Das deutsche Weininstitut vermeldet, dass die eingebrachten Mengen 2019 nochmals geringer ausgefallen sind, als zu Beginn der Weinlese prognostiziert. 19 Prozent unter der Vorjahresmenge im außergewöhnlich ertragsstarken Jahr 2018 und ca. vier Prozent unter dem zehnjährigen Mittel. Natürlich ist das je nach Region verschieden …
 
Und wie wir alle wissen, Menge ist nicht gleich Qualität. Trockenheit, extreme Hitze im Vegetationsverlauf, oder regional begrenzte Frostperioden und Hagelschläge? Es heißt laut DWI, dass trotz Wetterkapriolen die Qualität des neuen Jahrgangs von Erzeugern in den Anbaugebieten mehrheitlich sehr gut beurteilt wird. Für Österreich liest man ganz ähnlich: „Weinjahrgang 2019: gute Qualität, durchschnittliche Menge“
 
Teilen unsere Winzer diese Auffassung? Wie schätzen sie nach der Ernte den Jahrgang bisher ein? Um Ihnen einen realistischen Ausblick zu geben, wie der Jahrgang 2019 ausgefallen ist, haben wir unsere Weinmacher in den Weinbergen und Kellern gebeten ihre Eindrücke zu vermitteln.

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Eindrücke von der Ernte des Jahrgangs 2019 an Mosel–Saar–Ruwer

Das Vegetationsjahr 2019 war in der Moselregion von einigen Wetterextremen geprägt. Nachdem der Austrieb in der zweiten Aprilwoche unbeeinträchtigt war, verursachten Frostnächte am ersten Maiwochenende an Saar, Ruwer und einigen Seitentälern der Mosel teilweise beträchtliche Schäden. Die Rekordhitze im Monat Juli mit Temperaturen von über 40° Celsius machte dem Riesling zu schaffen, sodass hier eine weitere Ertragseinbuße hingenommen werden musste.

Gut beraten war, der die Traubenlese rechtzeitig beginnen und damit das stabile Erntewetter Ende September / Anfang Oktober nutzen konnte.
In der dritten Oktoberwoche sind die letzten, großen Betriebe mit der Lese fertig geworden.

Insgesamt kann für das Anbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer festgestellt werden, dass die Liebhaber, Kenner und Sammler sich auf aromatische, reintönige, rassige Rieslingweine freuen können, die viel Zukunftsperspektive versprechen.

(aus dem Bericht des VDP Mosel–Saar–Ruwer)

 

Die neuen Weine liegen nun seit einigen Wochen in unserem Keller. Zeit für einen kleinen Rückblick und ein erstes Resümee.

Das Frühjahr begann durchwachsen. Auf einem warmen und trockenen März/April folgte ein sehr regenreicher und kühler Mai. Der Entwicklungsstand der Reben lag bis dato auf gewohntem Niveau und wir erwarteten die Rebblüte im nördlichen Rheinhessen nicht vor Mitte Juni. Im Juni und Juli erlebten wir zwei große Hitzewellen. Die heißen Temperaturen und der geringe Niederschlag über Wochen bremste das Wachstum der Weinberge ab, wodurch sich auch der Traubenertrag auf natürliche Weise deutlich reduzierte.

Die Lese begann am 21. September mit kleinbeerigen Spätburgundertrauben wie aus dem Bilderbuch. Die generell geringen Erträge ließen trotz der sehr wechselhaften und kühlen Herbstwitterung die Reife stetig voran schreiten. Wie im letzten Jahr galt es vor allem bei den Burgundern und Chardonnay, aber auch in den wärmeren Riesling Lagen die Trauben nicht zu spät oder gar überreif zu ernten.

Der Riesling zeigte sich am deutlichsten geprägt von dem intensiven Sommer. Keine Traube größer als dass sie nicht in eine Handfläche passte, lagen die Erträge mit nur 20 bis 50 Hektoliter pro Hektar rekordverdächtig niedrig. Ein sonniges Hoch in der zweiten Oktoberwoche brachte dann auch in den kühleren Lagen den letzten Reifekick und am 16. Oktober, nach nur 3½ Wochen war der Jahrgang mit den Trauben aus dem Hundertgulden vollends eingebracht.

Die Moste schmeckten etwas weniger üppig und zart wie im Vorjahr, zeigten dafür aber umso mehr Frucht und Frische. Nach eher kurzen Maischestandzeiten und Mostvorklärung gären die Moste derweil hervorragend. Die ersten schon trockenen Partien probieren sich sehr fein und reduktiv. Sie bekommen nun die nötige Reifezeit auf ihrer Hefe. Wir erwarten mit dem 2019er einen spannenden und charaktervollen Jahrgang mit Finesse und Alterungspotenzial.

Wir haben für unser Bischöfliches Weingut Rüdesheim eine super Qualität eingefahren. Durch die Wetterkapriolen haben wir allerdings nicht die Menge aus dem zehnjährigen Mittel gelesen – im Besonderen in den Rüdesheimer Lagen. Hier sind es nur ca. 40 % der Vergleichsmenge zum Vorjahr gewesen (unter 40 hl/ha) – durch Handlese allerding top selektioniert.

An der Mosel berichtete Clemens Busch vom Beginn seiner Rieslinglese in der ersten Oktoberwoche. Die Mostgewichte sind förmlich „explodiert“; hohe, reife Säurewerte bieten eine perfekte Balance. Die geernteten Mengen sind zufriedenstellend.
(aus dem Bericht des VDP Mosel-Saar-Ruwer)

Die Erntemenge liegt bei uns noch geringer als im Bundesdurchschnitt, 15 % unter dem langjährigen Schnitt 30 % unter dem Jahr 2018.

Aber straffe Weine mit fantastischer Säure, ganz auf der kühlen Seite. Wir hatten vollreife Kerngesunde Trauben und wurden vor dem Regen ganz fertig. Sind also super zufrieden. Man wird sehen wie es wird, aber gut aussehen tut es alle mal.

Der Jahrgang 2019 brachte an der oberen Nahe exzellente Qualitäten bei sehr niedrigen Erträgen. Durch einen geringen Gescheinsansatz (= wenig Trauben), starke Verrieselung während und nach der Blüte (= wenig Beeren pro Traube) und optimale Laubarbeit war die Traubenzone sehr gut durchlüftet und die Trauben blieben lange gesund. Mostgewicht und Säure lagen durchweg im idealen Bereich.

Die Lese begann bei uns am 23. September und endete am 19. Oktober. Trotz der häufigen Regenschauer in dieser Zeit gelang es die Regenlücken gut zu nutzen und die Trauben trocken zu ernten. Vereinzelt auftretende Botrytis wurde zur Erzeugung von Auslesen und Beerenauslesen genutzt.

Die Trockenheit im Sommer hatte im Übrigen auf die Höhe des Ertrages wenig Einfluss, für die Gesundheit der Reben war sie vorteilhaft.

Der Jahrgang 2019 war die 129. Weinlese unsere Familiengeschichte. Wie haben gelernt, dass es in der Natur und dem Weinbau immer um Balance geht. Wir arbeiten für den Weinberg, nicht er für uns. Er bestimmt den Rhythmus, wir wirken nur begleitend. Daher waren wir nach den zwei trocknen Jahren und dem hohen Ertrag in 2018 nicht überrascht, dass die Menge in 2019 ca. 1/3 unter dem Durchschnitt lag. Die Qualität der gelesen Trauben, hat uns aber wieder mehr als versöhnt.

Oliver Haag vom Weingut Fritz Haag spricht von einem „kleinen, aber feinen Jahrgang“. Die geernteten Moste lagen ausschließlich im Prädikatsbereich. Alle möglichen Prädikate konnten gelesen werden. Er hob die gute Traubengesundheit und die fein schmeckende Säure des Jahrgangs hervor.

