Zum dritten Mal fand am 20.11. in Neustadt das internationale Gipfeltreffen der Extraklasse des Meininger Verlages statt. Zwar mit wechselndem Line-Up, doch immer mit exakt 100 der weltbesten Weinproduzenten diverser Länder, die ihre Spitzenweine für die wichtigsten Sommeliers, Gastronomen und Weinhändler der DACH-Staaten präsentieren. Die Branchen-Zusammenkunft ist schon stimmungsmäßig spürbar im Saal, die meisten kennen sich seit vielen Jahren, manche schon Jahrzehnte – es ist ein Treffen unter Freunden, Bekannten und Gleichgesinnten.

Erfreulich viele Erzeuger sind persönlich anwesend – Telmo Rodriguez, Laurent Ponsot plus Sohn, Familie Lopez de Heredia (Tondonia), um nur wenige zu nennen. Es gibt die Möglichkeit sich Zeit für die Weine und die Winzer zu nehmen, was bei manch anderer Messe zum Teil im Gedränge untergeht. Neben der erstklassigen Auswahl der Weingüter wird auch eine bemerkenswerte Auswahl an Weintyp-spezifischen Verkostungsgläsern bereitgestellt, was ich bisher in der Vielfalt noch nicht erlebt habe. Hier ist wirklich an alles gedacht worden, was eine hervorragende Verkostung ausmacht.

© Meininger

Sich bei einer Veranstaltung von diesem Format auf die Suche nach Qualität zu machen wäre quasi eine Parodie, denn die ist an jedem Stand zu finden. Natürlich kann man sich unter den mehr als 500 gebotenen Weinen auch die Rosinen rauspicken und mal richtig teure oder seltene Weine probieren, doch ich habe noch einen anderen Plan. Zum einen möchte ich Weine entdecken, die sonst etwas unter meinem Radar fliegen, die ich gefühlt vielleicht etwas zu selten probiere. Dazu zählen bei mir als Riesling- und Chardonnay-Fan beispielsweise die Burgundersorten aus Deutschland, auch Sauvignon Blanc, Viognier und Co. Zum anderen möchte ich gerne Erzeuger, deren Philosophie mich begeistert persönlich kennenlernen, um ein tieferes Verständnis für deren Weine zu bekommen. Selbstverständlich hat Heiner als Wein-Trüffelschwein am hier gebotenen Sternenhimmel der großen Weine, auch wieder die besonders hell Leuchtenden herausgesucht und in den Shop aufgenommen.

Klassischerweise beginnt die Verkostung mit den Bubbles. Äußerst spannend finde ich die Champagner von Jacquesson, denn durch den etwas oxidativeren Ausbau mit spontaner Gärung im Holz kommen sie meinem Lieblings-Champagnerwinzer Benoit Marguet stilistisch recht nahe, bleiben dabei aber doch klassischer im Stil – ein gekonnter Mix. Alle Weine stammen aus 1er und Grand Cru Lagen und werden Parzellen-genau separat vinifiziert. Die Cuvée No 741 ist stahlig in der Frucht und strotzt vor Spritzigkeit. Wem das noch zu knackig ist momentan, der greife auf die No 737 DT zurück, die nach 90-monatigem Hefelager die gesetztere, reifere Aromatik aufweist aber ebenso grandios frisch ist. Ein ganz großer Champagner ist Jacquesson mit dem Vintage 2002 DT gelungen, nach 15 Jahren auf der Hefe im Dezember 2017 degorgiert. Mit einem erhabenen Mix aus Hefewürze und Stahligkeit in an Perfektion grenzender Anmut hat Jacquesson hier dem großen Jahrgang ein Denkmal gesetzt, welches gerade am Anfang seiner Entwicklung steht und keinem Champagner-Sammler fehlen sollte. Etwas opulenter, dichter und buttriger aber auch mit feiner Spannung zeigt sich der Vintage 2009 Brut von Roederer. Der 2010 Avizoise Blanc de Blancs Grand Cru von Agrapart mit Butter, Brioche und Marzipan in der Nase, schwebend-fein. Am Gaumen mit intensivem kreidig-mineralischem Gripp, kaum Frucht, nur Kreide. Dazu der Krug Vintage 2004, der im Vergleich zur NV Grand Cuvée schon mit einer deutlich puristischeren Nase aufwartet. Krug-typisches, großrahmiges, barockes Intro im Mund, um dann in einem stahlig-frischen, fast knackigen Finale auszuklingen, mit milder aber zupackender Mineralik. Eine reine Frage des Geschmacks, welche Stilistik man bevorzugt.

