Bordeaux 2019

Jahrgangsbericht

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Ein Jahr der Extreme – in Qualität, Menge und Verkauf.

Die in der sogenannten UGC (Union de Grands Crus) zusammengeschlossenen Top-Weingüter Bordeaux kamen vor dem Sommer 2020 weder mit Preisen noch mit Verkostungsmustern heraus. 

Reisen durfte niemand in Europa, probieren ging nur, wenn jemand Muster zu uns nach Bremen sendete. Die klassifizierten Weingüter, also alles was »alten Rang und Namen« hat, sendete keine Muster. Der Not gehorchend fuhr ich Mitte Juni auf Einladung der Bordelaiser Châteaux und mit einer Sondergenehmigung per PKW nach Bordeaux. Allein unter Bordeaux-Franzosen, wir trafen in der ganzen Zeit nur einen einzigen deutschen Kollegen, einen Engländer, einen in Spanien lebenden Russen und einen in Frankreich lebenden Amerikaner. Kein einziger Asiate. Eine gespenstige Ruhe. 

40 namhafte Weingüter der obersten Preis- und Qualitätsliga besuchten Max Gerstl und ich persönlich in einer Woche, denn nichts geht über die eigene Verkostung und Texte. Weitere 150 Châteaux brachten ihre Muster zu unserem Wohnort, Chateau Jean Faure in Saint Emilion. Weitere 80 Muster hatten wir zuvor zu Hause in Bremen im extra eingerichteten »Corona-Studio« verkostet.

Denn zum Glück arbeite ich sei über 20 Jahren zusammen mit meinem Schweizer Freund Max Gerstl daran, immer mehr und qualitativ immer bessere Winzlings-Weingüter zu finden, die meines Erachtens viele der UGC Weingüter qualitativ erreichen oder zum Teil gar in den Schatten stellen. Diese Kleinen sind und bleiben wegen der »Nicht-Arriviertheit« preisliche Underdogs, grandiose Weine, unverschämt preiswert. Aufgrund der vergleichsweise geringen Mengen und der damit notwendig akribischen Arbeit sind im Besonderen diese Kleinstbetriebe ein perfekter Seismograph für die Qualität eines Jahrgangs der ganzen Region. Diese uns persönlich bekannten Weingüter und Freunde schickten uns Muster, wir telefonierten oder skypten und verkosteten gemeinsam. Und der Seismograph schlug aus: Unser Angebot birst vor Qualität und preislichen Schnäppchen!

Wer Bordeaux kennt, weiß was ein überragender Jahrgang wie 2019 normalerweise bedeutet...

Markt- und Preissituation

Wer Bordeaux kennt, weiß was ein überragender Jahrgang wie 2019 normalerweise bedeutet: steigende Preise! So stiegen die Preise des Jahrgangs 2018 laut VINUM im Vergleich zum Vorjahr im Schnitt über alle Weingüter um über 18 Prozent. 2018 war natürlich qualitativ stärker als 2017, aber auch mengenmäßig etwas größer. Der Jahrgang 2019 checkt nicht nur nach meiner Verkostung, sondern auch nach den Einschätzungen führender Negociants, Live-ex oder Jancis Robinson, auch der renommierten Verkoster von Parker, Suckling, Dunnuck und Galloni, qualitativ mindestens auf dem Niveau von 2015, 2016 und 2018 ein. So mancher Wein tendenziell sogar darüber. Auch weil 2019 im Vergleich zu 2018 die kleinere Ernte brachte, wäre definitiv mit Preiskonsolidierung, oder auf Grund der vielerorts nochmals angezogenen Qualität sogar mit Preissteigerungen zu rechnen.