(aus dem Bericht des VDP Mosel-Saar-Ruwer)

Wenn wir den im offiziellen Kataster – Fläche als Birdview – zugrunde legen, haben wir 2019 pro Hektar knapp 40 Hektoliter geerntet. Wenn wir den guten Pythagoras bemühen kommen wir bei einer Hangneigung von durchschnittlich 100 % (45 Grad) auf ca. 27 Hektoliter pro Hektar. Das wäre bei einem durchschnittlichen Flaschenpreis von 50 Euro kein Problem. Aber …

… dafür ist alles andere toll! Kleinbeerige, gesunde Bilderbuchtrauben, verführerisch und hochkonzentriert. Schon im Moststadium jedes Terroir klar und präzise auf der Zunge! Und Botrytis: Seit langem mal wieder viel und gut! Abends und an den Regentagen wurde mit 40 Personen sortiert und sortiert und sortiert … Rekordverdächtige Goldkapsel-, Beeren- und Trockenbeerenauslesen. Wir sind begeistert!

Die Jury von VINUM – ehemals Gault-Millau – hat den 2018er Schieferterrassen in der Kategorie „Gutswein“ als Besten des Jahrgangs ausgezeichnet. Und unter den Top 10 deutschen „Grands Crus“ sind mit Uhlen Blaufüßer Lay und Uhlen Laubach gleich zwei unserer Weine vertreten. Das freut uns sehr und macht uns stolz: Auf unsere Arbeit, auf unsere fantastischen Terrassen und auf unsere Kunden, die Wein als Kulturgut schätzen, und die nicht auf die vielen Sonderangebote der bunten Werbebeilagen hereinfallen.

Im Großen und Ganzen kann ich die aufgeführte Einschätzung bestätigen. Die Menge bei uns am Kaiserstuhl liegt ziemlich im Durchschnitt der letzten 10 Jahre. Das wir das nicht mit letztem Jahr vergleichen können ist klar.

Der Herbst dieses Jahr war viel mehr von Taktiererei geprägt wie in den Jahren zuvor. Bis zum Beginn der Lese hatten wir wenig Wasser, bis auf einen gewaltigen Niederschlag Mitte August. Die kargen Parzellen, vor allem die GG-Lagen, haben davon viel weniger Wasser ziehen können wie die lössreichen Lagen. Aufgrund dessen waren die GG-Parzellen deutlich früher reif. Der Startschuss fiel Anfang September. Durch kühle Nächte können wir viel Frische bei diesen Weinen Feststellen. Ein Vergleich mit 2013 ist durchaus zulässig.

Im weiteren Verlauf der Lese hat das Wetter sich gedreht und Regen ersetze Sonnenschein. So mussten wir gegen Ende Gas geben um gesunde Trauben zu ernten. Alles in allem ein eher anstrengender Herbst.

2019 war ein bei uns vom Ertrag ca. 10 % unter dem Vorjahr, vor allem die burgundischen Pinot Noir Reben haben deutlich weniger Ertrag gebracht. Ähnlich wie letztes Jahr war hingegen Weißburgunder.

Normalzustand ist beim Wetter zwischenzeitlich das Extrem. Wir hatten einen sehr warmen und trockenen März April, dafür Schneefall am 4. Mai. Mit 0 °C blieb der Schnee nur kurz liegen, so sind wir gerade noch an Frostschäden vorbeigeschrammt. Dafür sind dann Juni und Juli teilweise extrem heiß gewesen. Mit 40 °C sind wir gerade noch größeren Hitzeschäden entgangen

Nach dem wir uns jahrelang gegen die Installation einer Tröpfchen-Bewässerung gesträubt haben, haben wir solche Anlagen in drei Weinbergen aufgebaut. Im nun vierten Trockenjahr in Folge ließ sich das in Weinbergen mit steinigen, flachgründigen Böden nicht mehr vermeiden. Erfreuliche war, mit diesen Tropfschläuchen hatten wir mit relativ wenig Wasser einen guten und bleibenden Erfolg. Es war schön zu sehen, wie sich die Reben schnell und nachhaltig  erholt haben. Zwiespältig für mich dennoch: ein weiterer Eingriff in den Naturkreislauf und in den Jahrgangsverlauf, ein hoher zusätzlicher Arbeits-Aufwand.

Die 2019er Weine sind schön. Etwas leichter, frischer und straffer als die Jahrgänge zuvor. Eher hintergründige, subtile Kraft, genauso, wie wir das mit unseren Weinen ausdrücken wollen.

„So ist 2019 ein brillanter Jahrgang geworden. Kristallin und tiefgründig, voller Spannkraft und lebendiger Vibration.“

Peter Bernhard Kühn

 

Das Gefühl, wenn man am Ende einer Weinlese steht, und nach vier Wochen im Dauerlauf gerade die letzten Trauben gelesen hat, ist nur schwer in Worte zu fassen. Es war eine Lese, die zunächst ganz unscheinbar, verlockend und spielerisch zu werden schien, die dann aber mit jedem Tag ein Stückchen mehr von ihrem wahren Charakter offenbarte und zur echten Herausforderung wurde.

Bei malerisch spätsommerlicher Wetterlage begann unsere Lese ganz in Ruhe am 13. September. Doch Anfang Oktober mussten wir während unserer Ernte – ironischer Weise durch das Tiefdruckgebiet „Peter“ – einigen Regen einstecken. So erlebten wir eine Lese, die auf Grund ihres Witterungsverlaufs in Sachen Sorgfalt und Selektionsintensität höchste Ansprüche an uns stellte. Eine Lese, in der die Achtsamkeit nie absacken durfte und die Konzentration konstant hochgehalten werden musste. Eine Lese, die Ausdauer und Widerstandskraft permanent gefordert hat, denn es gab keinen Raum für Nachlässigkeiten oder Verschnaufpausen. In vielen Herbstberichten geht es gerne um die romantische Magie, die während der Weinlese entsteht. Doch dieses Jahr war wenig Platz für Herbstromantik. Der wahre Kern der Schönheit und die echte Romantik des Jahrgangs 2019 liegt für uns darin, dass die Herausforderung so schwierig, dass der Aufwand so enorm war. Die Schönheit war verschlossen und musste erst mit großem Einsatz und viel Sorgfalt erkämpft werden.

Nur die romantischen Szenen der Lese zu zeichnen, wäre den Menschen nicht gerecht geworden, die diese Qualität und Klarheit, die diesen Sieg mit uns gemeinsam erkämpft haben. Ein Sieg, der uns stolz macht – ein Spiel, das uns alles abverlangt hat, und auf das wir jetzt mit großem Spaß zurückblicken können, denn wir haben wieder alles gegeben.

So ist 2019 ein brillanter Jahrgang geworden. Kristallin und tiefgründig, voller Spannkraft und lebendiger Vibration. Wir freuen uns schon jetzt sehr darauf, die Weine bald mit Ihnen zu probieren.

AYL (Saar), 100 % Riesling …

– Menge = ca. 45 % weniger als 2018 und ca. 20 % weniger als der Durchschnitt von 2012–2017.

Gründe: Vom natürlichen Ertragspotential des Austriebs im Frühjahr 2019 her gerechnet ca. 5 % Verlust durch Spätfrost an den Hangfüßen – ca. 25 % Verlust durch Sonnenbrand Ende Juli – ca. 15 % Verlust durch frühe Botrytis, die radikal aussortiert und auf den Boden geschnitten wurde. Ansonsten hätten wir ein Ertrag wie im Jahrgang 2018 gehabt.

– Qualität = von Kabinettqualität (ca. 80°Oe) über Spätlesequalität (ca. 85°Oe) aufwärts bis zur guten Auslese (ca. 105°Oe). Moste geschmacklich sehr gut und sauber. Wenn dann Überreife, aber keine Fäulnisnoten.

– Weinstil = durchschnittlich 1 g/l Säure mehr als in 2018, vergleichbar mit 2017. Feine, fruchtige Noten, teils exotisch. In der breiten Masse der Fässer sehr ansprechende Kombination aus mineralischen und zartfruchtigen Noten. Etwas weniger Alkohol als in 2018, vergleichbar mit 2017.

– Portfolio = breites Sortiment an animierenden Kabinetten, und Feinherben Grand Crus, mittlere Menge an trockenen GGs. mittlere Menge an trockenen und feinherben Ortsweinen, kleines Programm edelsüßer Rieslinge

– Empfehlung = 2018er im trockenen und edelsüßen Bereich sichern – trocken bis feinherb, feinherb und feinfruchtig aus 2019 reservieren.

Der Jahrgang 2019 wird wieder als ein Jahr der extreme an der Mosel in die Geschichte eingehen.