Stefan und Armin Tement

Neben dem südlichen Loire-Tal und Pessac-Leognan kommen die interessantesten Sauvignon Blancs wohl aus der Südsteiermark. Seit mehr als 60 Jahren erzeugt hier die Familie Tement in biologischem Anbau von teilweise sehr steilen Hängen ausdrucksstarke Lagenweine. Im Stil der großen Weine aus Pouilly-Fumé und Pessac wird auch der 2016er Sauvignon Blanc aus dem Ried Zieregg im Barrique ausgebaut. Die Nase ist noch etwas reduktiv vom längeren Hefelager, darunter lauern grasig-frische Noten, Maracuja und Kiwi dringen durch, steiniger Cool-Climate-Charakter, auch leicht feuersteinig und rauchig vom Holzausbau im Fumé-Stil. Der Wein gibt ein sehr feinfruchtiges, erfrischendes Versprechen für eine lange Zukunft, kann aber mit ordentlich Luft auch in der Primärfruchtphase genossen werden, wenn man darauf steht. Der Sauvignon Blanc ist ebenfalls ein Steckenpferd von Stephan Attmann bei von Winning. Hier gibt es eine Fassprobe des 2017er Sauvignon Blanc 500, des wahrscheinlich besten SB Deutschlands. Leicht rauchig-reduktive Nase, wieder kommt die Loire in den Sinn, feine Grasigkeit, zarte Stachelbeere und tropische Nuancen klingen an, durchaus mit Fruchtexpression, die steht aber absolut nicht im Vordergrund hier. Am Gaumen ein sattes Volumen vom Holz und vom Extrakt, mundfüllende Haptik im Stil eines großen Pessac-Leognans, fast üppig wenn die Frische des Jahrgangs 2017 nicht so voll durchschlagen würde. Ein ebenfalls vorgestellter 2011er Sauvignon 500 zeigt dann wo die Reise zukünftig hingeht. Das Holz ist eingebunden, feine Fruchtanklänge singen jetzt etwas lauter, eine Harmonie hat sich eingestellt. Wenn man die Rebsorte mag, möchte man da sicher ins Glas springen vor Freude.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass die finessenreichsten und raffiniertesten Burgunder Deutschlands im kühlen Nahetal wachsen. Vom Nahe-Triumvirat Dönnhoff, Schönleber und Fröhlich haben leider nur die beiden letzteren Burgunder in Neustadt dabei. Definitiv zu Unrecht stehen die in meiner Aufmerksamkeitsspanne häufig zu weit hinter den grandiosen Rieslingen zurück. Der 2017 Weißburgunder „R“ von Schäfer-Fröhlich zeigt die fast schon stilprägende Reduktionsnote in der Nase wie die GGs. Insgesamt von sehr kargem Charakter, am Gaumen dann eine helle Steinigkeit, leicht kräuterig, zartfruchtig mit einer animierenden leicht herb-vegetativen Note, weiße Blüten, Feuerstein. Ein Charakterwein, der deutlich seine kühle Herkunft zeigt. Der 2017er Weißburgunder – S – von Emrich-Schönleber hat eine erfrischend kühle Nase, saftiger Granny Smith, grüne Birne, auch ein Hauch von etwas Pflanzlichem. Am Gaumen dann ebenso saftig wie die Nase es verspricht, frisch und klar wie ein Gebirgsbach, die ultimative Allzweckwaffe als Speisenbegleiter. Das sollte ich wirklich häufiger trinken. Für ein bisschen mehr Freakstoff schaue ich dann bei Gernot Heinrich vom Neusiedlersee vorbei, der neben seinen zweifellos erhabenen Blaufränkisch auch 2016er Weißburgunder vom Leithaberg mitgebracht hat. Eine kräftige Sponti-Nase grüßt aus dem Glas und wird von hellem Gesteinsmehl begleitet, sehr straight am Gaumen, kommt im aktuellen Stadium quasi ohne Frucht aus, viel Charakter und Individualität im salzigen Ausklang – Heinrich-Style!