Aber nun war da Corona: Kein Markt mehr vorhanden. Keine Nachfrage in Frankreich, England, USA und Asien. Also tendenziell fallende Preise von lieferbaren Weinen. Und eine nicht nachgefragte Subskription in einem Jahrgang mit Riesenqualität. Der Super-Gau. Was machten da Pontet Canet und Mouton als Vorreiter? 30% Preissenkung um den Marktzugang zu erzwingen, niemand sollte wiederstehen können. Alle nachfolgenden Châteaux mussten preislich folgen oder in Schönheit sterben. Wahnsinn! Gab es das so überhaupt schon mal? Und ich mach das schon 30 Jahre, meine Claims sind zum Glück abgesteckt, ich blieb immer dabei, ich bekam trotz des dann einsetzenden immensen Nachfragesogs überwiegend die notwendige Menge für Sie! Einige total gehypte Weine wurden allerdings extrem schnell knapp, einige Weingüter kamen mit einer zweiten, preislich teureren Tranche heraus. Und was machten unsere persönlichen Freunde der qualitativ so vorzüglichen Garagenwinzer? Coronabedingt gibt es keinen Markt in Frankreich, den USA und England. Die Schweiz und Deutschland sind nun der Hoffnungsträger Nummer 1 für unsere Freunde. Also gibt es erst mal ausreichende Mengen der grandiosen Bordeauxweine von unseren kleinen Superstars und Garagenwinzern. Wir helfen den Winzern. Sie helfen sich selbst mit solch grandiosen Weinen zu unwiederbringlich sensationellen Preisen. Der Jahrgang 2019 wird unter diesen besonderen Bedingungen bei vielen Weinen sicherlich in der Subscription ausverkauft werden. Vielleicht auch später schwer auffindbar, mit viel Potenzial zur Preissteigerung. Große Qualitäten zu kleinen Preisen bei kleinen Mengen. Also Go! Lasst uns anfangen!

Zahlen und Fakten
zum Klima 2019 im Bordeaux

Eine wissenschaftliche Zusammenfassung des Institute of Vine and Wine Sciences of Bordeaux University, Oenological Research Unit.

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Bordeaux 2019 – was sich natürlich nicht ändert

Wir und Sie kaufen jetzt, wir liefern die Weine im Herbst 2022 an Sie aus. Bordeaux 2019 packen die Domaines nur noch in 6er-Holzkisten, Sie bestellen die Flaschenzahl Ihrer Wahl, der Wein kommt aber in diesen 6er-Kisten. Selten gibt es auch 12er-Kisten mit halben Flaschen (0,375l) und 6er-Kisten mit Magnum-Flaschen (1,5l). Selbstverständlich liefern wir alles frei Haus in Deutschland und Österreich.

Bordeaux 2019 ist denkwürdig in der Qualität

Nein, nicht nur Bordeaux, auch Deutschland, die Rhone, Spanien und andere Regionen. Überall gibt es mediterrane Weine (noch nie gab es in Europa so viele Sonnenstunden in einem Weinjahrgang) voller Reife. Der Jahrgang war trocken, es gab ein Viertel weniger Regen als im langjährigen Mittel. Anfang Juni war wechselhaft und kühler, was zu einer wechselhaften Blüte führte. Entsprechend entwickeln sich die Beeren unregelmäßig, Winzer sprechen dann von der sogenannten »Millerandage«. Normale Beeren und unterentwickelte Beeren ohne Kerne entstehen gleichzeitig an der selben Traube. Das bedeutet gewisse Mengeneinbußen, ist aber für die Qualität oft ein Segen, da die kleinen Beeren viel Spannung, Säure und Knackigkeit bringen. Das ist ein Grund für die tolle Frische bei zugleich hoher Reife, eine Signatur des genialen Jahrgangs 2019. Einschneidende Zwischenfälle wie der Frost oder Mehltaubefall blieben weitgehend aus. Die Natur drehte danach aber voll auf. Schon Ende Juni gab es Hitzespitzen über 40 Grad, die die Reben etwas traktierten.

Bordeaux in der Rückschau

Verschaffen Sie sich einen Überblick und lesen Sie die Kurzbeschreibung von Max Gerstl über die letzten 37 Bordeaux-Jahrgänge.

