Im Portrait

Clos Joliette

weinkeller

Jahrzehntelang wurde es von der Familie Migne geführt. Seit den 1990ern war es in den Händen des Pariser Weinhändlers Michel Reynaud. Zuletzt war die Domaine lange Zeit in einer Art Dornröschenschlaf, nachdem er verstorben war. Niemand weiß genau, was der ehemalige Besitzer Renaud im Keller genau gemacht hat. Hier wurde bis zum Schluss mit einer uralten Weinpresse gearbeitet, stark oxidativ gepresst und ausgebaut. Viel mehr ist nicht bekannt. Auch das nährt den Mythos der Weine. Während des langen Fassausbaus gären die einzelnen Fässer seit jeher nur soweit durch wie sie eben wollen. Mal trocken, mal feinherb, mal süß, wie es eben kommt.

Am Ende liegen die Weine meist irgendwo im feinherben bis leicht süßen Bereich, was ihnen nach heutigem Abfüllungsrecht die Appellation Jurancon verwehrt, denn dieser muss entweder süß oder sec sein. Joliette liegt oft dazwischen, weshalb der Weinberg »Clos Joliette« aktuell nicht mehr auf dem Label genannt werden darf. Die Weine heißen heute daher nur noch Joliette. Die Alterungsfähigkeit ist sagenhaft und reicht über Jahrzehnte. Erst 2020 erlaubten die Erben des ehemaligen Besitzers einem jungen Winzer, Lionel Osmin, in das Gut einzusteigen und den Weinbau auf Clos Joliette wieder aufleben zu lassen. Er begann auch damit, ein paar alte Jahrgänge als ultra-limitierte Spezialkisten aus den Kellern des Gutes zu releasen. Eine solche ist diese Edition Limitée Nr. 2. Super rarer Stoff also, den man sonst höchstens noch in den tiefsten Kellern der besten Weinbars in Bordeaux findet oder auf Auktionen weltweit. Diese Kisten kommen aber direkt ex-Domaine. Die Weine gehören heute fraglos zu den rarsten Sammlerobjekten unter den Weinen Südfrankreichs. Der Mythos lebt.