Nach einem recht frühen Austrieb und einer normalen Vegetation im Frühjahr haben sich die Winzer wieder auf ein „normales Jahr“ im langjährigen Mittel gefreut. Die Spätfröste Anfang Mai haben in einigen warmen Lagen, welche bereits weiter in der Rebentwicklung waren, zu teils größeren Ausfällen geführt. Die Schäden haben sich jedoch nur über einzelne Weinberge erstreckt und waren längst nicht so drastisch wie in 2017.

Auf einen kühlen Mai, der die Rebentwicklung ein wenig verlangsamte, folgte ein 28 % wärmerer Juni (im Vergleich zum vieljährigen Mittel seit 1961). Die Rebblüte fand unter sehr heißen Temperaturen statt, sodass viele Beeren nicht befruchtet wurden. Sehr lockere Traubenansätze haben das Winzerherz höher schlagen lassen. Die heißen Sommertage mit dem deutschen Hitzerekord gemessen an der Mosel, in Trier am 25. Juli mit 40,6° Celsius, haben den Reben zu schaffen gemacht. Ganze Traubenstiele konnten der Hitze nicht stand halten und sind wortwörtlich in der Sonne verbrannt. Diese Trauben sind gänzlich eingetrocknet und haben somit zu einer recht frühen, natürlichen Ertragsreduzierung geführt, die Basis für einen großen Jahrgang.

Ein kühler September mit warmen Tagen und kalten Nächten hat den Trauben eine unheimliche aromatische Reife gegeben. So konnten wir unsere Lese am 30. September beginnen und bereits am 12. Oktober beenden. Das Zeitfenster zwischen perfekter aromatischer Reife und Überreife war aufgrund der Niederschläge in der Lese sehr klein gesetzt. Die Trauben zeigten sich unheimlich aromatisch und intensiv. Der tollen Traubenqualität steht leider wieder mal ein Wehrmutstropfen bei der Menge gegenüber. Mit etwas weniger als der Hälfte des 2018er Ertrags geht die diesjährige Ernte als einer der kleinsten Ernten in die Bücher unseres Weinguts ein.

Das Ergebnis sind hocharomatische Moste mit viel Struktur und einer tollen animierenden, reifen Säure. Die ersten Tage der Gärung verlaufen sehr gut und der Duft im Keller lässt uns sehr optimistisch für das kommende Jahr stimmen.

Zu allen Weinen von Carl Loewen

Man redet ja immer gerne über das Wetter, meist einfach, weil einem nichts Besseres einfällt, immer im Hinterkopf, dass man es eh nicht ändern kann. 2019 war das Wetter aber durchaus mehr als Smalltalk.

Wir starteten relativ normal in den Jahrgang 2019, Austrieb und Blüte der Reben verliefen gut. Der Sommer brachte uns Rekordhitze und lange Trockenperioden. Tiefes Wurzelwerk und Adaption an unsere extremen Steil- und Terrassenlagen ließen unsere Reben auch dies meistern. Wir schauten einem mengenmäßig kleinen und qualitativ hochwertigen Jahrgang entgegen. Der Regen, der uns im Sommer nicht gegönnt war, kam dann im Herbst. Und dann leider zu viel davon.

Da wir ausschließlich trockene Weine ausbauen und somit nur 100 % gesundes Lesegut verwerten können, war die Weinlese eine Sisyphosarbeit und ein Marathon. Selektion der Trauben und immer wiederkehrende Lesepausen auf Grund von Regen trugen dazu bei, dass unsere Weinlese 2019 an einigen Tagen endlos erschien. Leider können wir an der Mosel nicht von durchschnittlichen Erträgen sprechen.

Am Ende wird alles gut … 2019 kann bei uns recht einfach beschrieben werden: Qualität hat ihren Preis! Geringer Ertrag auf Grund der starken Selektion, deshalb aber auch Top-Moste, die zu Top-Weinen werden.

An der Ruwer haben Frost im Mai und Hitze im Juli die Erntemenge fast halbiert. Wie im ganzen Anbaugebiet Mosel kann registriert werden, dass das „Erntefenster“, d. h. die verfügbare Zeit für die Lese des Rieslings von der physiologischen Reife bis zum optimalen Ende immer kürzer wird. Das stellt die Ernteteams immer wieder vor große Herausforderungen.

Im Weingut Maximin Grünhaus wurde die Lese in der letzten Septemberwoche mit Pinot Blanc und Pinot Noir begonnen. Seit 10 Jahren lässt sich feststellen, dass besonders der Pinot Noir mit den teilweise extremen Wetterlagen gut zurecht kommt. In fast allen Jahrgängen sind hochgrädige Moste mit guter Farbintensität, feiner Säure und viel Aromatik geerntet worden.

Die kleine Riesling-Ernte wurde mit einem idealem Mostgewicht / Säureverhältnis (1:10) eingebracht: Es können reife, rassige, tiefgründige und langlebige Rieslingweine erwartet werden!

(aus dem Bericht des VDP Mosel-Saar-Ruwer)

Die Natur kommt nun zur Ruhe. Es regnet, ein kalter Wind dazu – das klassische Herbstwetter.

Regen war im Sommer 2019 auch wieder ein sehr knappes Gut, was uns vor immer größere Herausforderungen stellt. Das größte Problem beim Jahrgang 2019 war allerdings eine Spätfrostnacht, die am 5. Mai lokal nur in Retzstadt unsere Weinberge fast komplett vernichtet hat. Mit einem Ertrag von rund 20 Hektoliter pro Hektar haben wir 2019 die kleinste Ernte in unserer Weingutsgeschichte eingefahren.

Etwas entschädigt hat uns die Qualität des Jahrgangs. Die animierende Säure mit den optimalen Zuckerwerten zeigt schon im jungen Stadium im Keller, dass wir uns auf großartige Weine im Frühjahr freuen dürfen.

Unser Sohn Benedikt hat neben seinem Job als Außenbetriebsleiter im Weingut auch seinen Ausflug in die große weite Weinwelt mit dem Titel zum IKH-Sommelier erfolgreich abgeschlossen. Unsere Jüngste, Sophia, ist im Juni zur Retzstadter Weinprinzessin gekürt worden. Sie ist mit großem Spaß dabei und sammelt viele Eindrücke in ihrem neuen Amt.

Wir freuen uns sehr und fühlen uns geehrt, dass wir im Weinführer Eichelmann in die Kategorie zum „WELTKLASSE Weingut“ aufgestiegen sind. Zudem führt unser 2018er HIMMELSPFAD Silvaner GG die Silvaner-Riege in der Bestenliste an.

Auch im Gault-Millau wird der 2018er Silvaner HIMMELSPFAD GG als bester deutscher Silvaner ausgezeichnet.

Der Jahrgang 2019 hat ja viel positives im Vorfeld versprochen und die Vegetationsperiode ist, abgesehen von einer nicht ganz so guten Wasserversorgung sehr zufriedenstellend verlaufen.

Wir haben jedoch einige Anlagen, die in Folge der Trockenheit etwas gelitten haben. In unseren Premium-Lagen hat das jedoch keinen Ausschlag gegeben und durch ein intensives Ausdünnen und Arbeiten an der Laubwand sind die Erträge hier mehr als zufriedenstellend.

Während der Ernte hat die Witterung etwas Kapriolen geschlagen und wir mussten recht zügig unsere Trauben nach Hause bringen. Was wir im Keller am Gären haben ist sehr vielversprechend und lässt einen sehr guten Jahrgang erwarten…

„Was wir im Keller am Gären haben ist sehr vielversprechend und lässt einen sehr guten Jahrgang erwarten…“

von Oetinger

Dr. Katharina Prüm vom Weingut J. J. Prüm ist glücklich über die exzellenten Qualitäten des Rieslings in allen Prädikaten. „Die Moste schmecken super, die Säuren sind gut – nur die Menge ist nicht berauschend!“

Die Wintermonate von Januar bis April waren schon eher mild, im Durchschnitt der Jahre ca. 2 °C zu warm. Auch die Niederschläge fielen eher spärlich aus. Als dann der Austrieb Mitte April startete, ähnlich wie 2018, war eine Wiederholung des Extremjahrgangs zu erwarten!

