Jahrgang 2011 - Rotwein - Lemberger 100%

Blaufränkisch quod erat demonstrandum

Blaufränkisch quod erat demonstrandum

Lobenberg 94

Lobenberg: Wie ist der Wahlspruch des Bundeslandes? "Wir können alles, außer Hochdeutsch". Und genauso wenig bekommt man aus dem Mauerblümchen und deutschtümelnden Lemberger einen ungeheuer kraftvollen Blaufränkisch im Stil der Burgenländischen Weine vom Eisenberg hin. Oder eben doch? Das war die Qualitäts-Wette "deutscher Lemberger" zwischen Helmuth Hirth und Heiner Lobenberg. 2011 schaffte der württembergische Winzer erstmals mit diesem Wein eine Dimension in Deutschland, die es in Würtemberg sehr selten gibt. Die klimatisch schlechteren Voraussetzungen gegenüber dem Burgenland muss man mit sehr rigiden Ertragsbeschränkungen und aufmerksamer Weinbergsarbeit ausgleichen. Das schafft kaum einer, stilistisch vielleicht Ellwanger und eben Helmuth Hirth. Genau das soll die Namensgebung "Blaufränkisch" aussagen. Das es eben doch geht. Der neue Paradewein von Hirth, exklusiv in kleinster Menge, fast schwarz, eine radikale Auslese mit fast dramatischer Ertragsreduktion, kleinste Mengen, biologische Weinbergsarbeit wie üblich bei Hirth. Ein Teil entrappt, ein Teil als ganze Traube. Spontanvergärung im Holzbottich, Ausbau burgundisch 2 Jahre im gebrauchten Tonneau auf der Feinhefe ohne Batonnage und ohne Abzug bis zur Füllung. In der Nase deutliche Kirsche als Grundsubstanz, aber auch konzentrierte Waldhimbeere und Heidelbeere. Dann kommt geballt Kiefer und Pinie. Dazu vorsichtig dosiert Schokolade mit Zimt, durch das Barrique noch Vanille, vielleicht ein Hauch Kaffeebohne. Frische Kräuter und nicht zu vergessen Veilchen-Aroma. Etwas dunkle Erde und Lorbeer. Im Mund ganz samtig, aber mit viel tanninbeladenem Nachdruck. Kraftvoll aber seidig, blankpolierte Tannine. Alles herrlich geradeauslaufend. An dieser Geraden entlang schwarze Kirsche, Süßholz, Rote Grütze aber mit harmonisch abgestimmter Säure. Gesteinsmehl und eine Spur Salz im Abgang verleihen Finesse und den mineralischen Ausgleich zur samtigen Fruchtsüße, dabei ohne Restzucker total durchgegoren. Der tendenziell maskuline, drahtige Athlet verbleibt wunderbar lange im Mund und kitzelt die sehr versammelte und dezente Restsüße der Frucht noch mal hervor. Extrem frische Frucht, dicht und voll, superb fokussiert, lebendig und cremig zugleich. Hier stimmt die Balance und Harmonie, ein phänomenaler Lemberger im Stil der besseren Österreichischen Burgenländer. Quod erat demonstrandum - Beweis erbracht! 93-94/100

-- Gerstl: Ausgeprägte, intensive Frucht, aber dennoch dezent, nie aufdringlich und mit genialer Terroir Tiefe. Der Wein hat so etwas ganiales im Antrunk, dies typische Blaufränkisch-Rasse ist extrem fein, dazu die raffinierte Extraktsüsse, der Wein ist sagenhaft aromatisch, total unkompliziert und offenherzig, der umarmt mich mit seinem Charme, es ist ein völlig unkomplizierter Wein, obwohl er ein Kraftbündel ist hat er etwas schlichtes an sich, einfach genial. 18/20


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Rebsorten:
Lemberger 100%
Artikelnummer:
23258H
Jahrgang:
2011
Bewertung:
Lobenberg 93-94
Gerstl 18
Trinkreife:
2014 - 2029
Alkoholgrad:
13,5% vol.
Allergene:
Sulfite
Verpackt in:
6er
Abfüller:
Helmuth Hirth, Rebhof, 74182 Obersulm, DEUTSCHLAND

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Helmuth Hirth

Bereits seit vielen Generationen betreibt die Familie Hirth Weinbau im schwäbischen Willsbach. Vater Walter wandte sich von der Genossenschaft ab, um die Weine für seine Schankwirtschaft selbst zu vinifizieren. [...]

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