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Was hat die Lese 2015 im Bordelais gebracht?
Die meisten Winzer sind bereits durch, zum Großteil steht der Jahrgang in den Kellern der Châteaux. Jetzt entscheiden die Kellermeister darüber, wie sie die Qualität aus dem Weinberg zu 100% bewahren können. Journalist Andrew Black hat einige der namenhaftesten Winzer und Önologen befragt.


Menschen, so sagt man, sehen mit der Zeit ihren Hunden immer ähnlicher. Oder Hunde ihren Menschen? Wie dem auch sei, die intensive Beschäftigung miteinander führt zu einer sichtbaren Ähnlichkeit.


In vielerlei Hinsicht ist ein Winzer auch nur ein Landwirt, welcher seine Früchte ca. 60-80 cm über der Erde jedes Jahr auf neue von hölzernen Rebstöcken erntet. In wie weit er dabei mit der Natur Synergien schafft, d.h. durch geschickte Eingriffe sie in ihrem Handeln unterstützt und ohne chemische und bio-chemischen Helferlein ihr freien Lauf lässt, obliegt einzig und alleine dem Winzer. Auf der anderen Seite gibt es auch eine ganze Menge an vornehmlich Trauben-Landwirten, die nur die Mengen Optimierung im Sinn haben und potentielle Risiken auf Seiten der Natur durch exzessiven Düngen und dem Einsatz von Pestiziden und Herbiziden zu minimieren versuchen. Schlussendlich hat der Weintrinker als solches die Wahl, was ihm sein Weingenuss wert ist. Das der naturnahe und unterstützende Ansatz hier oft nicht der günstigere ist, brauche ich wohl nicht extra zu betonen.


„Mit Essen spielt man nicht“, hat uns Mutter früher eingebläut (neben den sattsam bekannten Sätzen vom leer gegessenen Teller und seinem Einfluss auf das morgige Wetter und die Sache mit den Füßen unter dem Tisch). Mit Wein auch nicht, sollte man meinen, wenn man sieht und liest, mit welch geheiligtem Ernst so mancher Weinliebhaber sich seinem Lieblingsgetränk nähert. Wein, so scheint es, ist eine – fast hätte ich geschrieben bier- – ernste Angelegenheit.


Comtes Lafon aus Meursault und Domaine Leflaive aus Puligny-Montrachet: Zwei Weißwein-Legenden des Burgunds, die so in ihrem Stil und Klasse nahezu unerreicht sind, sich aber deutlich voneinander unterscheiden. In Deutschland besitzen wir auch solche Ikonen, die aber noch lange nicht in derartigen preislichen Sphären schweben. Und doch bringen sie ein ähnliches Qualitätsniveau in die Flasche. Die zwei Pfälzer Erneuerer und aktuellen Superstars der Szene: von Winning und Reichsrat von Buhl. Sie besitzen für mich Referenzcharakter, sie sind ein stilistisches Vorbild für burgundische Rieslinge und bereichern unser Land und die weltweite Außenwirkung der deutschen Rieslinge. Ich sehe hier, am Beispiel des GG vom Pechstein, zweimal Weltklasse einer Lage unterschiedlich interpretiert. Und Sie? Diskutieren Sie mit, ich bin neugierig auf Ihre Einschätzung!


Jerôme Bressy – diesen Namen gilt es sich zu merken. Auch wenn das Wort „Rebell“ im Kontext Wein so langsam zu verweichlichen erscheint, ist der Mann hinter dem Weingut „Domaine Gourt de Mautens“ für die im Schatten von Chateauneuf du Pape stehende AOC Rasteau ein waschechter Rebell. Ab dem Jahrgang 2010 geht er noch einen logischen Schritt weiter: Er entfernt die AOC Angabe „Rasteau“ von seinen Labels und referiert stattdessen „Vaucluse IGP“. Der Grund ist so simpel wie selbsterklärend. Die Regularien der AOC passten einfach nicht mit denen seiner Reberziehung und dem Mischsatzprinzip, welches Jerome seit Jahren praktiziert. Also raus aus der AOC und rein in das Vermarktungsrisiko.


Spanien gilt als eines der besten Rotweinländer der Welt und ist die ursprüngliche Heimat der berühmten Rebsorten Tempranillo und Garnacha. Die Rioja ist die qualitativ und historisch bedeutendste spanische Weinregion, sie liegt malerisch an den Ufern des Ebro im Schutz der mächtigen Berge der Sierra Cantabria im Nordwesten der iberischen Halbinsel. Dort entstehen intensive, tiefrote, würzige Rotweine mit einer ausgesprochenen Feinheit, duftig und voller Finesse und Frische, traditionell in großen und kleinen Holzfässern ausgebaut. Die fast pittoresk bezaubernde Rioja Alavesa ist Baskenland und hier wächst die Crème de la Crème! Alava ist die Heimat der drei besonderen Winzer, die ich Ihnen hier vorstellen möchte. Vielleicht die Top 3 der Winzer Spaniens aus der besten Weinregion des Landes.