Im Mai gab es allerdings einen Kälteeinbruch, ohne Frostschäden, der zu einer nur sehr zögerlichen Rebenentwicklung führte. Deshalb hatten wir auch eine verzögerte Blüte. Am 8. Juni 2019 war Blütestart in unserer TOP-Lage Binger Scharlachberg und damit ca. eine Woche hinter dem Vorjahr. Allerdings zwei Wochen vor der Norm!

Im Juni und Juli gab es Hitzerekorde mit jeweils einer Woche über 40 °C. Dadurch gab es dann auch Sonnenbrandschäden Ende Juli, die bei uns sehr moderat ausfielen, da wir bei diesen heißen Temperaturen keine Entblätterung der Traubenzone durchgeführt hatten!

Der große Regen kam dann im August mit einem Plus von 46 %. Das schien sich dann Anfang September zu entspannen, bis ab ca. Mitte September ein gefühlter Dauerregen bis Mitte Oktober startete!  Insgesamt ca. 150 Liter pro Quadratmeter!!!

Bei warmen Temperaturen blieb das natürlich nicht ohne Folgen. Wunderbare, kerngesunde Trauben platzten auf, wie man das von den Tomaten kennt. Zuerst die Hitze, dann der viele Regen machten den Beerenhäuten doch sehr zu schaffen. Ausgezahlt hat sich dieses Jahr wieder mal das Wickeln der Triebe in den „Großen Lagen“ Scharlachberg, Kirchberg und Osterberg. Diese Trauben waren extrem locker und den Beeren schien das Wetter nichts anhaben zu können. Unser Handlese-Team wurde vor eine nicht ganz leichte Aufgabe gestellt: selektieren, selektieren, selektieren!!!

Was letztendlich im Keller landete war jedoch mehr als genial. Die perfekt selektierten Trauben ergaben wirklich herausragende Weine. So konnten wir drei trockene Lagenrieslinge ernten, deren Triebe alle gewickelt wurden und somit lockere, gesunde Trauben erbrachten. Ebenso im süßen Bereich von Kabinett bis Beerenauslese alles mit dabei. Und die ersten durchgegorenen Weine sind extrem vielversprechend!!! Doch zum lachenden Auge gehört leider auch das Weinende: Gegenüber 2018 hatten wir 28 % weniger Mengenertrag. Und gegenüber dem Durchschnitt ca. 12 %

Alles in allem wiedermal ein Jahrgang, der sehr viel Engagement und Zeit gekostet hat, aber weinqualitativ sicherlich weit oben einzuordnen ist! Wir sind also sehr optimistisch für einen genialen Jahrgang 2019. Denn selbst im Extremjahr 2018 ist es uns gelungen, insbesondere aus den Toplagen, eine hervorragende Jahrgangs-Kollektion zu keltern.

Der Jahrgang 2019 war sehr heterogen und anspruchsvoll. Später Austrieb und Blüte, dann große Hitze und Trockenheit im Sommer. In einigen Teilen auch „Trockenschäden“ die penibel rausselektiert wurden. Einige Weinberge haben relativ früh hohe Reifewerte erreicht, andere jedoch ungewöhnlich spät. Dies musste man einschätzen können und auch dann Geduld haben, trotz kommender Regentage.

Am 3. September haben wir mit der Ernte begonnen. Die Säurewerte und der Geschmack der Trauben waren top und so konnten wir auch schon früh unsere GG Spätburgunder und Weißburgunder ernten. Diese Lese verlief optimal, alles war hier kerngesund wenngleich die Menge extrem gering ausfiel Spätburgunder im Durchschnitt bei 32 Hektoliter je Hektar (inkl. Guts- und Ortswein).

Die Rieslinglese war differenzierter. Hier starteten wir am 18.9 in Ungstein, das erste GG kam am 23. September aus dem Weilberg in den Keller mit 97 Öchsle und 9,5 Säure! Kallstadt musste noch deutlich warten. Hier begannen wir am erst am 4. Oktober und beendeten die Lese mit unseren Rieslingen aus dem Saumagen am 9. Oktober ebenfalls mit Werten zwischen 90–96 Öchsle und Säurewerten zwischen 8 und 9 Gramm. Die Werte waren optimal und der Geschmack der Trauben auch, allerdings war viel Arbeit dafür notwendig. Denn durch die zwischenzeitlichen Regentage mussten wir viele Beeren aussortieren.

Die Moste oder Jungweine probieren sich sehr vielversprechend nur gibt es dieses Jahr extrem wenig davon. Im Durchschnitt haben wir über das ganze Weingut hinweg einen Ertrag von 47 Hektoliter je Hektar.

Wir sind sehr zufrieden mit der Ernte. Mit 44 Hektoliter pro Hektar sind wir auch noch mit einem blauen Auge davon gekommen was die Menge betrifft.

Die Qualitäten sind gut bis ausgezeichnet, nur das Wetter während der Ernte war sehr bescheiden. Es werden typische frische leichte aber aromastarke Saar-Riesling-Weine wie man sie kennt, vergleichbar vielleicht mit 2016.

 

Das neue Jahr startete ähnlich wie das Jahr 2018 zu Ende ging. Das Regendefizit von ca. 130 Liter pro Quadratmeter wurde auch im Januar, Februar und März wegen fehlender Niederschläge nicht aufgefüllt. Auch die Temperaturen waren gegenüber dem langjährigen Mittel durchgehend zu warm. Der April startete mit normalen Temperaturen, die bis Mitte des Monats immer sommerlicher wurden und zu einem schnellen Austrieb führten. Von Ende April bis Mitte Mai waren die Temperaturen durchwachsen, der ersehnte Regen fiel leider nicht. Die Blüte der Reben begann dennoch ca. 14 Tage vor dem langjährigen Mittel und war Mitte Juni bereits abgeschlossen. Wir warteten, und warteten, aber er kam nicht, der Regen …

Wie schon im Jahr zuvor, versorgten wir unsere Reben mit Wasser aus unserem Ortsbrunnen und aus dem Main. Das dies auch dieses Jahr wieder die Richtige Entscheidung war, zeigte sich im weiteren Witterungsverlauf, der uns keinen Regen bis zur Weinlese brachte. Der August war mit warmen, bis sehr heißen Temperaturen, auch viel zu trocken und die zwei heißen Tage Mitte August mit über 40 Grad verbrannten nicht nur frühreife Sorten wie Bacchus, sondern auch Rieslinge und sogar teilweise Rotweinsorten.

Der September startet mit kühlen Temperaturen und sehr kalten Nächten, was für eine großartige Aromabildung in der Traube gesorgt hat. Am 12. September starteten wir mit der Weinlese mit warmen, aber nicht zu heiß Temperaturen und mit weiterhin kühlen Nächten. Dass 22 Tage später, die Lese schon abgeschlossen sein sollte, daran dachte am Anfang noch keiner. Hatten wir die letzten zwei Jahre schon geschrieben, die schnellste Lese in der Geschichte des Weinguts gemacht zu haben, so zeigte uns 2019 das wir noch schneller sein mussten und konnten! Die Frage ob wir zu schnell unterwegs sind, stellten wir uns mehr als einmal, die Presse lief 20 Stunden am Tag und der Kaffee in strömen. Das es gut war auf unser Bauchgefühl zu hören, war bestätigt nachdem genau nach unserem letzten Lesetag am 3. Oktober der Regen kam …

Wir sind sehr zufrieden mit den Mosten, die gerade in unserem Weinkeller gären! Weine mit moderatem Alkohol und einer intensiven Aromatik gepaart mit einer ansprechenden Säure.

Wie immer ist die Ahr so ein bisschen im gelobten Land. ☺

Hagel und Frost hatten wir gar nicht und Sonnenbrand nur in ganz wenigen Fällen. Die Qualität ist sensationell. Es wird ein spannender Jahrgang. Sicherlich bringt er nicht die Menge von 2018, aber das war ja auch schon fast zu schön um wahr zu sein.

Nach dem sehr heißen, trockenen Jahr 2018 haben wir 2019 wieder eine feine Säure und eine schöne Fruchtstruktur. Das heißt wir dürfen uns auf sehr elegante und filigrane Weine freuen, die aber aufgrund der heißen Periode eine Wahnsinns Länge und Struktur haben werden. Sehr spannende Weine. Wir freuen uns drauf.

Roman Niewodniczanski vom Weingut Van Volxem freut sich über hervorragende Moste für reichhaltige, trockene Weine. Die Grundlagen für exzellente GROSSE  GEWÄCHSE sind auch in diesem Jahrgang gelegt!

