Themenspecials


Alle Beiträge

Menschen, so sagt man, sehen mit der Zeit ihren Hunden immer ähnlicher. Oder Hunde ihren Menschen? Wie dem auch sei, die intensive Beschäftigung miteinander führt zu einer sichtbaren Ähnlichkeit.


(Felix Peters / St.Antony) In Weinbeschreibungen stösst man immer wieder auf den Begriff „Mineralität“, doch während viele gar nicht so genau wissen, was sich dahinter verbirgt, erforscht die Wissenschaft, wie der Geschmack in den Wein kommt. Das Magazin „New Scientist“ hat nun die Faktoren untersucht, die Einfluss auf den Weingeschmack haben.


In vielerlei Hinsicht ist ein Winzer auch nur ein Landwirt, welcher seine Früchte ca. 60-80 cm über der Erde jedes Jahr auf neue von hölzernen Rebstöcken erntet. In wie weit er dabei mit der Natur Synergien schafft, d.h. durch geschickte Eingriffe sie in ihrem Handeln unterstützt und ohne chemische und bio-chemischen Helferlein ihr freien Lauf lässt, obliegt einzig und alleine dem Winzer. Auf der anderen Seite gibt es auch eine ganze Menge an vornehmlich Trauben-Landwirten, die nur die Mengen Optimierung im Sinn haben und potentielle Risiken auf Seiten der Natur durch exzessiven Düngen und dem Einsatz von Pestiziden und Herbiziden zu minimieren versuchen. Schlussendlich hat der Weintrinker als solches die Wahl, was ihm sein Weingenuss wert ist. Das der naturnahe und unterstützende Ansatz hier oft nicht der günstigere ist, brauche ich wohl nicht extra zu betonen.


„Mit Essen spielt man nicht“, hat uns Mutter früher eingebläut (neben den sattsam bekannten Sätzen vom leer gegessenen Teller und seinem Einfluss auf das morgige Wetter und die Sache mit den Füßen unter dem Tisch). Mit Wein auch nicht, sollte man meinen, wenn man sieht und liest, mit welch geheiligtem Ernst so mancher Weinliebhaber sich seinem Lieblingsgetränk nähert. Wein, so scheint es, ist eine – fast hätte ich geschrieben bier- – ernste Angelegenheit.


Comtes Lafon aus Meursault und Domaine Leflaive aus Puligny-Montrachet: Zwei Weißwein-Legenden des Burgunds, die so in ihrem Stil und Klasse nahezu unerreicht sind, sich aber deutlich voneinander unterscheiden. In Deutschland besitzen wir auch solche Ikonen, die aber noch lange nicht in derartigen preislichen Sphären schweben. Und doch bringen sie ein ähnliches Qualitätsniveau in die Flasche. Die zwei Pfälzer Erneuerer und aktuellen Superstars der Szene: von Winning und Reichsrat von Buhl. Sie besitzen für mich Referenzcharakter, sie sind ein stilistisches Vorbild für burgundische Rieslinge und bereichern unser Land und die weltweite Außenwirkung der deutschen Rieslinge. Ich sehe hier, am Beispiel des GG vom Pechstein, zweimal Weltklasse einer Lage unterschiedlich interpretiert. Und Sie? Diskutieren Sie mit, ich bin neugierig auf Ihre Einschätzung!


Natürlich schaut die ganze Weinwelt auf die Großen Gewächse. Sie stellen die Referenz des Jahrgangs im trockenen Bereich dar und erlauben den Winzern Spielraum und persönliche Entfaltung. Hier kann auch etwas gewagt und Jahr für Jahr in Nuancen optimiert werden. Nicht unwichtiger sind aber die Basisweine, von denen weitaus mehr Flaschen den Weg in die Gläser der Endkonsumenten finden. Ein Gutsriesling fungiert als Visitenkarte des Winzers. Er zeigt, was man vom Weingut erwarten kann, in welche Richtung der Weinstil geht. Vor allem aber soll er Trinkfluss bieten, einen Vorgeschmack auf den Jahrgang geben und direkt aus der Flasche eingegossen, Freude bereiten.


Beim Stichwort Bordeaux fallen schnell die klangvollen, großen Namen. Petrus, Mouton, Lafite, Las Cases und Co. Kein Wunder, denn sie sind ja auch medial in aller Munde und Konsumenten wie Weinhändler erwarten stets neugierig die Bewertungen der renommierten Kritiker. Doch die preisintensiven Blue Chips der Region machen nur einen winzigen Prozentsatz des größten zusammenhängenden Anbaugebiets für Qualitätswein aus.


Die internationalen Rebsorten wie Chardonnay, Pinot Noir oder Merlot sind weit bekannt und werden auf verschiedensten Terroirs kultiviert. Aber nicht alle Rebsorten können regionsübergreifend reproduziert werden. Gerade beim Wein fasziniert der Facettenreichtum. Ich lade Sie hiermit dazu ein, drei Weine zu entdecken, die ihre Herkunft besonders widerspiegeln und rebsortentypisch sind. Jene Weine aus autochthonen Rebsorten finden sich so nur nur in bestimmten Regionen, wo sie ihren Ursprung haben und bis heute beheimatet sind. Ohne die Rekultivierung und Pflege einzelner Winzer würde so manch Rebsorte heute längst in Vergessenheit geraten sein. Finden Sie heraus, warum diese Weine definitiv ihre Berechtigung haben.


Jerôme Bressy – diesen Namen gilt es sich zu merken. Auch wenn das Wort „Rebell“ im Kontext Wein so langsam zu verweichlichen erscheint, ist der Mann hinter dem Weingut „Domaine Gourt de Mautens“ für die im Schatten von Chateauneuf du Pape stehende AOC Rasteau ein waschechter Rebell. Ab dem Jahrgang 2010 geht er noch einen logischen Schritt weiter: Er entfernt die AOC Angabe „Rasteau“ von seinen Labels und referiert stattdessen „Vaucluse IGP“. Der Grund ist so simpel wie selbsterklärend. Die Regularien der AOC passten einfach nicht mit denen seiner Reberziehung und dem Mischsatzprinzip, welches Jerome seit Jahren praktiziert. Also raus aus der AOC und rein in das Vermarktungsrisiko.