Gernot Heinrich

Ein großer Klassiker der französischen Weißwein-Welt ist der Condrieu. In diesem kleinen Örtchen an der Nordrhône hat der Viognier, der gerade weltweit einen großen Interessenzuwachs verbucht, eine eigene Appellation – hier gibt es nichts anderes. Das feine am Condrieu ist, dass er im Gegensatz zu vielen anderen großen Weinen nicht zwingend langer Reife bedarf, um sein Potenzial zu zeigen. Condrieu kann gerne jung genossen werden und ist in seiner Opulenz nicht nur ein sehr eindrucksvoller Wein, sondern auch ein ausgesprochen guter Begleiter zu gehaltvollem Essen. Probiert habe ich einen der bekanntesten Vertreter, den 2017er Condrieu La Doriane von Guigal. In die Nase steigen endlose weiße Blüten, Apfelblüte, Kamille, Pfirsich, Aprikose, alles weiß, klar und fein. Schon im Geruch leicht ölig mit weißen Mandeln und präsentem aber sehr feinem Holz. Schöne Frische am Gaumen mit milder Säure, grandioses Volumen mit schmelzender Viskosität, mächtig in seiner weißfruchtigen Aromatik, dennoch geschliffen bleibend in seiner Kraft. 100% neues Holz und 100% malolaktische Gärung, sicher kein Weißwein für jeden Tag. Ein Wein mit der hedonistischen Haptik von Foie Gras im Mund. Beeindruckend, manchmal muss das sein.

Ein weiterer Wein der mich aus den Socken gehauen hat ist der Passorosso von Passopisciaro von bis zu 110 jährigen Nerello Mascalese Stöcken auf rund 1000 Metern Höhe. Gerade am Etna gibt es heute Weine die wirklich Weltklasse sind und dabei preislich noch immer deutlich hinter den Granden aus dem Piemont und der Toskana zurückbleiben. Wie lange das noch so ist wird sich zeigen, denn die Weine bekommen nun langsam die internationale Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Siziliens Spitzenweine sind heute viel weniger süßlich, rund und mollig wie man vermutet, sondern eher steinig, feurig, rassig und ungemein elegant. Wer das noch nicht kennt, sollte sich da wirklich mal heranprobieren – das ist ein Aha-Erlebnis!

Matthieu Kaufmann und Richear Grosche

Ein bisschen Riesling muss natürlich auch sein, denn einige Weingüter haben in Neustadt sehr spannende Vertikalen beziehungsweise Rückverkostungen einzelner Weine präsentiert. Eine Pechstein-Vertikale bei v. Buhl von 2017 bis 2013 zeigt nicht nur dass der Pechstein eine der größten Lagen Deutschlands ist, sondern auch wie die Handschrift von Mathieu Kauffmann sich zunehmend mit den pfälzischen Terroirs zu großer Ausdrucksstärke vereint – ein Hauch Chablis weht durch Forst, grandios! Geschmacklich bestätigt hat sich für mich die Aussage von Heiner, dass der Gaisböhl G. C. von Bürklin-Wolf ein heimlicher Star im Portfolio der Spitzenlagen der Pfalz ist. Den 2016er Gaisböhl und den 1999er Gaisböhl nebeneinander zu probieren hat mir die Augen für die Größe dieser Lage geöffnet – was für ein Potenzial schon im preislichen Einstiegs G.C. steckt ist ein Hammer. Eine berührende Anmut in diesem seidig-weichen Schmelz des 99ers, außergewöhnliche Balance und ein Statement für die ausgesprochene Lagerfähigkeit des Gaisböhl. Auch der 2014er Uhlen R von Heymann-Löwenstein ist nun in einer geradezu hedonistischen Phase angekommen und macht richtig Spaß. Obwohl aus einem eher schwierigen Jahr stammend zeigt sich der Wein aus dem Rotschiefer-Bereich des Uhlen gerade enorm charmant und verblüffend gut.

