der Frucht wie manch anderer Minho-Wein. Dirk mag keine kitschige Frucht, er will Eleganz, Terroir und Mineralik vor der Frucht bei all seinen Weinen. Im Antrunk dennoch ein Hauch Maracuja nebst Zitronengras, Gesteinssalz und weißem Steinobst. Quitte, Zitronenmelisse, Riesling-Affinität an die Pfalz, puristisch moderate Frucht wie von Winning. Sehr präsent, sehr saftig, ja fast einladend süffig und dabei ohne jeden Kitsch. Geradeaus, direkt, aber ohne die salzige Aggressivität eines Alvarinho von Zarate, und wie schon gesagt, in der Frucht nicht so übertrieben aromatisch. Feuerstein, trotz der Saftigkeit Zitrusfrische und Orangenzesten, dabei gewollt etwas herb, trocken, straff, total geradeaus, kräutrig. Ein Ereignis und doch voller Harmonie, der Königsweg zwischen fruchtigen Alvarinhos und dem Mineral-Extremisten Zarate. Ein klasse Zechwein, lecker mit deutlich salzigem und mineralischem Ausdruck und überaus ausgewogener Frucht und toller Harmonie. Superb! 92-93/100

Mein Winzer

ADN Anselmo & Dirk Niepoort

Anselmo Mendes hat einen hervorragenden Ruf für Alvarinho und Vinho Verde im nordportugiesischen Gebiet Minho. Aber er hat es in keiner Qualitätsstufe je zur Weltklasse gebracht, wie zum Beispiel Zarate oder Soalheiro. Seine Weine sind etwas zu rustikal und grob in der Frucht. Dabei gilt er als...