Im Portrait

August Kesseler

Welcher deutsche Spitzenwinzer hat bereits mit 26 Jahren ein weiteres Weingut dem ererbten hinzugefügt? Leibbrand, seines Zeichens Gründer und Lenker des REWE-Konzerns, zu diesem Zeitpunkt einer der größten Handelskonzerne Deutschlands, übertrug Kesseler 1992 die Leitung seines Schlosses Reinhartshausen. Kesseler leitete dieses Unternehmen mit seinen 100 ha Weinbergen ungemein erfolgreich. 

Der Kabinett und die Spätlese sind brilliant, aber die Großen Gewächse sind so unglaublich, dass man mit dem offenen Mund dastehen würde, hätte man doch nur keinen Wein im selbigen.

Das Schloss wurde renoviert und zum Hotel mit Spitzenrestaurant umfunktioniert. Seit der Jahrtausendwende und nach dem Tod Willi Leibbrands konzentriert sich August Kesseler nur noch auf sein eigenes Weingut. Natürlich mit vollem Einsatz. Nur ein solcher Einsatz macht Weine von einem Kaliber möglich, wie sie August Kesseler und seine Mitarbeiter jetzt erschaffen. Der Kabinett und die Spätlese sind brilliant, aber die Großen Gewächse sind so unglaublich, dass man mit dem offenen Mund dastehen würde, hätte man doch nur keinen Wein im selbigen. Die Sensation wird dann noch gesteigert, wenn man realisiert, dass August Kesseler mit seinen Blauburgundern des Assmannshäuser Höllenbergs (seine Klone stammen aus Burgunds berühmten Clos de Vougeot) auch die Rolle des besten Rotweinerzeugers am Rhein einnimmt und zu den fünf besten Rotweinwinzern Deutschlands zählt.