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„Mit Essen spielt man nicht“, hat uns Mutter früher eingebläut (neben den sattsam bekannten Sätzen vom leer gegessenen Teller und seinem Einfluss auf das morgige Wetter und die Sache mit den Füßen unter dem Tisch). Mit Wein auch nicht, sollte man meinen, wenn man sieht und liest, mit welch geheiligtem Ernst so mancher Weinliebhaber sich seinem Lieblingsgetränk nähert. Wein, so scheint es, ist eine – fast hätte ich geschrieben bier- – ernste Angelegenheit.


Comtes Lafon aus Meursault und Domaine Leflaive aus Puligny-Montrachet: Zwei Weißwein-Legenden des Burgunds, die so in ihrem Stil und Klasse nahezu unerreicht sind, sich aber deutlich voneinander unterscheiden. In Deutschland besitzen wir auch solche Ikonen, die aber noch lange nicht in derartigen preislichen Sphären schweben. Und doch bringen sie ein ähnliches Qualitätsniveau in die Flasche. Die zwei Pfälzer Erneuerer und aktuellen Superstars der Szene: von Winning und Reichsrat von Buhl. Sie besitzen für mich Referenzcharakter, sie sind ein stilistisches Vorbild für burgundische Rieslinge und bereichern unser Land und die weltweite Außenwirkung der deutschen Rieslinge. Ich sehe hier, am Beispiel des GG vom Pechstein, zweimal Weltklasse einer Lage unterschiedlich interpretiert. Und Sie? Diskutieren Sie mit, ich bin neugierig auf Ihre Einschätzung!


Jerôme Bressy – diesen Namen gilt es sich zu merken. Auch wenn das Wort „Rebell“ im Kontext Wein so langsam zu verweichlichen erscheint, ist der Mann hinter dem Weingut „Domaine Gourt de Mautens“ für die im Schatten von Chateauneuf du Pape stehende AOC Rasteau ein waschechter Rebell. Ab dem Jahrgang 2010 geht er noch einen logischen Schritt weiter: Er entfernt die AOC Angabe „Rasteau“ von seinen Labels und referiert stattdessen „Vaucluse IGP“. Der Grund ist so simpel wie selbsterklärend. Die Regularien der AOC passten einfach nicht mit denen seiner Reberziehung und dem Mischsatzprinzip, welches Jerome seit Jahren praktiziert. Also raus aus der AOC und rein in das Vermarktungsrisiko.


Spanien gilt als eines der besten Rotweinländer der Welt und ist die ursprüngliche Heimat der berühmten Rebsorten Tempranillo und Garnacha. Die Rioja ist die qualitativ und historisch bedeutendste spanische Weinregion, sie liegt malerisch an den Ufern des Ebro im Schutz der mächtigen Berge der Sierra Cantabria im Nordwesten der iberischen Halbinsel. Dort entstehen intensive, tiefrote, würzige Rotweine mit einer ausgesprochenen Feinheit, duftig und voller Finesse und Frische, traditionell in großen und kleinen Holzfässern ausgebaut. Die fast pittoresk bezaubernde Rioja Alavesa ist Baskenland und hier wächst die Crème de la Crème! Alava ist die Heimat der drei besonderen Winzer, die ich Ihnen hier vorstellen möchte. Vielleicht die Top 3 der Winzer Spaniens aus der besten Weinregion des Landes.


Wann immer ich erzähle, dass Champagner zu meinen Lieblingsweinen gehört, sehe ich meinen Gesprächspartnern an, was sie denken: "Klar, der Herr Sommelier mag's eben nobel." Dabei ist das totaler Quatsch. Champagner ist für mich einer der technisch interessantesten Weine weltweit. Keine andere Appellation hat ein dickeres Regelwerk, mehr Vorschriften und Regulierungen. Hinzu kommt, dass nirgendwo sonst die Verlockung größer ist, als Winzer seine Trauben einfach zu verkaufen, anstatt sich den Tücken der Herstellung zu ergeben. Wer also macht -neben den großen Häusern- eigenen Champagner? Perfektionisten, Freaks, Idealisten, allesamt charakterstarke Winzer, und das merkt man den modernen Stilistiken auch an. Das gibt es in anderen Regionen der Weinwelt zwar auch, aber meiner Meinung nach selten in so hoher Dichte wie in der Champagne.


Nicht nur landschaftlich und wirtschaftlich gibt es eine klare Grenze zwischen Norditalien und dem Süden. Auch weinbautechnisch lässt sich Italien zweiteilen. Während im Norden die ganz großen Weine von Weltruf im Piemont und Umgebung entstehen und Verona, Mailand oder Turin wirtschaftlichen Wohlstand bescheren, nimmt der Grad der Industrialisierung über Apulien bis Sizilien deutlich ab. Der Süden ist besonders agrarisch geprägt und es herrscht weniger Kaufkraft. Im gleichen Maße verändern sich die Weine.


Die Familie Aldo Conterno produziert schon seit über fünf Generationen Wein. Das Weingut liegt im Weiler „Bussia Soprana“ bei Monforte d’Alba, der besten Lage Monfortes und eine der besten Lagen für Barolo überhaupt. Man verwendet auch heute noch, bzw. wieder, ausschließlich die aus eigenen Weinbergen stammenden Trauben.