Telmo Rodriguez Sonderseite

Ein weiteres Highlight für mich ist es zwei sehr besondere Winzer persönlich zu treffen, deren Arbeit ich zutiefst bewundere – Telmo Rodriguez und Laurent Ponsot. Telmo bewirtschaftet mittlerweile rund 100 Hektar in den unterschiedlichsten Terroirs. Vom kühlen Galizien, dem feurigen Toro, über Malaga bis hin zu klassischem Rioja aus allerbesten Einzellagen. Das bemerkenswerte ist die Akribie und das außergewöhnlich hohe Niveau auf dem das geschieht. Telmo kann scheinbar wirklich alles. Jeder Wein ist eine Klasse für sich und kann direkt mit zur Spitze der jeweiligen Region gezählt werden. Das ist unglaublich, wenn man weiß welcher Arbeitsaufwand dahintersteckt. Telmo hat auch sein Heimatweingut Remelluri – nun das größte Bio-Weingut der Rioja – zu konstanter Größe geführt. Die aktuelle 2011er Reserva ist jahrgangstypisch zwar reif und üppig aber durch Telmos Handschrift immer auch unglaublich fein und elegant. Kalkig-steinig wird die finessenreiche Frucht ummantelt. Mit dieser Qualität ganz klar einer der Best-Buys Spaniens. Von unerreichter Größe, wenn auch noch ein Baby, ist der Einzellagen-Rioja 2015 Las Beatas. Unfassbare Komplexität in der Frucht, die mit Kräutern und süßherben Gewürzen wetteifert. Ein Hammer-Wein, der Feinheit und Intensität spielerisch vereint. Dafür lasse ich persönlich sogar Vega Sicilia stehen, denn Telmos feine Hand trifft genau den Nerv der Zeit. Das ist ein grandioses Gefühl, wenn man schmecken kann wie sich die Visionen des Winzers im Glas offenbaren. Von der gleichen Brillanz zeigt sich der 2015er Tabuerniga mit unglaublich feiner aber fruchtintensiver Nase. Tief, rein und elegant, mit ätherischer Würze, ungemein seidig und aromatisch, das ist Musigny aus der Rioja. Telmo geht seinen Weg mit jedem Jahrgang konsequent weiter – ich bin mehr als begeistert vom Ergebnis.

Laurent Ponsot

Eine zweite große Persönlichkeit zu der ich als ausgesprochener Burgunderfan in Ehrfurcht aufschaue ist Laurent Ponsot. Wenn er persönlich vor einem steht wirkt er stylisch und erhaben aber fast etwas fragil in der Bodenständigkeit und Feinheit, die er ausstrahlt – genau wie seine Weine könnte man meinen. Eigentlich brauchen die Weine von Ponsot keine besondere Erwähnung, denn sie sind ohnehin weltberühmt. Doch Laurent war nicht im Auftrag des Familienweingutes Domaine Ponsot hier, sondern um sein neues, eigenes Projekt zu promoten. Er verlies die Domaine im Februar letzten Jahres und startete daraufhin ein eigenes Projekt zusammen mit seinem ältesten Sohn und seinem langjährigen Kellermeister. Genutzt werden Trauben aus eigenen Weinbergen und auch Negociant-Ware von seinen zahlreichen befreundeten Winzern. Die Konstanten seiner speziellen Vinifikation bleiben natürlich gleich, der Eigengeschmack der Traube und der Ausdruck des Terroirs stehen absolut im Vordergrund. Aus diesem Grund wird während des Ausbaus niemals Schwefel zugesetzt, sondern mit neutralen Gasen wie Stickstoff und CO2 gearbeitet, zudem sehen die Weine nie neues Holz. Ein weiteres Anliegen für Laurent ist es, dass die Weine trotz der hitzigen Preise im Burgund für normale Konsumenten erreichbar bleiben, er bietet daher weiterhin Basisweine und viele Village-Cuvées an. Die 2016er Cuvée du Perce-Neige ist sein Bourgogne Blanc. Ein unglaublicher frischer, beschwingter Wein mit feiner Apfel- und Birnenfrucht, etwas heller Stein, zart und fragil wirkend, easy-drinking auf allerhöchstem Niveau. Die 2016er Cuvée de l’Aulne ist ein Gevrey-Chambertin Village in sehr zarter, feiner Ausprägung aber doch mit der typischen Dichte und dem Druck von Gevrey ausgestattet. Pure süße Kirsche und Griotte-Kirsche gepaart mit Graphit und dunkler Steinigkeit. Ganz klar als Ponsot zu erkennen in dieser erhabenen, offenen Feinheit bei gleichzeitiger Dichte. Der zum Abschluss genossene Clos Saint-Denis ist einer der besten Burgunder, die ich bisher probieren durfte. Rasse, Salz, Stein, Druck und die schwarzkirschig-brombeerige ganz besondere Frucht von Morey-Saint-Denis in Reinform – ein tänzerisches Meisterwerk. Neben seinem eigens entwickelten Korken verwendet Laurent auch durch NFC-Code gesicherte Etiketten, um für mehr Fälschungssicherheit zu sorgen. Genau wie Telmo nicht nur ein Winzer, sondern ein Visionär.