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Glücklicherweise in einem frühen Stadium vor der Véraison, der Verfärbung der Beeren, sodass dies keine signifikanten Schäden verursachte. Der weitere Verlauf des Sommers war traumhaft. Drei Monate tolles Wetter mit Sonne ohne Ende bis September. Es folgten nächtliche Abkühlungen im Spätsommer und Herbst, also genau der Oszillograph, den es braucht. Kleinere Regenschauer im Spätsommer erfrischten die trockenen Füße der Reben. Olivier Bernard von der Domaine de Chevalier fasst den Irrwitz unserer heutigen klimatischen Verhältnisse passend zusammen: »Wir wurden zwei Mal vom Regen gerettet. Es mag komisch klingen zu behaupten, dass ein Jahrgang vom Regen gerettet wurde, aber Ende Juli und Ende September war das der Fall. Der Regen brachte Revitalisierung.« Eine einzigartige Kombination von der Blüte mit Millerandage und dem trocken-mediterranen Sommer, der kleinbeerige Trauben mit hoher Konzentration heranwachsen lies. Die Regen-Peaks kamen zur gewünschten Zeit und die kühleren Herbstnächte brachten den Feinschliff. All das macht den Jahrgang 2019 so besonders. Pierre-Olivier Clouet von Cheval Blanc sagt:

Wir haben jetzt mit 2019 den fünften warmen Jahrgang hintereinander und möglicherweise den frischesten, der jemals auf dem Weingut hergestellt wurde.

Die Lese zog sich über lange Wochen. Von Anfang September für die Weißen bis Mitte Oktober für die letzten Cabernet Sauvignon. Die frühreife Merlot in den warmen Terroirs wie Pomerol setzte den Start in der zweiten Septemberwoche. Der Peak der Lese über die gesamte Region lag zwischen der zweiten September-Hälfte und der ersten Oktober-Hälfte. Also ein ausgedehnter Herbst mit voller Reife aus sehr gesunden Trauben. Veronique Dausse von Phélan-Segur schwärmte etwa, dass sie während ihrer Durchgänge im Herbst nicht eine einzige Traube mit Fäulnis entdecken konnte. 2019 mit seiner stylischen Reife ist extrem schick wie 2018. Eleganz, Klassik und Langlebigkeit wie im best-ever-2016, eine Mineralität wie 2010 und dazu noch diese perfekte Frische. Diese Kombination ist eine Sensation und gab es zumindest in dieser Form noch nie.

Bordeaux 2019 – ein sehr gutes Jahr. Sie scherzen wohl – nicht schon wieder? Nein, wirklich…

Um den Blog von Jancis Robinson zu zitieren: »Bordeaux 2019 – ein sehr gutes Jahr. Sie scherzen wohl – nicht schon wieder? Nein, wirklich, Bordeaux 2019 ist ein sehr guter bis hin zu exzellenter Jahrgang. Er war nicht einfach, mit Hitzewellen, Trockenstress und einem regnerischen Finale, aber Bordeaux genoss einen langen, trockenen Sommer und einen Herbst mit gerade genug Regen und keinen Desastern wie dem Spätfrost des Jahres 2017 oder dem signifikanten Mengenverlust wegen Mehltau, den einige Winzer in 2018 erfahren haben. In der Spitze wird es damit fast zu viel des Guten. 2019 komplettiert das sechste sehr gute Jahr in Folge für die Appellationen Haut-Médoc, St.-Julien, Pauillac und St-Estèphe, die vom Frost des Jahres 2017 weitgehend ausgenommen waren und auch viele tolle 2014er produzierten, genau wie die Top-Güter auf dem Plateau von Pomerol.

Jancis Robinson
– Wetter und Ernte in Bordeaux 2019

Gavin Quinney berichtet über die vergangene Ernte in Bordeaux und das Wetter in der Ente-Deux-Mers Region.