Allerdings: „Der Herbst mit großem handwerklichem Aufwand für die Gewinnung optimalen Leseguts war teuer!“

(aus dem Bericht des VDP Mosel-Saar-Ruwer)

„Könnte sich zu einem meiner Lieblingsjahrgänge entwickeln. “

Katharina Wechsler

 

Der Jahrgang 2019 liegt mir besonders am Herzen. Es ist bereits der 10. Jahrgang in der noch jungen Geschichte des Weinguts und der erste, den wir in komplett ökologischer Wirtschaftsweise bearbeitet haben. Biologisch zu arbeiten war schon lange mein Wunsch und wir sind froh, dass wir das erste Jahr trotze mancher extremer Wetterlagen gut gemeistert haben.

Die Natur spielte, wie so oft in den letzten Jahren, verrückt. Das stimmt nachdenklich und stellt uns Winzer immer wieder vor große Herausforderungen. Die Rekordhitze im Juli mit bis zu 40 Grad ist keinem in Europa entgangen und auch in diesem Jahr, mussten sich die Rebwurzeln tief nach Wasser strecken. Waren 2018 die Wasserreserven nach dem Winter noch gut gefüllt, starteten wir 2019 bereits mit einem Defizit in die Vegetationsperiode. Die Rebstöcke mussten sich nach der Verausgabung im letzten Jahr und der langen Trockenheit schonen, daher haben sich die Trauben sehr locker und klein entwickelt sodass wir unterm Strich den kleinsten Jahrgang in unserer Weingutsgeschichte eingefahren haben.

Als dann im August endlich der Regen kam, atmeten wir auf und die Trauben konnten 6 Wochen vor Erntebeginn das lang ersehnte Wasser tanken. Die Menge ist zwar ein Wermutstropfen, aber der Geschmack und die Qualität versöhnen uns sehr.

Die Weine aus 2019 werden fein und elegant mit Druck und tollem Extrakt. Könnte sich zu einem meiner Lieblingsjahrgänge entwickeln.

Franken hat in seiner Gesamtheit in 2019 die kleinste Ernte seit 1985, wenn die Zahlen vom fränkischen Weinbauverbadn stimmen. Bei uns im Haus liegt die Erntemenge etwa 1/3 unter dem Durchschnitt, bei allerdings (soweit man das schon vor Ende der Gärung sagen kann) hervorragender Qualität.

2019 – mal wieder ein „normaler“ Herbst

Nach den rekordverdächtig frühen Lesen der vergangenen beiden Jahre stand uns 2019 mal wieder ein „normaler“ Herbst ins Haus – sprich ein Herbstbeginn im letzten Septemberdrittel.

Die Temperaturspitzen in den Hitzephasen Juni/Juli mit Temperaturen von über 40 Grad in einigen Weinbergen führten trotz nur geringer Entblätterung der Stöcke stellenweise zu Sonnenbrand. Da auch die Reifeentwicklung nicht so einheitlich verlief wie im letzten Jahr, startete unser „Herbscht“ mit einer Vorlese.

Richtig rund ging es dann mit dem Grauburgunder, den wir, abgesehen von den alten Anlagen, als erstes in den Keller geholt haben. Es folgte das „volle Programm“ beim Spätburgunder, den wir quasi am Stück aus unseren Weinbergen geerntet haben. Da wir mit über 20 Erntehelfern sehr schnell unterwegs waren, kamen wir auch nicht in Zeitnot wegen eventueller Überreife. Es folgte der Syrah, der sich in unserem Klima inzwischen mehr als wohl zu fühlen scheint: Die Beeren waren traumhaft reif und versprechen tolle Qualitäten.

Pünktlich zum Traumwochenende am 12. und 13. Oktober landeten dann mit Weißburgunder, Chardonnay und Gutedel die letzten Trauben im Keller. Und obwohl uns die Zuckerwerte unserer Trauben nicht als maßgebliches Qualitätskriterium gelten: Eine Parzelle mit alten Gutedelstöcken erreichte 2019 an die 90 Oechsle. Insofern bemerkenswert, weil Gutedel normalerweise zwischen 70 und 80 Oechsle liegt.

Trotz dieses „Ausreißers“ verspricht dieser Jahrgang viel: Die meisten unserer weißen und roten Toptrauben lagen um die 95 Oechsle und damit im für unsere Stilistik idealen Bereich. Hinzu kommt eine ausgeprägte Säure bei niedrigen pH-Werten. Diese Kombination verspricht Weine, die trotz guter Struktur und Dichte dennoch saftig und vital sein werden.

Unsere seit 2018 BIO-zertifizierten Weingärten starteten bestens gepflegt in die Vegetationsphase 2019. Nach einem warmen und mäßig feuchten Winter, begann das Frühjahr trocken und fast sommerlich. Der zeitige Austrieb ließ Spätfröste befürchten. Im Mai wurde es dann auch sehr kühl.  Die Temperaturen blieben jedoch fast immer über der Gefahrenschwelle, und so kamen wir mit minimalen Einbußen davon. Als Segen erwies sich die mit der Kühle einhergehende Feuchtigkeit, sie sorgte auch dafür, dass die Stöcke gut versorgt in die Blühphase gelangten. Diese war Mitte Juni bereits abgeschlossen, relativ früh, aber doch um fast 2 Wochen später als im Jahr 2018.

Ab dem Beginn der Lese für den Verjus und die Sektgrundweine Ende August entwickelten sich die Bedingungen geradezu ideal, um alle Sorten, Weintypen und Lagen ohne Hast und mit der nötigen Sorgfalt gesund und in perfekter Reife einzubringen. Die Lese wurde in der Folge nur von einigen kurzen Regenphasen unterbrochen, begleitet von kühlen Temperaturen und viel Wind.  Ein Glück, denn der beständige Wind trocknete die Reben schnell ab, es entwickelte sich kaum Botrytis aber sehr wohl bereits in den frischen, klassischen Weinen eine zarte aber tiefgründige Aromatik, die so typisch für die besten Weine des Kamptals ist.

Als am 21. Oktober im Weingut Bründlmayer die Lese abgeschlossen war, blickten wir nur in zufriedene, entspannte Gesichter. Die Menge liegt leicht unter dem langjährigen Durchschnitt, aber der Jahrgang, da sind wir zuversichtlich, hat das Potential, groß zu werden.

2019 zeigt sich im Keller schon vielversprechend, nachdem fast alle Weine ihre alkoholische Gärung problemlos durchlaufen haben. Duftiger Zweigelt Rosé wird, wie’s aussieht, bereits zu den Festtagen viel Genuss bereiten!

Bei uns war die Ernte Anfang Oktober zu Ende. Es war eine sehr angenehme Lese, weil kein Regen uns gestört hat und die Temperaturen bei max 25 Grad lagen. Kühle Nächte bis zu drei Grad waren für die Aromatik natürlich auch wichtig.

Wir hatten im Juni/Juli eine Trockenphase von fast sieben Wochen ohne Regen. Daher führten wir eine Ausdünnung bei unserer Junganlage durch. Die älteren Reben haben diese Trockenphase gut überstanden. Vor der Lese hatten wir dann noch einige Regentage. Einmal sogar mit leichtem Hagel, was bei betroffenen Lagen zu einem geringen Ernteausfall von ca. 5–10 Prozent führte. Die Erntemenge war im alljährigen Durchschnitt, aber natürlich geringer als die letzten beiden Jahrgänge.
 
Die Qualität des Traubengutes war hervorragend. Wir hatten die üblichen Krankheiten im Weinbau heuer sehr gut unter Kontrolle. Kein Mehltau und keine Botrtis war während der Lese auf den Trauben zu finden.

Da die Traubenqualität einwandfrei war, bin ich auch sehr zuversichtlich auf die Qualität im Wein. Es gären noch viele Weine, daher ist es noch schwer abzuschätzen, wie die Weine schlussendlich schmecken werden. Potenzial ist auf jeden Fall viel vorhanden.

Wenn man sich als Winzer etwas wünschen darf, dann ein 9er Jahr!! Aus welchem Grund auch immer, die 9er Jahre gehören immer zu den Besten.
 
