Im Portrait

Jürgen Ellwanger

Heute führen Jörg und Sylvia Ellwanger das Weingut gemeinsam mit Jörgs Bruder Felix Ellwanger. Sie sind meiner Meinung nach klar die erste deutsche Adresse für Lemberger. Nicht im klassisch deutschen Stil sondern eher wie im österreichischen Burgenland. Kühle Kirschfrucht und Rückgrat, auch manch großer Pinot Noir könnte Pate gestanden haben. Die Tradition ist ihnen Verpflichtung — aber Innovationsgeist und der Blick über den Tellerrand gehören im Weingut Ellwanger eben auch schon zu den Traditionen. Das Weingut umfasst 26 Hektar welche auf fünf Ortschaften verteilt sind, 65 % Rotwein und 35 % Weißwein. Jede einzelne Lage verfügt über ein unverwechselbares Terroir, welches sich durch Boden und Mikroklima unterscheidet. Während des ganzen Jahres orientiert man das Handeln bei Ellwanger an der Natur, nie umgekehrt.

Während des ganzen Jahres orientiert man das Handeln bei Ellwanger an der Natur, nie umgekehrt.

Damit die Qualität stimmt, wird immer wieder gelesen, im Sommer als grüne Lese, in der Ernte dann sehr selektiv. Man nimmt für die bessere Qualität gern in Kauf, dass der Ertrag bis zu 50 % geringer ausfällt. Das Motto im Keller lautet: »Wein verhält sich im Keller wie ein Edelstein – je mehr daran geschliffen wird, desto weniger ist er wert.« Deshalb ist man bei Ellwanger nicht darauf aus, einen Wein zu kreieren, sondern vielmehr den Wein in seinem Prozess zu begleiten. Hierbei werden traditionelle Verfahren wie etwa die Maischegärung mit modernem Wissen kombiniert. Und bei Ellwanger kommt man nicht ums Holz herum. Sie gelten als Pionieren des Barriqueausbaus sind aber extrem behutsam mit dem neuen Holz. Aber auch hier heißt es, der Wein wird nicht im Fass groß, er muss es schon vorher sein. Wenn Sie einen im Glas haben, wissen Sie was gemeint ist.