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Auch die immer sehr spannende Frage, mit welchem früheren Jahrgang 2019 denn am ehesten vergleichbar ist, lässt laut Jancis Robinsons Blog auf die allerhöchsten der Gefühle hoffen: »Basierend auf unseren Daten, wäre es stilistisch keine Überraschung, wenn 2019 als ein mythischer Blend aus 2012, 2014 und 2016 mit einem kleinen Schuss 2015 werden würde. (Diesbezüglich meine ich den Charme und die Trinkbarkeit der 2012er, die Direktheit und die Klassik der 2014er, die Frische und die Fruchtintensität der 2016er und die Wärme der 2015er.)« Geht es noch besser? Was könnte man sich Schöneres vorstellen als ein so komplexes und zugleich aufregendes Jahr mit derartig vielen Vorzügen? 2019 verspricht ein Jahr von atemberaubender Güte zu werden.

Einer der erfahrensten und intimsten Kenner des Bordeauxhandels, der Negociant Theodore Mostermans, schätzt diese für uns Käufer außergewöhnlich vorteilhafte Situation aktuell so ein:

The quality is at a very high level. And maybe again, it’s going to be a vintage of the century!

»The quality is at a very high level. And maybe again, it’s going to be a vintage of the century! However today, the economic situation is very complicated in lots of countries. And there’s really a cash problem. So despite the enormous quality, we expect very attractive prices: a lot of the chateaux will probably go back to prices of the 2015 vintage and maybe even to 2014 for some chateaux. The decrease in prices will change from one chateau to another – therefore a good timing becomes even more important!«

Für uns heißt 2019 also atemberaubende Qualität zu einem unverhältnismäßig günstigen Preis – es gibt auch gute Nachrichten in Corona-Zeiten!

Weine in Subskription kaufen
– So funktioniert’s

Gut zu wissen

Ihre Vorteile beim Subskriptionskauf

Der Kauf eines Weines in Subskription ist im Grunde ein Warentermingeschäft. Sie bestellen heute z. B. den Jahrgang 2020 und bekommen diesen im Herbst 2023 ausgeliefert.

Sicherheit

Sie bekommen gerade rare Weine aus Bordeaux häufig nicht mehr, wenn diese abgefüllt auf den Markt gelangen. Mit dem Kauf in Subskription können Sie sicherstellen, dass Sie die Weine, die Sie begeistern, auch bekommen.

Preisvorteil

In der Regel kommen gerade die raren Weine zwei Jahre später deutlich über dem Subskriptionspreis auf den Markt. Wenn Sie sich für Wein begeistern und die Entwicklungen in Frankreich, Spanien und Deutschland verfolgen, haben Sie als informierter Konsument so oft einen großen Preisvorteil.

Wichtige Hinweise

Die Zahlung der Subskriptionsrechnung ist, ergänzend zu unseren AGB, unmittelbar und ohne Abzug fällig. Die Auslieferung erfolgt i. d. R. im Herbst des dritten Jahres auf den Weinjahrgang. 

Die Abgabe aller Subskriptionsweine in 0,75l-Flaschen erfolgt i. d. R in 12er-Original-Holzkisten. Selten ist die 0,75-Liter-Flasche auch in 6er-Original-Holzkisten als Packgröße möglich. In vielen Fällen sind Bordeaux-Weine auch als Magnum (1,5l), seltener auch als Doppelmagnum (3,0l) oder sogar Imperial (6,0l) erhältlich. 

Alle erhältlichen Größen finden Sie immer direkt in unserem Shop. Wenn es einen Wein in abweichenden Formaten und Größen gibt, finden Sie auch immer unter dem Artikel mit dem Dropdown-Button »Andere Jahrgänge und Größen« die Möglichkeit das entsprechende Format auszuwählen:

Für Fragen stehen wir Ihnen selbstverständlich zu den Geschäftszeiten gerne auch telefonisch zur Verfügung.