Nach einem sehr trockenen und wieder einmal zu milden Winter wurden die Sorgen beim Austrieb, durch einen kühlen (aus heutiger Sicht!) und niederschlagsreichen Mai aufgelöst. Die Blüte fiel daher auch in eine „normale“ Zeit Mitte Juni und verlief gut aber nicht zu gut und somit war der Fruchtansatz deutlich unter dem Rekordjahr 2018.

Der Sommer blieb zwar wieder einmal trocken und teilweise auch heiß, doch in Summe gab es immer rechtzeitig Regen und kühle Phasen. Das gesamte Jahr war ungefähr zwei Wochen später als 2018, d. h. noch immer etwas früher als man das von den 80er Jahren kannte. Wahrscheinlich war es ein Jahr des „neuen Normal!“
 
Die Weinlese begann für Sekt in der letzten Augustwoche und endete für die Herkunftsweine des Kamptals am Ende der ersten Oktoberwoche. Wenige Tage waren verregnet. Physiologische Reife, Geschmack der Trauben und Analyse des Saftes geben uns Hoffnung dass der Weinjahrgang 2019 zu den ganz ganz Guten gehören wird. Wie weit oben in der Bestenliste wird man aber erst in einiger Zeit wissen! Die Menge ist natürlich deutlich hinter 2018 geblieben dürfte sich aber nur etwas unter dem langjährigen Durchschnitt befinden.

In Österreich schaut die Situation ganz ähnlich wie in Deutschland aus.

Gott sei Dank sind wir von Frost und Hagel verschont geblieben, abermals hat uns aber die Trockenheit zugesetzt, v. a. in den südlich exponierten steilen Hängen und Terrassen des Kremstals sowie in der pannonischen Tiefebene des Neusiedlersee-Gebietes.

Fazit: Die Ernte ist in etwa 30 % geringer ausgefallen als die (ziemlich ausgiebige) 2018er. Das Traubenmaterial war durchwegs gesund. Die Qualitäten zeigen sich jetzt, da die meisten Weine durchgegoren sind, recht vielversprechend. Durch frühzeitige Lese sind die Alkoholwerte im Rahmen, die Säurestruktur balanciert.

Alles in Allem ein Jahrgang, der sich in die Reihe der renommierten 9er-Jahrgänge einreihen könnte.

Der Jahrgang 2019: vollreife und sehr gesunde Trauben lassen fruchtbetonten, nervig-eleganten Jahrgang erwarten! Der 2019er wird sich in die hervorragenden 9er-Jahrgänge der letzten Jahrzehnte in vortrefflicher Weise einordnen. Alle Voraussetzungen für einen ausgezeichneten Jahrgang sind gegeben!

Die Ernte begann heuer wieder – wie vor den Hitzejahren üblich – Anfang Oktober. Besonders erfreulich war das gute Lesewetter während der gesamten fünfwöchigen Ernteperiode. Das warme Jahr mit einigen Trockenphasen brachte eine sehr gute Traubenreife sowohl bei Grünem Veltliner als auch bei Riesling. Die Mengen allerdings sind durchwachsen: durchschnittlich bei Grünem Veltliner, ein Drittel weniger beim Riesling. Bemerkenswert ist die geringe Saftausbeute nicht zuletzt aufgrund der Dickschaligkeit (und Lockerbeerigkeit) infolge der Hitzeperioden; die Trauben waren dafür umso intensiver im Geschmack.  Einzigartig – zumindest im Vergleich zu den letzten Jahren – waren die mehr als kühlen Herbstnächte (Nachttemperaturen vielfach deutlich unter 5 °C) die für exzellente Fruchtigkeit und gute Säurestruktur sorgten.

Die Monate Jänner, Februar und März waren überdurchschnittlich mild und sehr trocken. Kälteperioden wie im Vorjahr blieben aus. Das Knospenschwellen begann aufgrund der milden Witterung teilweise bereits Ende März. Nach einem wechselhaften, aber warmen April (1,5 °C über dem langjährigen Durchschnitt) folgte der kälteste Mai seit 1991. Eine Verzögerung in der Entwicklung der Reben war die Folge: die Blüte setzte etwa zwei Wochen später als im Vorjahr ein – was letztlich dem langjährigem Schnitt entspricht! Die Rebblüte war erstaunlich zügig beendet (12.–15. Juni). Der wärmste, sonnigste und trockenste Juni aller Zeiten (4,7 °C über dem Durchschnitt seit Beginn der Messungen 1767) war ein Monat für die meteorologischen Geschichtsbücher, auch Juli und August waren überdurchschnittlich warm. Mehrere Hitzewellen mit teils schweren Gewittern und sintflutartigen Regenfällen prägten diese Sommermonate. Von größeren Hagelschäden blieb die Wachau heuer zum Glück verschont.

Die Jungweine zeigen sich sehr aromatisch, mit einem sehr guten Säuregerüst, angenehmen Trinkfluss und ausgeprägter Sortentypizität. Der gehaltvolle Charakter wird von einem moderaten Alkoholgehalt unterstützt, die gute Säurestruktur kommt der Fruchtigkeit zugute. Vielversprechend ist auch das Reifepotenzial: der 2019er wird uns sicher lange in ausgezeichneter Weise begleiten und erfreuen!

„In der Steiermark kratzt 2019 am Bilderbuch-Status.“

Sattlerhof

Der Jahrgang 2019 in der Steiermark Würziger Charakter, langlebige Weine

Der Austrieb im Frühjahr kam zeitig und wurde durch gute Wasserversorgung und warmes Wetter begünstigt. Als die jungen Triebe am stärksten wuchsen, wurde es kühler und die Überleitung in ideales Blühwetter freute alle Bio-Winzer in der Steiermark besonders.

Der Sommer war überwiegend warm und trocken. Wenige punktuelle Niederschläge sorgten in dieser Phase für gleichmäßiges Wachstum und erleichterten die Handarbeit am Stock. Es folgte ein goldener Herbst mit warmen Tagen und kühlen Nächten, was charaktervolle und langlebige Weine erwarten lässt. Die lockerbeerigen Trauben schmeckten hoch reif bei frischem Säuregerüst; ideale Voraussetzungen für eine ruhige Spontangärung.

Das vorteilhafte Wetter im Herbst ermöglichte eine selektive/n Ernte/Ausbau jeder Parzelle, was den Charakter des Bodens im Wein besonders in den Vordergrund rückt. Daher erwarten uns 2019 tiefwürzige Weine mit großem Potential in der Reife.

Kurz: In der Steiermark kratzt 2019 am Bilderbuch-Status. Die Menge war für uns gut, bei herausragender Qualität.

Das Weinjahr war zur Blütezeit sehr regenreich, was vor allem für die biologischen Bewirtschaftung eine große Herausforderung darstellte. Es ist uns aber dank unserer fantastischen Mannschaft mit aller größtem handwerklichen Einsatz und präziser Handarbeit gelungen, den Regenperioden und der extrem hohen Luftfeuchtigkeit zu trotzen und einen fantastischen Jahrgang heranreifen zu lassen.

Die Qualitäten sind hervorragend, auch die Erträge sind sehr zufriedenstellend. Unsere Ernte selbst war ausgesprochen harmonisch, es blieb viel Zeit für Vorselektionen, sodass die besten Qualitäten bis Mitte Oktober hängen bleiben konnten. Wir freuen uns schon auf diesen vielversprechenden Jahrgang!

Schon bei Sonnenaufgang stehen wir zwischen den Rebzeilen um die Trauben kühl und frisch zu ernten. Ab dem späten Vormittag ist Erntepause und so können wir die feinen Aromen dieses extremen Jahrganges gut speichern. Die Lese beginnt am 20. August mit Sauvignon blanc, Pinot Noir und dann Sankt Laurent.

Ich erwarte mir einen sehr guten Jahrgang. Die Wasserversorgung war kleinräumig sehr unterschiedlich, bedingt durch örtliche Gewitter, aber insgesamt war der Jahrgang nicht so extrem trocken und hier im Burgenland, auch nicht so extrem heiß wie 2003. Außerdem haben wir dazugelernt und keine Blätter in der Traubenzone entfernt, damit reifen die Beeren im Halbschatten, was sehr förderlich für die Aromen ist und auch gegen Trockenstress der Pflanze wirkt.