Zwei Weingüter die Heiner und mich gleichermaßen geflasht haben mit ihrer Kollektion beim Meiningers Finest 100 haben nun Einzug in den Shop gehalten – die Azienda Agricola Sottimano aus dem Barbaresco-Gebiet und die Familia Nin-Ortiz aus dem Priorat. Sottimano ist ein kleines Familienunternehmen, gerade einmal 85.000 Flaschen im Jahr werden produziert. Seit den 70er Jahren durchgängig biologischer Weinbau und spontane Gärung im Keller bilden die Grundlage für die charaktervollen Nebbiolos der Familie aus Neive. Das Weingut kann zu den Modernisten im Piemont gezählt werden, denn der Ausbau erfolgt in Barriques von Francois Frères. Die Weine der Kollektion sind durchweg strukturiert, terroir-betont, elegant und sehr langlebig. Durch den modernen Ausbau aber dennoch auch in jüngeren Jahren schon zugänglich und keine überextrahierten Tannin-Monster.

Eine wirklich begeisternde Neuaufnahme sind die Weine der Familia Nin-Ortiz aus dem Priorat. Ester Nin, die zuvor bei Clos i Terrasses tätig war und Carles Ortiz sind beide Meister ihres Fachs in der Biodynamie und zählen als Berater im biodynamischen Weinbau auch zu den großen Experten des Terroirs im Priorat. Der 2016er Selma de Nin war mein Coup de Coeur Weißwein der Veranstaltung. Es ist eine Cuvée von französischen und autochthonen Sorten aus einer Hochlage in Penèdes. Ein Wein von nobler Größe und auch ein bisschen Freakstoff, der alles hat außer Primärfrucht. Würze, Frische, Bodenexpression, Körper und Schmelz in einer außergewöhnlichen Charakterstärke vereint – super spannend! Die Roten sind nicht weniger expressiv und markant. Garnacha und Carinyena von uralten Reben aus Hochlagen von kargen Steilhägen, teilweise in Tonamphoren und meist ohne zugesetzten Schwefel ausgebaut. Es ist ein sehr naturbelassener, Heimat-verbundener Stil, den die beiden sehr sympathischen Winemaker da in die Flasche zaubern. Die Einzellagen-Abfüllungen Mas d’en Cacador und Coma d’en Romeu zählen zur absoluten Spitze der Region. Nin-Ortiz sind typisch Priorat und doch ganz eigenwillig, super Entdeckung.

Vielen Dank an Familie Meininger und Sascha Speicher, die mit dem Finest 100 nicht nur ein Verkostungs-Lineup auf die Beine stellen das seines Gleichen sucht, sondern auch eine tolle Plattform zum Netzwerken unter Kollegen und Weinfreaks bereitstellen.