Jahrgang 2016 - Weißwein - Riesling 100%

Riesling trocken Vom Schiefer

Riesling trocken Vom Schiefer

Lobenberg 94

Lobenberg: Dieser Wein kommt von Reben aus verschiedenen Lagen. U.a. aus dem Trittenheimer Altärchen und Mülheimer Sonnenlay, aber eben Lagen, die von der winzigen Größe nicht geeignet sind jeweils eine eigene Abfüllung zu machen. Das ist schon immer lustig mit Eva Clüsserath zu probieren, weil wir das bei ihrem Mann Phillip Wittmann in Rheinhessen machen. Dann kommen wir aus der rheinhessischen Fülle in die moselanische Eleganz. Und wir sind hier gleich voll in der Mosel. Wir haben hier, anders als in Rheinhessen, wieder Zitrus Aromatik. Schönen Orangenabrieb, Mandarine, pinke Grapefruit. Die klassische Mosel-Nase. Sehr traubig, fein und tänzelnd. Was 2016 von 2015 unterscheidet ist die schon vordergründig eindeutige Köstlichkeit. Der Wein ist so lecker. Die Säure ist sehr viel reifer. Nicht geringer, aber eben reif. Die Extraktsüße schafft die Balance. Aber fast nur Weinsäure, wenig Apfelsäure. Das Ganz ist total balanciert, köstlich, lang und schwingend. Dieser Riesling „vom Schiefer“ ähnelt in erstaunlicher Weise in 2016 dem Riesling SL Spätlese trocken von Thomas Haag von Schloss Lieser. Entsprechend ist der Einstiegswein von Clüsserath, schon die dritte Ebene von Lieser. Diese Intensität mit diesem Wumms. Und gleichzeitig die Feinheit und diese köstlich raffinierte Balance in 2016. Ob dieser Feinheit, ob dieser höheren Ausgewogenheit, möchte ich ihn etwas höher beurteilen als im letzten Jahr. Denn er macht einfach noch mehr Freude. Ist mehr „Everbodys Darling“ und hat trotzdem Würze und Tiefe. 94+/100

--Galloni: Die Seele des Silvaners in Rheinhessen und in Deutschland lebt bei Michael Teschke in Gau-Algesheim. "Ich möchte das Rad beim Wein nicht neu erfinden, es soll sich lediglich etwas schöner drehen." Hier, genau hier, ist die Heimat des „anderen“ Silvaners, des ursprünglichen Silvaners, des Silvaners von individueller Weltklasse. „Die von mir erzeugten Weine entstehen aus Reben, die sich auf ihrem Boden seit Generationen als passend erwiesen haben.“ Michael Teschke ist der dazu passende, verblüffend „andere“ Typ. Mehr Individualismus geht kaum. Das zeigt sich sowohl bei seinem Preis-Leistungs-Wunder des Grauburgunders, mehr aber noch in seiner Paraderebe, dem Silvaner. „Nur eigene Trauben und meine Besessenheit in Wingert und Keller sind der Garant für höchsten Weingenuss!“ Er lebt, ja er brennt für den Silvaner, und er ist beim Wein Traditionalist durch und durch. „In der Traube ist alles vorhanden, man muss es nur aktivieren“ Seit 3 Generationen bewirtschaftet die Familie nun das Weingut im nördlichen Zipfel Rheinhessens. Zuerst stolpert man auf seinen Etiketten auf die Schreibweise: Sylvaner steht darauf. Die alte Schreibweise - immerhin kommen die Trauben auch von weit über 40 Jahre alten Reben. Also kein Grund sich der Moderne hinzugeben. Michael Teschke hat 7 Hektar Rebfläche insgesamt, davon nur 2 ha mit Silvaner, 80.000 erzeugte Flaschen im Jahr, davon nur 20.000 Silvaner. Größenwahn sieht wahrlich anders aus. Die Böden bestehen aus Kalkstein und Kalksandstein, das ergibt diese verblüffende Spannung, Mineralität und Filigranität. Alte Rebanlagen und extrem hohe Laubwände sorgen für natürliche Ertragsregulierung und lockerbeerige Trauben in höchster Qualität. Michael Teschke hört auf die Natur. Er verbiegt seine Reben nicht um jedes Jahr einen Wein füllen zu können. So kommt es vor, dass Lücken entstehen, aber man kann sich sicher sein, dass die Qualität stimmt. "Das hat etwas mit Liebe zu den Reben zu tun, es geht nicht nur um den schnöden Ertrag." Was sich Michael Teschke konsequent im Weinberg erarbeitet, wird im Keller fortgeführt. Als Wahlspruch könnte über seinem Keller stehen: "Same, same - but different". Er gönnt seinen Trauben eine bis zu 36stündige Standzeit auf der Schale. Dann werden sie in Handarbeit schonend auf eine alte Spindelpresse aufgeschüttet und für vier bis fünf Stunden gepresst. Eine ganz eigene Handschrift von Rebsorte und Winzer entsteht. „Der Verzicht auf frühe Schwefelung und die gezielte Oxidation der Moste, Sedimentation durch Schwerkraft und das Ruhen von bis zu 12 Monaten auf einem goldgelben Bett aus Weinbergshefen sind die Meilensteine der Langlebigkeit meiner Weine. Einzelne von ihnen werden von mir gar wöchentlich mit dem Stock aufgerührt.“ Seit 1998 macht Michael Teschke nun Furore in der Weinwelt und ist noch lange nicht am Ende. Er wird ob seiner Größe ein Liebhaber-Weingut bleiben, und das ist gut so. Nur sollte jeder Genießer wissen: Wer jemals ursprüngliche, originäre und archetypische Silvaner von Weltklasse probieren möchte, der kann nur Teschke trinken. Am besten nach mindestens 5 Jahren, besser noch nach 10 Jahren Flaschenreife. Aber Michel ist auch Pionier (oder Bewahrer, ganz nach Betrachtung) des Portugiesers. Eine in Deutschland ob ihrer meist süßen, und zugleich wässrig belanglosen Ausprägung, zumindest von Kennern argwöhnisch beäugten Rebsorte. Der "Liebfrauenmilch" der Rotweine. Aber so wie Aldinger und Hirth in Würtemberg dem Trollinger neues Leben und Klasse eingehaucht haben, so gelingt das Michel hier mit seinen trockenen, hellroten Portugiesern. Von der Farbe ein hellroter Grenache, von der Frucht irgendwie zwischen Trollinger und Beaujolais mit einem Hauch feinster Cabernet Franc darunter. Das hat was! Aber was sonst haben wir von diesem Missionar und Überzeugungstäter erwartet? 90/100


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Rebsorten:
Riesling 100%
Artikelnummer:
30789H
Jahrgang:
2016
Bewertung:
Lobenberg 94+
Galloni 90
Trinkreife:
2017 - 2023
Alkoholgrad:
11,0% vol.
Allergene:
Sulfite
Verpackt in:
6er
Abfüller:
Ansgar Clüsserath, Spielestraße 4 , 54349 Trittenheim, DEUTSCHLAND

Mein Winzer

Ansgar Clüsserath

Ansgar Clüsserath war schlau, auch im nahen Ort Klüsserath selbst gäbe es anständige Weinberge, aber die besseren sind unbestritten in Trittenheim zu finden, man denke nur an die berühmte „Apotheke“. Der Schwerpunkt wird auf die beste Lage gelegt. [...]

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