 

The 2019 Harvest
from Premiere Presse No. 58 Oct. 2019

“Saved by the rain!” shouted Alexandre Thienpont to me from his tractor, racing through the vines towards harvest reception with no time to do interviews this time. Rain at the end of July and beginning of August really did come to the rescue for the very thirsty, long-suffering vines and set up the veraison and ripening processes in near-ideal conditions. Except that in late August, a canicule (almost a dirty word in the Bordeaux vineyard these days), or heat-wave, set in to start driving up alcoholic degrees, lowering acidities and concentrating the juices to the extent that potential volume was falling daily. Then at last came September showers, just in time to rebalance the grapes to some extent and relieve some of the stress, not just of the vines but of the growers, too. Amazingly, acidities held up well, and 2019 promises to have a “fresh” dimension that few producers had anticipated. Incredibly, in northern Spain, where rainfall was far lower than in Bordeaux, good levels of acidity also prevailed.The interviews below were made over recent days.

“We’ve now had five warm ‘solaire’ vintages in a row: 2015, 2016, 2017, 2018 and now 2019, and amazingly they’re all fresh in character, possibly the freshest tasting vintages ever made at the estate.” – Pierre-Olivier Clouet

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“I spoke to Michel Rolland before the harvest, and I told him I intended to pick early, and he said, ‘you’re right, go for it’.” – Marielle Cazaux

 

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“Let’s say that before going into the market, it’s better to have good wine in your bottles than not. We’ll see about the economic context later.” – Frédéric Faye

 

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“The grapes ripened in sunny but not excessively hot weather. Our acidities are excellent. On average, the pH in the Merlot is 3.55.” – Pauline Vauthier

 

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“Once the density comes down to 1040 you sense the alcohol is present and at that point you need to be careful not to over-extract.” – Mickaël Obert

 

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“When you work organically, there is naturally more acidity in the juices. That’s a fact. If there is good acidity in the juices this will balance the alcohol.” – Vincent Priou

 

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2018 was a miraculous vintage. We did not dare to imagine a 2019 vintage worthy of years in 9 ...

And yet ... 2019 seems an unexpected vintage.

Especially since the weather was for the most confusing: After an early start, the vegetative cycle is quickly slowed down by spring frosts in April (1/3 of the vineyard affected here) and a cold month of May. The flowering takes place from June 17 to June 20, at very classic dates for Champagne ... but soon reveals a very important “millerandage” (very small grapes). Then the year is marked by a tilt, two peaks of heat wave in June and July (record 42,5 °C  in the vineyards) and again high temperatures in late August. Scalding, usually limited in Champagne is a marker of this year.

So that:
– The volume of harvest in the Côte des Blancs is less than a normal year ... We will not qualify this crop of small in quantity, but of “lower average”.
– the harvest dates were earlier than expected, the vegetative cycle from blossom to harvest being much lower than “100 days” of the 1980s or even 89 days of the last decade. The Champagne harvest “opens” in 2019 ... 81 days after flowering.

Nevertheless, this “puzzling weather” leading to accelerated maturation kinetics raises questions. While our parents harvested by referring mainly to a sugar / acidity indicator, today we have to invent others criteria (aromatic maturity, skin colors ...), as a “2019 Chardonnay of 85 days at 10 ° 6 potential” does not have the same tasting maturity as a “Chardonnay of 100 days at 9 ° 9 of the 1980s” ...

So we have waited, as in recent years, to harvest our Chardonnay at an “optimal aromatic maturity” between 88 and 95 days ... and harvested from 13 to 23 September.

The result is unexpected (compared to our July pessimism):
– grapes were 100 % healthy: no botrytis,
– alcoholic potential unimaginable: the average  is 11,80 % vol  ... nearly 1 point higher than the average of the best years.
– the acidity and pH are very satisfactory.
– The aromatics of juices and wines at the end of fermentation ... are very promising.

We are so happy winegrowers: even though the volume 2019 is not important, the quality of the wines seems to be so outstanding that we consider to have the essential: great juices to elaborate rare Champagne. We dare to add: “What else? ...”

We are confident: we know we have made the most of an atypical  year. We think that we have something exceptional in our tanks. But let’s be careful before comparing this 2019 vintage to others … Let’s wait patiently to discover these “vins clairs” in spring.

Burgund

Quality of the extra harvest but quantity in decrease it goes from 40 to 50 % of decrease in volume. I have never seen a harvest with so many small berries very « millerandées »,very good alcohol /acidity balances, perfect Ph, quite a lot of tartaric acid but a very low juice yield. We are on a volume level of a vintage like 1995.

We have thick skins, sugar, flesh but little juice and a sanitary state of the harvest close to perfect. We are on a very great vintage according to certain style 59 but let’s not get carried away too quickly ... I think that in red we can perhaps say it but less certain for whites althought as always there will be exceptions on the great terroirs and at the great estates !

In vinification it will be necessary to be very gentle in the extractions because not all of them had reached perfect maturity. I think once again that the Côte de Nuits is doing even better this year !

Emmanuel Reboud

This year 2019, because of the capricious climatic conditions, yields will be low. We are expecting a small harvest but of good quality and rich in concentration.

The weather in this early September is ideal: fresh nights with hot days. Harvest has begun September 10th.

The 2019 vintage has not been easy but it is promising.

 

Harvest 2019 officially ended with the vinification of the Montepulciano grapes that had been left to dry at our winery in Roseto (picture attached) that will be an important basis for some of the blends selected by our winemakers. Now we can start to talk about the results.

Thanks to favourable weather conditions, with plenty of rain until the end of May, that enabled the vines to grow with the right amount of water and to create the perfect water reserve, the weather was dry but not too hot for the whole Summer, pleanty of rain until the end of May that allowed the vines to grow without any stress due to a water shortage, the vine has found the best conditions to be able to make its fruits grow better and still today, we have beautiful weather with cool nights and very sunny days, which make the perfect weather conditions for the aromas and the balance of wines.

Quality is 5 star; the grapes arrived at the cellar perfectly healthy and the perfect ripeness, just as the winemakers wished. Harvest and the working were carried out without the stress that the weather conditions usually require when there are rains to avoid, so as to allow us to make wine according to the new protocols that our research and development department has planned to have the highest amount of top quality grapes.

The only negative note was a decrease in the production volume, of about 27 % compared to a standard vintage.

Foradori gibt noch mal eine Rückblick über das vorangegangene Jahr 2018. Das ist der Jahrgang, der jetzt aktuell auf dem Markt ist.

 

ES WAR TROPISCH!

Das Weinjahr 2018 hat den klimatischen Trend der letzten Jahre nicht nur bestätigt, es ist das klarste Beispiel der Tropikalisierung des Alpenklimas. Die Tropikalisierung in der Piana Rotaliana lässt sich an drei Faktoren festhalten: eine höhere Durschnittstemperatur, mehr Niederschläge(mehr regnerische Tage als auch eine höhereNiederschlagsmenge) und Intensivierung extremer Phänomene.

Winter: schneereich, nicht besonders kalt, doch haben Schnee und Regen unsere Rebstöcke gut bewässert. Eine Ideale Ausgangslage für das Frühjahr.

Frühling/Sommer: Am Anfang trocken, dann regnete es häufig; fast jeden Tag ein Gewitter. Der alpine Wald wird zum Dschungel, unsere Weinberge ein Lianen-Dickicht. Es fehlen Bananen, Tarzan und Jane und das Bild wäre perfekt. Der Pilzdruck ist enorm, wir kratzen gerade noch die Kurve.

Herbst: Beginn der Ernte am 27. August, am 12. Oktober haben wir die letzten Trauben gelesen. Es war eine lange Lese geprägt vom extrem trockenen und warmen Herbst, die Trauben waren in einem perfekten Zustand, aufgrund der Wetterbedingungen konnte zum optimalen Zeitpunkt der Reife gelesen werden. Säure und tiefe Tanninstruktur sind weniger präsent, die Weine sind von der Frucht geprägt, weich,rund. Die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht waren sehr gering, mit der Erntemenge sind wir zufrieden.

Pinot Grigio: reif, würzig und barock.

Manzoni Bianco: trotz des warmen Wetters zeigt er frische und Präzision. Bis jetzt unser Liebling in diesem Jahr. Es wurden einige Experimente mit Manzoni durchgeführt mit verblüffenden Resultaten.

Nosiola: reif und spät gelesen, zügige Gärung noch undefiniert, aber vielversprechend.

Teroldego: die Gretchenfrage: „Nun sag, wie hälts du es mit dem Teroldego?“ man konnte lesen, warten, lesen, warten. Was für ein Dilemma, mit dem wir in den kühlen Alpen selten konfrontiert sind. Aufgrund der Wärme und Trockenheit konnte man lange mit der Lese zögern: Botritis, Fäulnis-Fehlanzeige. Doch jeder Tag der verging brachte Zucker und der sonst knackige Teroldego wurde rund, kugelrund. Wir haben, früh und spät gelesen. Nicht alle Weine sind trocken, unsere sonst leichtflüssigen Keller- und Weinbergshefen hatten gerade mit den Granato- Pergeln etwas mehr Mühe den opulenten Zuckergehalt in Alkohol umzuwandeln, der Anteil von 30 % an ganzen Trauben hat zur Komplexität und Finesse beigetragen. Wir warten auf das Ende der letzten Gärungen, um ein klares Bild der Lese 2018 zu haben.

Voerzio lässt nur kurz durchblicken, dass die Ernte perfekt verlief und dass Sie großartige Ergebnisse erwarten. Ansonsten legen Sie den Blick noch mal auf die jetzt verfügbaren Jahrgänge 2017 und 2018.

 

We are ending our harvest and has been great, we expect a great quality!

As you probably know, on September 5th a big storm with hail damaged many vineyards in Langhe district. From 2015 we have decided to protect 100 % of our vineyards with anti-hail nets, so we had no damages at all. The quality of the grapes has been preserved and is very hight.

In these days we are starting to sell our Langhe Nebbiolo 2017 Disanfrancesco, Barbera d’Alba Il Cerreto 2017, Dolcetto d’Alba Priavino 2018. These wines are really enjoyable from the beginning, but they have all a very good ageing potential.

Wines from 2017 vintage are extremely rich in fruit, silky, roud, very fine. The Dolcetto Priavino 2018 comes from a vintage a colder vintage so has a predominant fruitiness (vinosity), a perfect characteristic for a wine like this.
 
We can now say that the last five vintages were of a really good quality and that we had no loss in the production due to weather or other reasons; for Dolcetto, Barbera and Nebbiolo we have now available our expected average of bottles.

“The quality of the grapes has been preserved and is very hight.”

Roberto Voerzio

End point to our 2019 harvest. The harvest season started on 9 September in the vineyards of Lagar de Cervera, Rías Baixas, and ended on Wednesday 16 October in the Áster vineyards in Ribera del Duero. They were six weeks during which a great team of more than 150 people worked hard both at the vineyard and at our four wineries, performing essential harvest tasks whose results confirm good expectations.

Of particular note was the high quality of the Torre de Oña grapes, leading the Head Winemaker Julio Sáenz to state that "we are quite possibly looking at one of the best crops ever" for our winery in Rioja Alavesa. This follows on the laboratory tests and sensory tastings of the first musts, which prove “very well-balanced, with high colour intensity, very good acidity, great freshness and outstanding aromatic intensity, with that strong fruit expression that we require in our Rioja Alavesa wines.”

Meanwhile, at La Rioja Alta, S. A., the initial balance is also positive despite the difficult weather that plagued our vineyards throughout the year. Constant work on the estates, harvesting grapes in small boxes and optical selection have allowed us to achieve some particularly good wines with high colour intensity; very suitable for barrel aging. The only issue is the alcoholic strength, which was significantly higher than that of previous vintages.

At Áster, we were very patient and waited until a very good ripening balance was reached in the Tinta del País grapes. This meant getting musts with a high colour intensity and firm, friendly tannins that make us quite optimistic about their evolution. In this case, alcoholic strength has also been somewhat higher than in previous crops.

Finally, in our Galician winery, Lagar de Cervera, the wines have already concluded their fermentations without incident. We are very happy with the quality achieved, although there was a significant drop in production, as in the rest of the Rías Baixas, which for us could be as low as 40 % below last year’s figures.

“The end of the harvest confirms good expectations”

La Rioja Alta

2019 Vintage at Monte Bello Winery

Following the dry winter of 2018, the heavy rains of 2019 were welcome. A moderately strong El Nino formed in the eastern Pacific, which intensified storms and directed their energy at California. Monte Bello received sixty-five inches of rain for the season, twice our average amount. It rained often, but not torrentially as the weather systems moved through. It allowed for good absorption into the subsoil avoiding erosion while replenishing underground water reserves. Once spring arrived, there was explosive growth of grass and cover-crop that helped with drawing excess water out of the ground. This was followed by frequent mowing which prevented nutrients being pulled away from the vines.  Our Sonoma County vineyards received a larger amount of rain than did Monte Bello.  The ground was saturated with water through late spring. Having great drainage in these vineyards was essential for inducing water stress later in the growing season. 

Once summer arrived, it brought several lengthy heat waves between June and July.  This accelerated the growing season and energized the vines into extending their shoots and filling out canopies, growing inches by the day.  For most vineyards, flowering occurred during calm weather. Clusters were full and abundant. The merlot parcels at Monte Bello were the only ones that got caught by bad weather during bloom. Their clusters had a lot of shatter resulting in great concentration but unusually low yields.  Throughout August and September, despite bursts of heat, cold foggy weather slowed ripening.  Our first pick was done on August 23rd, bringing in the old vine carignan from the Evangleho vineyard in Contra Costa County.  Dusi Ranch zinfandel from Paso Robles followed on September 2nd.  Geyserville took much longer to ripen with the first block not coming off until September 16th.  The rest of Geyserville trickled in, with most of it brought in at the end of September.  The last three parcels were petite sirah harvested on October 8th.

Monte Bello’s chardonnay ripened later than normal, while the white rhone vines in the Adelaida District ripened right on time (middle-to-late September.)  During that time, there was a surge of white grapes coming into the winery and requiring the presses.  It was at the same time that many red fermentors needed to be drained and pressed. With the pace of this harvest, and yields being larger than expected, quick turnover of fermentors was necessary.  At the peak of harvest there were forty red tanks filled and fermenting at once — the “critical mass” moment of harvest.  Our small fermentors achieve greater extraction from the skins during fermentation and also allows us to separate vineyard parcels as they are harvested.  This approach gives more options during assemblage so we can be more selective with the lots chosen.  For the 2019 vintage at Monte Bello we fermented 172 red and 19 white wine lots. Assemblages have already been done for most of the zinfandels. Chardonnay, white rhone varietals, and Monte Bello components will be tasted and assembled throughout the first half of 2020.  Though young, the zinfandels are delicious and more on the elegant side. Chardonnay and white rhones are still fermenting, but promise to be of some of the finest quality I have ever seen; they are truly amazing and it will be very exciting to see how they come together after malolactics finish this coming spring. 

Monte Bello’s bordeaux grapes were slow to ferment but produced outstanding quality. Our only wish would have been for more merlot, which is the shining star of the vintage.  There are so many excellent lots to choose from to make the 2019 Monte Bello. Merlot, cabernet and petit verdot, should come together beautifully at assemblage and produce a good number of cases.  We had to pull out the cabernet franc parcel at Rousten, so for now we only have our oldest block to consider adding.  It was, as in the past several years, co-fermented with the surrounding old vine merlot and cabernet sauvignon. This may be the most successful vintage of having done this co-fermentation. The wine is quite deep and sensuous.  Currently, in the cellar the wines are quickly finishing malolactics and starting to settle down. The first assemblage will happen in early February. There is always great anticipation among the winemaking and vineyard teams for this tasting.  It is the culmination of all our hard work of farming the vineyard and extraordinary care in the winery.

Eric Baugher

The weather before the beginning of the harvest was a rollercoaster showing extreme temperatures, going from days with 5 ºC in Gualtallary to other days with 38 ºC in Lujan de Cuyo. We carried out a very strict control on the ripeness of the grapes, to determine the exact date in which they would be ready for harvest, and specially to avoid an excessive sugar level.

Therefore we were able to follow our early harvest philosophy and began picking up our Lujan de Cuyo Malbec on the 19th February and the Bonarda on the 26th February. The harvest on the Uco Valley began on the same 26th, and we are still picking up grapes! The ants keep working non-stop!

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